Frage von nadjamrauss, 108

Kurzfrstig Wohnung gefunden! Mitbewohner wird sicher suepr sauer. Wie geh ich damit um?

Ich wohne seite April in einer Wohngemeinschaft in Hamburg. Mein Mitbewohenr ist der Hauptmieter. Wir sind zu zweit. Von Anfang an war klar das mein WG Zimmer bsi Oktober zeitlich befristet sein wird da dann seine Freundin zu meinem Mitbewohner zieht. Ich habe nebenher schon immer ein paar WOhnungen angeschaut und habe nun spontan zum 01.07. eine Zusage für eine total fantstische Wohnung gefunden. Nun trau ich mich nicht das meinem Mitbewohner zu sagen das er ab Juli schon keine Kohle mehr bekommt.

Ich habe mir gedacht das ich ihm sage er kann die halbe Monatsmiete für Juli von meiner Kaution abziehen. Ich habe auch keinen Mietvertrag aber bin so mega schlechten Gewissens geplagt weil er sicher super sauer sein wird sich für die paar Monate nochmals jemand neuen zu suchen. Muss ich mich jetzt dafür verantwortlich fühlen wenn ich bis 15.07. keinen Nachmieter finden sollte? Kann mir jemand einen Rat geben wie ich mit der Situation am besten umgehe? :/ Jede Hilfe ist sehr willkommen! Danke vorab vielmals

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 34

Ich versteh ehrlich gesagt, Deine mitfühlende Sorge nicht. Dein Vermieter bekommt doch weiterhin die Miete von Dir oder hast Du vielleicht vor, Deinen mietvertraglichen Pflichten ab Juli nicht mehr nachzukommen. Das wäre dann echt übel.

Übrigens: Kaution abwohnen ist auch nicht erlaubt. Wenn er deswegen sauer würde, könnte ich das sehr gut verstehen.

Natürlich hast Du einen Mietvertrag. Jetzt ist allenfalls die Frage, ob Dir das Zimmer möbliert oder unmöbliert zur Verfügung gestellt wurde. Wenn es möbliert war, könntest Du bis 15.7. zu Ende Juli kündigen. Für Juni ist die Möglichkeit schon durch.

Wenn das Zimmer unmöbliert war, müßtest Du bis spätestens 5. Juli kündigen, um nach drei Monaten endgültig raus zu sein. Selbst wenn Du schon im Juli ausziehst, müßtest Du demnach die Miete bis Ende September bezahlen. Dein Vermieter könnte sich also gemütlich zurück lehnen und müßte sich noch nicht einmal um einen Nachmieter kümmern.

Einen Mietvertrag schließt man mündlich, indem man sich auf die Überlassung des Wohnraums zu einem bestimmten Zeitpunkt einigt (Schlüsselübergabe) und die Miete bezahlt, was Du hoffentlich bisher getan hast. Ein zusätzlicher schriftlicher Mietvertrag ändert allenfalls die Konditionen und könnte als Nachweis dienen, wenn jemand so etwas von Dir braucht.

In jedem Fall aber gilt, egal ober mündlich oder schriftlich:

Kündigung muss immer schriftlich erfolgen.

Daraus ergibt sich dann auch, wie Du am besten mit der Situation umgehst. Du schreibst eine Kündigung zum 30.09. und übergibst diese so bald wie möglich (nicht erst am 5.7.). Bevor Du sie ihm endgültig in die Hand drückst, sprichst Du mit ihm, erklärst ihm Deine Situation und bittest darum, dass er mit Dir einen Aufhebungsvertrag schließt. Z. B., dass Du ihm noch die Julimiete anbietest und ihm hilfst, bei der Suche nach einem/r Nachmieter/in.

Wenn er sich freundlicherweise darauf einläßt, wäre das ein Riesengewinn für Dich und würde Deine Sorgen lindern. Läßt er sich nicht darauf ein, übergibst Du ihm die Kündigung, sodass auch wirklich klar ist, dass der Mietvertrag am 30.09. endet. Macht Sinn, auch wenn das Ende sowieso für Oktober vereinbart war, denn wer weiß ob er sich noch daran erinnern würde, bzw. seine Freundin bis dahin noch hat.

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung.

Antwort
von Pudelwohl3, 50

Nach Deiner Schilderung kann man den Eindruck gewinnen, dass das Mietverhältnis befristet bis Oktober abgeschlossen ist, wobei grundsätzlich auch mündliche Verträge Bestand haben.

Sollte diese Interpretation zutreffen, kannst Du Dich - juristisch gesehen - nicht so ohne weiteres aus dieser Vereinbarung lösen, im Ernstfall könnte Dein "Vermieter" die restliche Miete einfordern.

