Frage von darealquestion, 91

Kurbelt die Flüchtlingskrise unsere Wirtschaft an?

Hallo,

ich frage mich, wie es sein kann, dass die deutsche Gesellschaft so eine schlechte Meinung über die Flüchtlingskrise hat. Über die Immigranten an sich, kann man streiten, aber ich möchte das ganze wirtschaftlich betrachten.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise hat der deutsche Staatshaushalt keine Schulden mehr gemacht. Besteht da kein Zusammenhang zu der Flüchtlingskrise? Kurbeln die nicht unsere Wirtschaft an? Ich stelle mir das so vor:

Ein Flüchtling bekommt vom Staat Geld und gibt es im gleichen Maße auch wieder aus (Textilien, Supermärkte usw. ) und kurbelt so auch unsere Wirtschaft wieder an. Die Flüchtlinge an sich, schaffen deutsche Arbeitsplätze (Polizei, Sicherheitsunternehmen, Busunternehmen, Verwaltungspersonal) und spätestens in 5-10 Jahren sind alle integriert und können "normale" Jobs ausführen.

Inwiefern kann es sein, dass wir als Staat seit der Flüchtlingskrise keine Schulden mehr machen, aber trotzdem jeder von Unmengen Ausgaben für Flüchtlinge ausgeht und deshalb alle so ein schlechtes Bild haben?

Vielleicht kann mir jemand helfen

Antwort
von dan030, 12

Man sollte das etwas differenziert auf verschiedenen Ebenen betrachten:

Fangen wir mal mit der Nicht-Neuverschuldung des Staatshaushaltes, bzw. genauer des Bundeshaushaltes an: dass wir auf Bundesebene plötzlich Etatüberschüsse haben, liegt zum einen an der Sparpolitik im Bereich Investitionen, zum anderen vor allem aber auch an der Niedrigzinspolitik der EZB. D. h. die Bedienung der bereits vorhandenen Schulden kostet einen zweistelligen Milliardenbetrag pro Jahr weniger als noch vor ein paar Jahren. Sobald die Zinsen in einigen Jahren wieder steigen werden, wird sich insofern auch der Haushaltsüberschuss allein dadurch schon mal deutlich reduzieren.

Dann sollte man sich mal anschauen, was der Staat jetzt eigentlich für Mehrausgaben durch die Migratenflut hat: allein die ganzen Wohnheime kosten pro Migrant und Monat einen vierstelligen Betrag. Das liegt in erster Linie daran, dass etliche Wohnplätze also temporäre Bauten erstmal errichtet werden mussten, und diese Bauwerke nur eine kurze Nutzungsdauer haben. Ein Migrant ist also um Dimensionen teurer pro Monat als ein Hartz-IV-Empfänger. Die ganzen Modulbauten kann man wegen ihrer zeitlich beschränkten Nutzbarkeit nicht wirklich als Investitionen betrachten.

Dass sich innerhalb kürzester Zeit eine kleine "Migrantenindustrie" entwickelt hat, und dass sich die Hersteller von Wohncontainern etc. gerade die Hände reiben, ist sicher ein kleines Konjunkturprogramm. Aber eben nur für ein paar wenige Branchen: Modulbau-Firmen, Security-Dienstleister etc. dürften massive Auftragszuwächse haben. Ansonsten sind etliche staatliche Arbeitsplätze neu geschaffen worden, z. B. Dolmetscher, Sozialarbeiter, Pädagogen usw. Hier fließen dann Staatsgelder in die Hände von Arbeitnehmern und letztlich dann in den privaten Konsum.

Das Erstaunliche ist allerdings, dass dieses theoretisch bombastische Konjunkturprogramm zahlenmäßig so dünne Resultate gebracht hat: wir reden gerade über eine BIP-Zuwachs-Jahresprognose von 1.8-1.9 % in 2016, mit niedrigeren Zuwachsaussichten fürs Folgejahr. Wenn man sich überlegt, dass wir allein fast 1 % mehr Bevölkerung in Deutschland haben als im Vorjahr, bleibt der Zuwachs des Pro-Kopf-BIP bei gerade mal ca. 1 %.

