Frage von Tamer87, 54

Kurzfristige oder langfristige Inflation?

Viele Volkswirten betonen, dass die nahe Null liegenden Zinsen nicht zur Inflation (kurzfristig) führen können! Stimmt das? Hat das langfristige Auswirkungen auf die Inflation?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nasdaq14, 15

Die Volkswirte meinen damit, das die aktuelle Geldpolitik - mit Nullzinspoitik und horrenden Anleihekäfen nicht zur Nachfragesteigerung führt.

Und genau das stimmt auch:

1 ) Man kann nicht einerseits den Geldhahn aufdrehen und anderseits die Kriterien für die Kreditvergabe verschärfen ( auch wenn letzteres aus anderen Gründen richtig sein  kann ) - anders gedagt das Geld kommt nicht an.

2 ) Die Unternehmen haben laut KfW - Studie gegenüber dem letzten Quartal 2,7 % weniger an Krediten aufgenommen.

Hier werden andere Risiken der Unternehmen höher gewogen als der ZIns der früher zu Jubelstürmen geführt hätte.

Außerdem: 27 von 30 DAX Unternheme haben Rekorgewinne gemacht, das  es in der Summe weniger waren liegen an dne enormen Verlusten der restlichen Unternehmen.

Aktuell nimmt die Eigenkapitalquote sogar zu, heißt, die kreditaufnahme sinkt also relativ.

Unter dem Strich halten die Unternhen es für das Beste in sich selbst zu investieren.

3 ) Auch die Kreditnachfrage der Nichtbanken sinkt:

Hier spielt sicher auch die Leiharbeits -  und Zeitarbeitsquote eine große Rolle, denn ein Kredit wird nur so lange vergben wie der Arbeitsvertrag läuft.

Daher denkt man jetzt sogar über das sogenannte Helikoptergeld anch  ( googeln ).

Un man weiß jetzt wohl auch, das die "Liquiditätsfalle " aus dem Keynesianismus wohl doch nicht so ein Traumgebilde war.

Entgegn der " schwarzen Null " wäre es daher eher angebracht bei ZInsen nahe Null für 10 jährige und unter 2 % für 30 jährige, das der Staat ( ausnahmsweise ) einmal investiv tätig wird.

Ansonsten:

Alles was der Staat heute an Zinsen spart, geht im geleichne Maß der privaten Altersvorsorge - unter anderem auch der Riesterrente und den Lensversicherungen verloren ).

Mehr oder minder eine Umschichtung von Topf A zu Problem B.


Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq







Antwort
von FrageSchlumpf, 11

Generell gilt, dass nur ein Zins unter dem Gleichgewichtszins zu der Nachfragesteigerung führt, welche die Inflation ansteigen lässt. Egal wie tief ein Zins ist, wenn er auf dem natürlichen Niveau liegt, liegt auch die Inflation - Außeneinflüsse außer Acht lassend - bei Null oder drumherum. Die "trotz" Nullzins niedrige Inflation ist für mich ein Indiz, dass der natürliche Zins eben nicht weit davon entfernt ist.

Was langfristig ist, ist schwer zu sagen. Der "natürliche" Zins schwankt natürlich im Zeitablauf ( veränderte Investitionen, BIP, Ersparnis, Auslandsinvestitionen usw usw ) und das ist auch für die EZB-Oberen nicht erkennbar. Sprich, ein Leitzins der heute noch "natürlich" ist, kann logischer Weise schon in 6 Monaten zu hoch oder zu niedrig sein - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Inflation.

Und man darf nie vergessen, dass auch die Presse keine Ahnung hat. Durch eine Leitzinssenkung wird nicht automatisch "Geld in die Wirtschaft gepumpt" oder "Geld gedruckt".

Auch die Bondkäufe kreieren vorrangig Zentralbankgeld, dessen Bestand praktisch inflationsneutral ist.

Antwort
von berkersheim, 21

Was misst eine (ordentlich gemessene) Inflation? Sie misst die Geldentwertung über steigende Preise. Mehr nicht. D.h. ohne Inflation wird im Moment die Vermögensverfügung nicht über die Konsumgüterpreise entwertet. Das ist aber nicht das einzige Loch, über das die Menschen eines Landes vermögensmäßig entwertet werden. Da sind steigende Steuern, Gebühren und Abgaben, da sind Minderleistung des Staates, die über privates Engagement ausgeglichen werden müssen, da sind die abnehmenden Sparvermögen, die abnehmenden Rücklagemöglichkeiten der Sicherungskassen (Gesundheit, Versicherung, Altersvorsorge). Man rechne mal den Mehraufwand, ein 25jähriger heute wollte die Altersvorsorgerücklage erreichen, die ein Gleichaltriger 1970 hatte. Was nutzt es den 40jährigen heute, dass die Preise nicht steigen, wenn sie in 30 Jahren vor einer Altersarmut stehen. Ich halte die Fixierung auf die Inflationsrate für einen Betrug, dass man nicht merkt, aus welchen anderen Löschere den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen wird.

Antwort
von Modem1, 23

Eine Inflation von 2% ist sogar erwünscht.Und das billige Geld soll die lahmende Wirtschaft in den Südeuropäischen Staaten in Schwung bringen.Das Geld wird kräftig genutzt um sich neu zu verschulden.Die nötigen Wirtschaftsreformen kaum durchgeführt.Das ist ein Dilemma und wird voraussichtlich in die Katastrophe führen . Wir können uns nicht davon abkoppeln und unseren Rentnern kostet die Null% Politik im Jahr 2,2, Milliarden Euro . Das alles zum Nutze des Volkes? 

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