Deshalb würde ich an Deiner Stelle jetzt einfach wirklich mit offenen Karten spielen und freundlich um Verständnis bitten.

Zum Glück für Euch ist ja aber auch die Wohnungssituation in Hamburg so angespannt, dass ein Nachmieter schnell zu finden sein sollte.

Kommentar von nadjamrauss ,

Das Problem ist nur das mein Mitbewohner, soweit ich weiß, keinen weiteen Zwischenmieter bis Oktober möchte. Jetzt bin ich eben einfach überfordert wie ich damit umgehe, mein Mitbewohner genervt und stellt sich quer.

Kommentar von Pudelwohl3 ,

Also habt ihr ein Mietverhältnis bis Oktober abgesprochen, ja?

Dann hättest Du - wie oben dargestellt - juristisch gesehen erstmal schlechte Karten und müsstest wohl auch weiter zahlen.

Deshalb wäre eine irgendwie einvernehmliche Lösung für Dich unbedingt vorteilhaft.  

Antwort
von ChristianLE, 25

Wenn Du einen befristeten Mietvertrag bis Oktober abgeschlossen hast, kannst Du sicher zum 01.07. eine neue Wohnung beziehen, musst aber bis Oktober Miete zahlen.

Selbst wenn es sich um einen unbefristeten Mietvertrag handelt, musst Du diesen trotzdem ganz normal kündigen und die Frist von drei Monaten einhalten. Das ist bei WGs nicht anders, als bei normalen Wohnungen.

Es steht Dir natürlich frei, mit dem Hauptmieter eine Aufhebungsvereinbarung zu schließen, wonach Du zum 30.06. aus dem Mietverhältnis entlassen wirst. Ob er sich darauf einlässt, ist eine andere Frage.

Muss ich mich jetzt dafür verantwortlich fühlen wenn ich bis 15.07. keinen Nachmieter finden sollte?

Auf jeden Fall solltest Du schnell mit dem Hauptmieter sprechen und eine Lösung finden. Vorher würde ich keinen Mietvertrag für die neue Wohnung unterschreiben.

Antwort
von Gerneso, 38

Selbstverständlich hast Du einen Mietvertrag. Wenn auch keinen schriftlichen. Und selbstverständlich kannst du sofort ausziehen. Aber Du kannst nicht einfach aufhören die Miete an den aktuellen Vermieter zu zahlen. Auch ohne schriftlichen Mietvertrag gibt es Kündigungsfristen:

http://www.mietrecht.org/kuendigung/kuendigungsfrist-fuer-eine-wohnung-ohne-schr...

Antwort
von Nemisis2010, 14

Ich habe auch keinen Mietvertrag

doch einen mündlichen, die Schriftform ist bei einem Mietvertrag nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Mein Mitbewohenr ist der Hauptmieter. Wir sind zu zweit. Von Anfang an
war klar das mein WG Zimmer bsi Oktober zeitlich befristet sein wird da
dann seine Freundin zu meinem Mitbewohner zieht.



Allerdings ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben, daß befristete Zeitmietverträge nur in schriftlicher Form wirksam sind, u.a. weil vom Vermieter (also dem Hauptmieter) ein wirksamer Befristungsgrund in den Mietvertrag eingetragen werden muß. Hier würde, da die Freundin des Hauptmieters ab Okt. in die Wohnung zuziehen will "Eigenbedarf" als wirksamer Befristungsgrund in den Mietvertrag einzutragen gewesen.

Da es aber nur einen mündlichen Mietvertrag gibt hast Du einen unbefristeten Mietvertrag, der bei unmöblierten Wohnraum (also Deines WG-Zimmers) unter Beachtung der gesetzlichen Kündigungsfrist gem. § 573 c BGB von 3 Mon. von Dir in schriftlicher Form gekündigt werden muß. Nur schriftliche Kündigungen sind gem. § 568 BGB wirksam.

Folglich wäre eine Kündigung des Mietvertrages frühestens zum 31.9.2018 möglich.

Muss ich mich jetzt dafür verantwortlich fühlen wenn ich bis 15.07.
keinen Nachmieter finden sollte?

Du hast einen wirksamen mündlichen Mietvertrag, den Du erst noch schriftlich kündigen mußt. Der Hauptmieter ist gesetzlich weder verpflichtet, Dich aus dem Mietvertrag früher zu entlassen, noch einen Nachmieter zu akzeptieren.

Kann mir jemand einen Rat geben wie ich mit der Situation am besten umgehe?

Du solltest schnellstmöglichst klar Schiff machen und mit Deinem Vermieter (Hauptmieter) sprechen. Ein Aufhebungsvertrag kann bei Einigung immer abgeschlossen werden.