Wenn man sich dann noch dazu anschaut, dass es ein paar staatlich protegierte Branchen gibt, die in den letzten Jahren krasse Umsatzsteigerungen hingelegt haben, z. B. Rüstung, Überwachung, Gesundheitswesen, dann bedeutet das für alle restlichen Branchen, dass abseits dieser wenigen "Inseln der Glückseligkeit" faktisch eine Dauerrezession herrscht. Das ist aber nicht neu, sondern letztlich ein Zustand, den wir eigentlich schon ein Jahrzehnt lang als Dauerzustand haben. Es wird allerdings in den Medien nur selten thematisiert.

Dann noch der Aspekt Zukunftsaussichten: wir reden bei den Zuwanderern über weniger als 20 % Leute mit Hochschulabschluss, bis zu 40 % Leute, die weniger Bildung als Grundschulniveau haben, inklusive einer ernst zu nehmenden Analphabetenquote. Wenn diese Menschen überhaupt jemals bei uns in den Arbeitsmarkt integrierbar sein werden, dann erst in etlichen Jahren, und ganz überwiegend nur für einfache Jobs. Und die einfachen Jobs werden in Deutschland immer weniger, weil Deutschland in den letzten 15 Jahren gehörig deindustrialisiert wurde durch Produktionsverlagerungen nach "sonstewo". D. h. wir haben da eine sechs- bis siebenstellige Personenzahl, die vielleicht noch zum Dönerschwurbler oder zum Pizzaboten taugt, aber viel mehr nicht wird machen können. Und ob es in 10 Jahren noch Pizzaboten gibt, oder ob die dann auch schon per Drohne geliefert werden und damit ein weiterer einfacher Job ausstirbt, steht auch noch offen...

Fazit: mehr Konkurrenz im unteren Arbeitsmarktsegment, eine höhere Sockelarbeitslosigkeit an Langzeitarbeitslosen zu erwarten, die wollen von der Allgemeinheit durchgefüttert werden, und werden irgendwann auch noch auf Familiennachzug pochen. Und dann kommen noch mehr Arbeitslose von morgen, die auch noch durchgefüttert werden wollen...

Es gibt dann ansonsten noch so "lustige" Sekundäreffekte, die man auch nicht außer acht lassen sollte: Wir haben z. B. hier in Berlin Stadtteile, wo auf den Schulen der Schüleranteil mit "Migrationshintergrund" jenseits der 90 % liegt. Das sorgt unterm Strich allein durch Sprachbarrieren dadurch, dass die Gesamtlernqualität sinkt. Weil einfach Zeit draufgeht für "Basics" wie erschwerte Kommunikation und auch für die Erhaltung des sozialen Friedens. Eine perspektivisch schlechtere Bildung für alle durch weiter steigenden Migrantenanteil können wir aber in einer Gesellschaft, deren Wirtschaft immer komplexere Jobs hat, auch nicht gebrauchen. Dementsprechend schadet der "inklusive" Ansatz im Bildungswesen am langen Ende letztlich der Wirtschaft. Weil trotz mehr Arbeitslosen dann immer weniger ausreichend gebildete Menschen zur Verfügung stehen werden.

Und so weiter... man könnte ganze Bücher darüber schreiben. Aber positive Dinge würden da nicht drinstehen.


Antwort
von suziesext10, 19

die Staatsausgaben werden jetzt ganz einfach für unproduktive Zwecke ausgegeben, wobei die wirklich grossen Gelder gar nicht mal bei den Einwanderern landen, sondern in den Taschen der sog. Asylindustrie.

Also statt Ausgaben für Schulen, Strassen, sozialen Wohnungsbau, Krankenhäuser & Krankenversorgung, Stärkung der Infrastruktur, der mittelständischen Industrie, der innovativen kapitalschwachen Branchen, wird jetzt das Geld eben ausgegeben zur Alimentierung, Bewirtung und Behausung von Millionen Einwanderern, die nach Einschätzung des Arbeitsministeriums zu 90% auch in 10 Jahren nicht vermittelbar für den Arbeitsmarkt seien.

