Mein Vater liegt im künstlichen Koma und ich würde gerne wissen, ob es besser ist bei ihm zu sein und seine Hand zu halten, oder nicht zu ihm zu gehen - damit er seine Ruhe hat.

ich würde es für besser halten, zu ihm zu gehen, da noch immer nicht geklärt ist ob koma-patienten etwas merken oder nicht...
Soviel ich weiß kriegen viele Komapatienten mit wenn sie Besuch haben. GEh hin, rede mit ihm, lese ihm schöne NAchrichten aus der ZEitung vor. Aber stresse ihn nicht und rege ihn nicht auf dabei...
Qetan am 30. Juli 2008 22:20 Er ist im künstlichen Koma, da liest man keine Zeitung vor sondern verhält sich ruhig.
Mimi081 am 30. Juli 2008 22:33 Das spielt keine Rolle ob künstlich oder nicht. Es wird nur soweit das Schmerzempfinden heruntergefahren, daß es so wirkt, als ob er schlafe! Sie wird flacher gehalten, als eine tiefe Narkose zur OP, sie wird sogar manchmal soweit hochgefahren, daß der Patient fast aufwacht..
DaSu81 am 30. Juli 2008 22:38 @Mimi081: Endlich... danke auch dir!!!
DaSu81 am 30. Juli 2008 22:34 Nix da ruhig verhalten! Reden und anfassen ist das Wichtigste was der Vater jetzt braucht... auch im künstlichen Koma!
Mimi081 am 30. Juli 2008 22:47 Bitteschön Da Su, weil ich es selber mitbekommen habe, bei meinem Mann. Ich habe ihm Dinge erzählt, zum Teil Schlimme (im künstlichen Koma), die er nicht sonst gewußt hat und ich NIE ihm im Wachzustand gesagt hätte. Er hat mich später danach gefragt, ob es stimmt... Also??

Ich denke es ist ganz wichtig das Du gerade jetzt bei ihm bist! Es ist gut, wenn er spürt das jemand da ist und er nicht allein ist! Steh ihm bei, dann wirst du es später auch nicht bereuen nicht bei ihm gewesen zu sein! Dein Vater wird dir dankbar sein! Ameise
Glimmer am 30. Juli 2008 22:22 DH! Sehr schön ausgedrückt.

Geh zu ihm! Es ist wichtig für Dich und vor allem für Ihn! Es spürt es trotz daß er im künstlichem Koma ist. Erzähle ihm von zu Hause über alles mögliche, lies ihm aus der Zeitung vor. Berühre ihn, halte seine Hand, streichle sein Gesicht, seine Haare, seinen Arm. Hauptsache er hört deine Stimme. Auch die deiner anderen Fammilienmitglieder, die zu ihm dürfen. Es ist wichtig für seine Genesung! Denn die Ohren sind ja nicht verstopft, er hört dich und die Stimme dringt ins Unterbewußtsein. Auch die Nerven spüren die Berührungen. Sag ihm, daß du ihn lieb hast, das ihr ihn braucht usw. Du kannst auch weinen. Beobachte seine Messwerte am Monitor, du wirst sehen, daß sein Puls schneller wird, sobald du mit ihm sprichst. Auch wenn er sich aufregt. Auch mein Mann war 2 Wochen im künstlichen Koma. Er kann mir heute noch sagen, daß er eigentlich nur "mich" wahrgenommen hat. Keine Erinnerung mehr an Ärzte oder Schwestern/Pfleger oder was diese gesagt haben. Aber was ich ihm nachmittags erzählt habe und vor allem, was "ihm" wichtig war (!) ist in seinem Kopf hängengeblieben. Es ist bewiesen, daß Komapatienten etwas mitbekommen... Ich wünsche deinem Vater das Allerbeste und dir viel Kraft, daß Du es durchstehst!! Das wird schon wieder..
>> Das große Problem für mich ist die weite Entfernung. Ich wohne in Stuttgart und er liegt nach einem Autounfall in Koblenz im Krankenhaus. Deswegen bin ich ziemlich hin und her gerissen.
Mimi081 am 30. Juli 2008 22:51 Im Normalfall wird ein Künstliches Koma nicht lange gehalten, wegen möglicher Spätschäden (2-3 Wochen). Wäre es Dir vielleicht möglich ein paar Tage Urlaub zu nehmen? Zumindest das Wochenende für deinen Vater zu reservieren. Deine Mutter, Geschwister?

diese Frage musst du dir selber beantworten,ich wäre aber auf jeden Fall bei meinem Vater.

Geh zu ihm ,halte seine Hand und sprich mit ihm!
Er spürt Deine Nähe und Deine Berührung, das ist wichtig für ihn.
Lieben Gruß,Glimmer

Setz Dich ruhig neben ihn und halte seine Hand. Das stört nicht und gibt Sicherheit.