Falls Dein Vermieter/Hauptmieter Deine Mietsache (also Dein WG-Zimmer) möbliert an Dich vermietet hat, könntest das Mietverhältnis gem. § 549 BGB zum 31.07.2016 schriftlich kündigen, unter der Voraussetzung, daß Dein Vermieter/Hauptmieter das Kündigungsschreiben dann bis zum 15.07.2016 erhält.

Antwort
von schelm1, 23

Sofern sich Beide an den Wortlauf des Mietvertragees hatlen, gibt es auf keiner Seite Anlaß für Bitterkeit oder Besorgnis!

Antwort
von Elfi96, 46

Was steht in deinem Untermietvertrag? Wenn  du drei Monate Kündigungsfrist hast, musst du die auch einhalten, und das bedeutet: zahlen. Wenn  du für bis incl September eine Mietzusage gegeben hast, musst du auch bis komplett Ende der Mietzeit bezahlen. LG

Antwort
von Laudano, 9

Eine entscheidende Frage ist bisher nocht nicht gestellt und beantwortet worden: Hat Dein Vermieter, der offenbar selbst Hauptmieter der Wohnung ist, vom Eigentümer die Genehmigung zur Untervermietung erhalten? Falls nein, würde es mit der Durchsetzung von Mietforderungen vermieterseitig schwierig werden.

Antwort
von tevau, 33

Am besten ist immer durch Reden das Verständnis des anderen herbeizuführen.

Wie ist denn Euer Vertrag miteinander? Hast Du das Zimmer bis spätestens Oktober gemietet, oder genau bis Oktober? Im letzeren Fall wärst Du ihm natürlich zur Miete verpflichtet, auch wenn Du nicht mehr da wohnt, im ersten Fall nicht.

Aber besser ist es natürlich, wenn man im Einvernehmen auseinandergeht und sich nicht auf den (schriftlichen oder mündlichen) Vertrag berufen muss.

Biete doch an, ihm bei der Suche nach einem neuen WG-Genossen zu helfen. Momentan ist es sehr leicht, Leute zu finden -  auch für ein paar Wochen oder Monate. Ein Kollege, der kurzfristig für ein paar Monate ins Ausland abkommandiert wurde, hat die Erfahrung gerade gemacht.

Antwort
von meini77, 14

Deine Fragestellung ist sehr ungenau und lässt mehrere Beantwortungen zu:

Szenario A: Ihr habt einen zeitlich befristeten Mietvertrag bis 31. Oktober geschlossen.

Dann brauchst Du gar nicht kündigen. Selbstverständlich steht es Dir frei, jederzeit auszuziehen, solange Du der Verpflichtung nachkommst, bis 31. Oktober die Miete zu zahlen

Szenario B: ihr habt einen unbefristeten Mietvertrag geschlossen

Dann musst Du in jedem Fall schriftlich kündigen. Nach derzeitigem Stand wäre dies der 30. September. Auch hier sei es Dir unbenommen, jederzeit auszuziehen, sofern Du bis zum Ende der Kündigungsfrist der Verpflichtung nachkommst, bis Ende September die Miete zu zahlen.

Generell: eine Kündigung muss schriftlich erfolgen. Ein "Abwohnen" der Kaution ist nicht zulässig - es sei denn, Ihr vereinbart etwas Anderes.

Antwort
von offeltoffel, 39

Habt ihr einen Untermietvertrag? Falls ja, musst du evtl. 3 Monate Kündigungsfrist beachten, dann kann er für die Zeit das Geld von dir kassieren. Falls nicht...dann ist das fahrlässig von euch beiden (er hätte dir auch nicht sagen müssen, wenn er kündigt und dann wirst du plötzlich vor die Tür gesetzt)

Kommentar von nadjamrauss ,

Ich habe ihn wochenlang um einen Mietvertrag gebeten. Diesen benötige ich in St Pauli nämlich um mich umzumelden. Das bedeutet das ich mich seit Monaten hier melden möchte aber das nicht tun kann weil er es immer verpeilt.

Kommentar von offeltoffel ,

Was heißt, du hast ihn darum gebeten...existiert ein unterschriebener Untermietvertrag oder nicht?

Kommentar von nadjamrauss ,

NEIN

Kommentar von offeltoffel ,

Dann hast du auch keine Kündigungsfrist.

Kommentar von ChristianLE ,


Dann hast du auch keine Kündigungsfrist

Vorsicht mit solchen Aussagen. Die Antwort ist absolut falsch. Mietverträge können auch mündlich vereinbart werden.

Oder anders: Der Vermieter übergibt ihm das Zimmer und der Miete zahlt die Miete.

Die gesetzliche Frist gilt automatisch für jeden Mietvertrag (es sei denn, es wurde eine kürzere Frist vereinbart), egal ob schriftlich, mündlich oder konkludentes Handeln.


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