Frage von KleinerEngel18, 71

Kumpel im Heim, wie viel Geld steht ihm zu?

Hallo ihr Lieben,

ein Kumpel von mir ist im Heim und hat eine Frage an euch.

Er ist wegen häuslichen Problemen ( Sucht ) in einem Heim und ist nun 19 Jahre alt. Er macht eine Ausbildung in der er ca 400 Euro bekommt. Dieser Lohn wird allerdings vom Jugendamt eingezogen und er bekommt pro Woche 30 Euro Taschengeld.

Das heißt im Monat bekommt er ca 120 Euro, das ist eine Differenz von 280 Euro zu seinem Gehalt.

Klar bekommt er im Heim Essen, Trinken, etc. allerdings kann er eben nicht mal so feiern gehen oder Sonstiges.

Außerdem muss er unter der Woche, sprich Sonntag bis Donnerstag um 20.30 dort sein, da es auch noch Minderjährige in dem Heim gibt und da kein Unterschied gemacht wird.

Seine Frage ist, ob das alles so in Ordnung geht? Kennt sich da Jemand aus?

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Antwort
von passaufdichauf, 69

Schau mal ins SGB VIII, §94, Abs.6. Dort findest du deine Antwort:

(6) Bei vollstationären Leistungen haben junge Menschen und Leistungsberechtigte nach § 19 nach Abzug der in § 93 Abs. 2 genannten Beträge 75 Prozent ihres Einkommens als Kostenbeitrag einzusetzen.

Das ist vollkommen i.O.

Zu den Regel, dass er um 20:30 Uhr im Heim sein muss, naja, das sollte es schon altersmäßigen Spielraum geben, aber es gelten auch hier die Hausregeln...

Antwort
von Dahika, 34

Ein Taschengeld von 120 Euro  haben nur wenige Leute zur Verfügung. Dein Kumpel kann ja ausziehen, mit 19 hindert ihn niemand daran. Dann kann er ja mal versuchen, wie weit er mit 400 euro kommt. Taschengeld zum Verballern hat er dann jedenfalls nicht mehr.

Die Ausgangssperre ist für den 19 j. sicher blöd, aber in dem Heim herrschen halt diese Regeln.

Wie gesagt, er kann ausziehen. Und sich wundern, wie das Leben wirklich spielt.

Antwort
von Goodnight, 12

Es gibt einen Grund, warum er mit 19 immer noch im Heim ist. Er kann sich genau vorlegen lassen wohin sein Geld fliesst. Entweder er muss sich an seiner Unterbringung beteiligen, KK,bezahlen etc. oder sein Lohn wird vom Jugendamt verwaltet.

Antwort
von ErsterSchnee, 67

Hätte er eine eigene Wohnung für sich alleine, hätte er noch weniger Geld zur freien Verfügung. Warum kann man mit 120 Euro im Monat nicht feiern gehen?

Antwort
von Haemiler, 20

Was mich wundert ist, dass nicht erwähnt wird, was mit dem Kindergeld ist. Sollte vielleicht mal einen Abzweigungsantrag nach dem EStG §74 stellen! 

Aber es bleibt dabei. Wenn er nicht zusätzlich zum Amt gehen will, sollte er die Zeit der Ausbildung dort durchziehen. Oder wie will er von 400€ eine Miete und die Nebenkosten, essen und trinken, etc. bezahlen? Selbst mit 190€ mehr durch das KG blieben im keine 120€ zum verprassen! 

Warum geht er am WE nicht jobben? Wäre eine gute Alternative zum beschweren über zu wenig Geld! 

Kommentar von passaufdichauf ,

Das Kindergeld wird sich ebenfalls das Jugendamt als in dem Fall Berechtigte einstreichen. Denn das Jugendamt zahlt hier den (anteiligen) Unterhalt für den Jugendlichen.

Kommentar von Haemiler ,

Und selbst wenn. Bis dato bekommen es scheinbar die Eltern, die sich in keiner Weise um ihr Kind kümmern oder dafür aufkommen. Alleine deshalb sollte man ihnen das Geld nicht mehr überlassen! 

Antwort
von Maximilian112, 71

Eine Vollpension für 280€ ist doch iO.

Für Feiern oder so braucht man halt mehr Geld.... von den Eltern zB

Kommentar von KleinerEngel18 ,

Er hat mit seinen Eltern keinen Kontakt mehr, das Jugendamt hat ihn nicht umsonst da raus geholt.

Kommentar von Maximilian112 ,

Das hat mit Kontakt weniger zu tun. Solange er eine Lehre macht wären die Eltern Unterhaltspflichtig.

Kommentar von passaufdichauf ,

Ich vermute mal, die Eltern sind nicht leistungsfähig. Und da "der Kumpel" nun mal in eine Maßnahme des JA steckt, greift hier §94 SGB VIII, er muss sich mit 75% seines Einkommens an den Kosten beteiligen. Das deckt im Übrigen nur einen Bruchteil der Kosten, die seine Unterbringung im Heim kostet.

Kommentar von Menuett ,

Tja, und der Unterhalt geht dann fürs Heim drauf. Zu 100%.

Antwort
von FreierBerater, 20

Ein Heimplatz kostet den deutschen Staat ab 40.000 EUR pro Jahr!

Ja, die von dir genannten Zahlen gehen sogar sehr in Ordnung!!

Kommentar von autmsen ,

Naja, diese durchschnittlich oder bis zu 40.000,- Euro sind wenigstens eine tatsächliche Investition in die Zukunft unseres Staates. Durchaus im Gegensatz zu den billionenschweren Steuerbeträgen die wir unfähigen Managern nachwerfen. Bei den Banken wird das Geld nachweisbar dazu verwendet von Gerichten weltweit verhängte hohe Strafen zu zahlen. 

Eine Art kann durchaus ohne Banken. Ohne Nachwuchs stirbt sie aus. Mag Dir neu sein. War aber schon immer so auf dieser Erde. 

Antwort
von Menuett, 23

Mehr steht ihm nicht zu.


Ja, wenn er dort lebt, muß er sich an die dortigen Regeln halten. Wenn nicht, muß er ausziehen. Und dann hat er keine 120€ Taschengeld mehr...


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