Es ist eindeutig besser zu ihm zu gehen und seine Hand zu halten! Er bekommt es mit... mit Sicherheit!!! Ich lag selbst vor einigen Jahren im künstlichen Koma... und es hat sich mehr als positiv ausgewirkt, dass sowohl meine Eltern, als auch meine Geschwister und nahe Verwandte (sofern diese auf die IS durften) stets bei mir waren. Ich kann zwar keine komplexen zusammenhänge berichten, jedoch stimmen die angeblichen Vorstellungen zu 80% mit der Realität überein! Es ist auch wichtig, dass jemand mit ihm redet, er bekannte Stimmen, Gerüche hört und fühlt, bringt ihm ruhig etwas von zuhause mit... ein Aftershave, welches er gern benutzt, erzählt ihm von eurem Tag... tut einfach so als läge er nicht im Koma! Berührt ihn und vielleicht könnt ihr ihm ja auch seinen Pyjama mitbringen und anziehen lassen... oder sein Kopfkissen... Musik die er gerne hört...! Alles Gute euch Verwandten... es ist eine schwere Zeit... auch für euch!!!

Also, was ich bis jetzt gelesern habe, deckt sich zum Teil mit eigenen Erfahrungen und zum anderen Teil wird nur Halbwissen geäußert !
Meine Schwester, alleinstehend, d.h. geschieden, wohnte bei uns im Haus in einer eigenen Wohnung, lag 9 Wochen im sogenannten künstlichen Koma.
Ich war zu dieser Zeit fast täglich bei ihr im Krankenhaus auf der Intensivstation und habe mich bei dieser Gelegenheit sehr viel mit Ärzten unterhalten, einer davon ein Freund unseres Hauses.
Den Ausdruck "künstliches Koma" hören die Ärzte gar nicht gerne, weil es das als medizinischen Begriff nicht gibt.
Es ist auch keine Narkose, wie von M.P. behauptet, sondern ein Dämmerzustand zur Schonung der menschlichen Organe unter Mithilfe von schmerzlindernden Mitteln.
Sämtliche Ärzte haben dringend empfohlen, den Patienten zu berühren und mit ihm zu sprechen.
Meine Schwester wollte ihren bevorstehenden 70. Geburtstag groß feiern und hatte schon mit Planung und Vorbereitungen begonnen, was ich dann alles absagen oder stornieren mußte. Womit niemand gerechnet hat, sie hat gelebt bis zu Ihrem Geburtstag, da ist sie in meinem Beisein friedlich eingeschlafen.
Für mich war das ein Beweis, daß sie alles mitbekommen hat, was ich ihr gesagt habe und sämtliche Ärzte haben mich darin bestätigt.
Wow was für eine Geschichte! Ich glaub dass es nicht ganz so schlimm bei meinem Vater ist, ich will ja hin, unbedingt sogar, ich weiß net warum ich es aber nicht alleine mache bzw. schaffe!
Hingehen!!! Vielleicht spürt er ja deine Nähe. Nur der Gedanke daran müsste dich doch glücklich machen in so einer Situation. Wenn du deinen Vater liebst, dann sei für ihn da....denn er hat es auch dein Leben lang für dich getan.