Man braucht keine Tarotkarten zu lesen, um zu erkennen, dass Deutschland wirtschaftlich in zehn Jahren das Niveau von Griechenland erreichen wird. Man stelle sich mal vor, es gibt schon jetzt in Deutschland keine einzige Fabrik mehr, die Fernseher, PCs, Handys oder sonst ne Elektronik produziert. Und so ne innovativen Sachen, wie zb Windenergiegeneratoren, die sind als Patente nach China verkauft worden, weil sich hier keine Geldgeber gefunden hatten, und die Merkelregierung sich geziert hatte wie ne Jungfrau in der Hochzeitsnacht.

Das ist übrigens kein Schicksalsschlag, kein Fatum und keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis der Politik dieser Regierung.

Kommentar von Schuwidu ,

super suzie

Antwort
von Jogi57L, 20

also ich kriege das gedanklich auch nicht so recht geregelt....

daher versuche ich öfter mir... etwas "im Kleinen" zu verdeutlichen

angenommen:

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ein Wirt hat ein Restaurant.....

jetzt kommen Gäste, die "nichts" haben....und der Wirt ( Staat) gibt ihnen Geld, damit sie bei ihm etwas konsumieren können....sie geben also das Geld, dass der Wirt ihnen gibt... in seinem Restaurant aus....

Plötzlich haben die Küche und dier Service viel zu tun... und sie haben subjektiv den Eindruck, dass "die Wirtschaft" floriert.....

Da bleibt nur noch die Frage nach dem "Wirt".... der ja sein Geld hergibt....damit "die Wirtschaft" Umsatz macht....

Also ganz logisch erscheint mir das nicht... da "der Wirt" dann irgendwann arm sein wird, und seine eigene Wirtschaft... nicht mehr selbst "am laufen" halten kann....

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...vielleicht sehe ich da auch etwas falsch ??

Kommentar von HansH41 ,

Nein, das siehst du vollkommen richtig.

Kommentar von Schuwidu ,

ja das ist schlimm

Kommentar von barfussjim ,

Ein hinkender Vergleich: In deinem Beispiel übernimmt der "Wirt" gleichzeitig die Rolle von Staat UND Wirtschaft. 

Jedoch ist beides voneinander zu trennen, es ist doch so, dass für die Flüchtlinge Staatsgelder (Steuereinnahmen) verwendet werden, die letztlich in die Wirtschaft fließen, also dorthin umgelenkt werden: Flüchtlinge essen, trinken, brauchen ein Obdach, Sicherheit, Versorgung, Beratung, Betreuung und Ausbildung. 

(Konsum-)Industrie, Handel, Gastronomie, Bauwesen, Handwerk, Verkehr, Ärzte, Dolmetscher, Psychologen, Bildungseinrichtungen u. v. a. haben folglich zusätzliche Aufträge / Kunden. D. h. der Staat / die Steuerzahler habenbweniger Geld, aber die Wirtschaft floriert dank des Konjunkturprogramms.

Ein ähnlicher Effekt bestünde, wenn sich in Deutschland über Nacht die Geburtenratenrate verdoppeln würde. Es gäbe eine Million zusätzliche Kinder, die Staat und Steuerzahler mindestens 18 Jahre nur zusätzliches Geld kosten würden. Solange sind sie aber Konsumenten, pro Kind fließt bis zur Volljährigkeit mindestens ein sechsstelliger Betrag in die Wirtschaft.


Antwort
von exxonvaldez, 37

Ja.

Genau wie der Mauerfall seinerzeit die Wirtschaft zum Blühen gebracht hat. Plötzlich gibt es viel mehr Konsumenten, die dank Begrüßungsgeld auch zahlungsfähig sind.

Antwort
von voayager, 13

Die Wirtschaft wird so oder anders vorerst mal nicht angekurbelt.

Antwort
von Joneson, 2

Allerdings ist das eine Chance die man durchaus nutzen kann. Wenn der deutsche Staat jetzt fleißig in Integration investiert sind die Flüchtlinge nicht nur eine kulturrelle Bereicherung für unser Land, ja, ganz Europa (Ich meine nicht den radikalen Islam) sondern ein echter Segen für die Wirtschaft und langfristig auch die Lösung für unser Demographieproblem.

