Frage von alexbababu, 43

Kurzfristige Absage des Dienstleisters für das Wechseln der Wasseruhren?

Meine Freundin lebt in einer Wohnung, welche ihr von ihrer Mutter vermietet wird. Das komplette Wohnhaus wird von einer Hausverwaltung verwaltet, welche einen Dienstleister beauftragt hat, der heute Morgen hätte die Wasseruhren wechseln sollen (8:00 - 8:20, für alle Wohnungen 20 min, niemals machbar).

Die kamen heute morgen nicht. Meine Freundin hat beim Nachbarn nachgefragt. Anscheinend ging am Freitag Mittag 15:30 Uhr eine Email an die Besitzer, dass der Termin abgesagt wurde.

Ein Aushang wurde nicht aufgehängt.

Meine Freundin ist Therapeutin und freiberuflich tätig. Sie hat ihre Termine heute so gelegt, dass sie da sein kann. Dementsprechend hat sie einen Verdienstausfall.

Jetzt soll sie sich natürlich an einem anderen Termin wieder Zeit nehmen.

Hat sie Rechte gegenüber ihrer Vermieterin/der Hausverwalter/des Dienstleisters. Nicht unbedingt wegen dem Verdienstausfall. Aber dass die Wasseruhren gewechselt werden, wenn sie eh zu Hause ist. Z.B. an einem Samstag.

Falls sie Rechte gegenüber ihrer Vermieterin hat: Hat die Vermieterin Rechte gegenüber der Hausverwaltung bzw gegenüber des Dienstleisters?

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 21

Auch das Wechseln von Wasseruhren wird von Menschen gemacht. Offenbar hat sich am Freitag heraus gestellt, dass der geplante Monteur durch Krankheit oder anderes kurfristiges Ereignis verhindert ist.

Das kann passieren und wird vermutlich nicht dazu berechtigen, Verdienstausfall geltend zu machen.

Da der Dienstleister wohl wieder einen Termin machen wird, wo alle Wasseruhren des Hauses gewechselt werden, kann es natürlich wieder sein, dass es einen Tag betrifft, an dem Deine Freundin eigentlich nicht zu Hause wäre.

Die Monteure haben auch ihre Arbeitswoche normalerweise von Montag bis Freitag. Ein Samstagseinsatz kostet logischerweise zusätzliches Geld, das dann Deine Freundin zahlen müßte.

Deine Freundin könnte sich überlegen, ob sie nicht einfach den Schlüssel einem Nachbarn oder jemand anders aus dem Freundes-/Bekanntenkreis übergeben kann, damit der Monteur auch in ihrer Abwesenheit in die Wohnung kann.

Kannst Du ihr dabei nicht helfen?

Der Austausch von Zählern kommt höchstens alle fünf oder sechs Jahre vor. Es gehört zum Schicksal nahezu jeden Mieters, dass man sich darauf  mal einstellen muss. Der eine muss einen Tag Urlaub verbraten und der andere eben Verdienstausfall hin nehmen.

Dafür aber werden die Verbräuche korrekt erfasst und berechnet und man läuft nicht Gefahr, dass man für andere das Wasser mit zahlen muss.

Kommentar von alexbababu ,

Der Austausch von Zählern kommt höchstens alle fünf oder sechs Jahre vor. Es gehört zum Schicksal nahezu jeden Mieters, dass man sich darauf  mal einstellen muss. Der eine muss einen Tag Urlaub verbraten und der andere eben Verdienstausfall hin nehmen

ja, es ist schon richtig, dass man dafür mal einen Tag Urlaub nehmen muss, oder eben auch Verdienstausfall akzeptieren muss. Das ist ja kein Problem. Hier geht es aber darum, dass eben dieser Termin ausgefallen ist und nun ein zweites Mal der Verdienstausfall hingenommen werden muss. Bei einer Therapeutin ist das nicht gerade wenig.. 

Kommentar von bwhoch2 ,

Das Problem ist, dass es Vertragsbedingungen zwischen dem Dienstleister und vermutlich der Hausverwaltung gibt, die einen solchen Schadensersatz ausdrücklich ausschließen.

Da der Vermieter in der Kette aber das schwächste Glied ist, vermute ich mal, dass dieser auch keinen Ersatz leisten muss, da er im Grunde am allerwenigsten die Möglichkeit hatte, irgendwie was zu tun. Ich nehme an, hier handelt es sich einfach um Mieterschicksal.

Natürlich könnte man aber einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen, müßte dann aber auch einen echten Schaden beziffern können.

Kommentar von alexbababu ,

Schaden beziffern ist kein Problem. Die Termine mit den Patienten waren angesetzt und mussten abgesagt werden. Der Termin wurde nämlich auch recht kurzfristig angesetzt (< 2 Wochen). 

Wir reden hier nicht um einen Schaden von 20-30 €. Hier geht es um mehrere Hundert Euro. 

Kommentar von bwhoch2 ,

Der Schaden ist aber erst dann wirklich ein Schaden, wenn die Termine mit den Patienten ganz weg gefallen sind und nicht mehr nachgeholt werden können. Zumindest diese Frage müßte sich die Freundin ggf. auch anhören.

Im Übrigen: Die Termine wurden abgesagt, weil sich ein Monteur angesagt hatte. Wenn das Absagen einen derart dramatischen Ausfall verursacht, hätte sich Deine Freundin aber wirklich um jemand kümmern können, der an ihrer Stelle in der Wohnung auf den Monteur wartet. Geht das absolut nicht, ist es wiederum Mieterschicksal. Somit bleibt es wohl dabei. Aber natürlich bleibt es Deiner Freundin unbenommen, zu einem Rechtsanwalt zu gehen und mit ihm zusammen die Möglichkeiten abzuklären, wie der Schaden, insoweit er beziffert werden kann, evtl. geltend gemacht werden kann. Es könnte durchaus sein, dass dafür einige Stunden drauf gehen, die wiederum einen Verdienstausfall verursachen und am Ende ist das Ergebnis, dass man da wohl nichts machen kann.

Die Frage ist wirklich, ob damit nicht noch alles schlimmer gemacht wird.

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