Natürlich muss man erstmal investieren bevor man was zurück bekommt. Ist bei deutschen Kindern auch nicht anders. Werden erst in unserem Schulsystem "ausgebildet" und anschließend dürfen sie dem Staat Steuern zahlen.

Das der Staatshaushalt seit Jahren so stabil ist, liegt übrigens unter anderen auch an Schäubles Sparpolitik. Hier werden (die paar wenige) Misstände ignoriert und im Gegenzug dafür am Ende des Jahres auf die schwarze null angestoßen.

Da haben alle was von.


Antwort
von hummel3, 32

Natürlich kurbelt die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge auch die deutsche Wirtschaft an. Allerdings nicht in der Richtung und dem Maße, wie wir uns dies dauerhaft wünschen würden, denn die Mehrzahl der Flüchtlinge taugt nicht als Arbeitnehmer und Steuerzahler für die Anforderungen unseres Wirtschaftssystems.

Dieser Teil wird umgekehrt unsere Sozialkassen dauerhaft stark belasten, falls sie nicht in ihre Heimatländer zurückkehren, nicht zuletzt auch durch den Familiennachzug im Laufe der Jahre. Und er wird, da es sich hauptsächlich um Muslime handelt, welche kaum "integrierbar" sind, auch immer mehr zu sozialem und politischem Sprengstoff werden. Auch das verursacht weitere Kosten.

Und wenn du dir herausnimmst, die finanzielle Verfassung unserer Staates beurteilen zu können, dann solltest du nicht vergessen, dass dieser Staat seit Jahren bereits mit ca. 2300 Milliarden Euro verschuldet ist, die Länder- und Kommunenverschuldung nicht mitgerechnet. Das verschweigen unsere strahlenden, aber unehrlichen Politiker nur zu gerne!

Also glaube nicht, wir hätte Geld zu verschwenden oder hätten eine ausgeglichene Bilanz. - Die Zeche zahlt am Schluss die einfache Gesellschaft, dann wenn sich alle verlogenen Politiker längst in ihre Altersvillen zurückgezogen haben.  

Kommentar von Tilli56712 ,

Oh ... du bist voll der Nazi (nicht ernst gemeint) Aber es stimmt halt alles und hey wenn du so auf die Straße schaust welcher lernt denn aktiv deutsch... die wenigsten. Und ohne unsre Sprache kann man nicht gut arbeiten und ohne Arbeit kein Geld. So bekommen sie geld vom Staat und woher nimmt der Staat sein Geld von uns o.O

Kommentar von Mischma ,

2300 Milliarden ist keine Zahl -__-

Kommentar von Crack ,

Und er wird, da es sich hauptsächlich um Muslime
handelt, welche kaum "integrierbar" sind, auch immer mehr zu sozialem und politischem Sprengstoff werden

Was für ein völlig überzogenes, nicht belegbares und unwahres Geschwafel. Erzähl das doch mal den Muslimen welche seit Jahrzehnten hier leben und arbeiten - die waren ursprünglich auch mal fremd hier...

Wir haben in Deutschland etwa 4 Millionen Muslime.
Deiner Einschätzung nach dürfte davon nur ein ganz geringer Teil integriert sein.

Natürlichgibt es allenorts immer wieder Probleme die man auch mit der Glaubensrichtung begründen kann, das Du aber so gut wie alle in diese Ecke stellst ist völlig falsch.

Ist ja nicht Dein erster Beitrag der diese Färbung trägt...

Kommentar von hummel3 ,

Ist ja nicht Dein erster Beitrag der diese Färbung trägt...

Völlig richtig erkannt, weil ich eben nicht nur in den blauen Himmel schaue, sondern mich an der Basis kundig mache und danach sieht es mit der Integration von Muslimen alles andere als rosig aus. 

Kommentar von Crack ,

Ja gut,
der Begriff "Basis" ist aber durchaus auch sehr weit dehnbar.

Meine Basis sieht z.B. um Einiges anders aus als Du es hier schilderst.

Antwort
von barfussjim, 5

IWF-Studie: Flüchtlinge bringen Wirtschaftswachstum

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-01/iwf-studie-fluechtlinge-deutschland-oester...

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