Das muss jeder Einzelne für sich und seinen Verwandten entscheiden. Zum Einen merkt Dein Dad es derzeit eh nicht, ob Du bei ihm bist oder nicht. Auf jeden Fall würde ich zu ihm gehen, wenn man ihn wieder wach macht. Wobei... Ich denke, dann lässt man Dich nicht unbedingt zu ihm. Aber danach kannst Du dann bei ihm sein. Wenn es Deine Zeit ermöglicht, dann gehe aber trotz allem FÜR DICH nochmal zwischendurch hin. Euch alles Gute !
DaSu81 am 30. Juli 2008 22:30 M.P.: wenn sie die Tochter ist... darf sie mit sicherheit zu ihm!!! Jeder des KKH-Personals wird dazu stimmen! Der Vater bekommt es mit... das Bewusstsein ist nicht zu 100% ausgeschaltet!!!
>> Ich werde aufjeden Fall zu ihm gehen, wenn er wieder zurückgeholt wird, das ist keine Frage! Ich weiß nur mit mir hier nichts anzufangen! Ich steh selber voll neben mir!
Pestopappa am 30. Juli 2008 22:56 Mach langsam... Sammele etwas Kraft. Spreche mit Deiner Familie oder einer guten Freundin / Freund und gehe baldig wieder hin und schau, was die Situation macht. Dass man ihn im Koma hält; Es hat mit Sicherheit Gründe der schonung oder des Abnehmens von Kraftresourcen o. ä.
er muss im Koma liegen, damit er die Schmerzen nach der NotOP nicht spürt. Meine Familie sagt zu mir dass es sinnlos ist jetzt zu ihm zu gehen, und alleine den Weg zu machen?? - Ich weiß net, ob ich dazu genügend Kraft habe!
DaSu81 am 30. Juli 2008 23:07 Wenn du nicht genug Kraft hast... ist das völlig verständlich!!! Aber sollte es dir möglich sein: geh zu ihm; er braucht es... und bekommt es auch mit. Berühre ihn, rede mit ihm. Er spürt die schmerzen nicht, aber wenn die medikamente heruntergefahren werden... bekommt er zunehmend mehr mit; die Medikamente werden hoch und runtergefahren um zu sehen, wie er darauf reagiert... ob er es aushält...ob er es schafft. hoch - runter - hoch - runter... und irgendwann... wenn er stabil genug ist... werden sie ausgeschlichen... Viel Kraft und Stärke wünsche ich dir, CoCo86!
Pestopappa am 30. Juli 2008 23:08 Nimm jemanden mit, dem Du traust und gehe den Weg zu Deinem Dad.
Ja das ist ja nur meine Familie, welche aufjedenfall jetzt nicht hinfährt!Das Schlimme für mich ist - ich weiß dass wenn ich im Koma liegen würde, mein Vater um die ganze Welt reisen würde, nur um bei mir zu sein - und ich will auch zu ihm!
Sei bei ihm, sprich mit ihm, lass in vielleicht sogar leise seine Lieblingsmusik hören (Walkman o.ä. unter dem Kopfkissen), aber erkenne auch Deine eigenen Grenzen und mute Dir nicht zu viel zu! Du musst auch selbst bei Kräften bleiben, um für ihn stark sein zu können!

Ich denke auch, das es besser ist bei ihm zu sein, ihn zu berühren und mit ihm zu sprechen! Es weiß keiner ob er es mitbekommt oder nicht, aber wenn er es hört und fühlt, wäre es schlimm wenn du nicht da wärst, ich denke er würde sich freuen!
Hey coco86....
Mir ergeht es gerade genau so wie dir und ich bin mir 100%ig sicher das er dich hören kann. Mein Bruder liegt zuzeit auch im Koma und sein zustand verschlechtert sich immer wieder.
Du kannst nur hoffen und mach dich nicht selber zu sehr fertig, du musst einfach stark bleiben, aber vergiss nicht dass du auch nur ein Mensch bist und du deine Gefühle freien lauf lassen musst. Weine wenn du kannst und lass alles raus. Meine mutter macht das zur zeit nicht. und übergiebt sich nur mehr und kann nichts mehr essen.
Wünsch dir alles gute!!!
hallo geh zu deinem vater mich hat das gleiche schicksal am wochenende erreicht uhnd die ärzte und schwestern sagen auch das wir ihn berühren sollen und besonders düfte würden sie wahrnehmen.sei froh das du hin gehen kannst ich muß leider nur telefonisch kontakt zu meiner mam halten da ich leider weiter weg wohneund es ist blöd einfach nur rumzusitzen und nix zutun.
Künstliches Koma = Ausschalten des Bewustseins durch Narkose. Er merkt NICHTS !
es gibt komapatienten die darüber berichten das sie während der bewußtlosigkeit wahrnehmungen gemacht haben. ob das beim künstlichen genauso ist weis ich nicht, hab keine erfahrung damit...
Du hast ja recht. Das gilt jedoch NICHT für narkotisierte Patienten ( im Jargon "künstl. Koma ).
der geist ist vielleicht narkotisiert. aber berührungen werden doch vielleicht trotzdem wahrgenommen... nicht bewußt...
@cassiopeia78: Berührungen werden wahrgenommen... vielleicht glaubst ja wenigstens du mir !?!
ich glaube dir Da Su!
@M.P=.:JAWOHL!!! Eigene erfahrung!!!
Koma-Patienten fühlen, hören, spüren sehr viel! Zwar nicht alles... aber sie bekommen einen GROßEN TEIL mit. Gerüche, Töne, Berührungen... uvm.; sie können jedoch nicht adäquat reagieren...; es wirkt sich aber positiv auf die Gesundheit/den Zustand aus... wenn man anwesend ist, berührt, redet,...!
Mein Gott begreift doch was M:P. schreibt. Es handelt sich um kein normales Koma sondern der Mann liegt in einer tiefen Narkose, die ihm bewusst von den Ärzten verabreicht wurde. Er merkt gar nichts.
JAWOHL!!! Ich lag selber im künstlichen Koma...!!! Und jetzt versteht ihr es mal: ich rede aus eigener Erfahrung!!!
Da Su hat schon recht, ich habe es so auch von jemand gehört, der in einem künstlichen Koma lag!
Ich bin mir sicher, dass die Menschen unterschiedlich reagieren!
Wer es nicht am eigenen Leib gespürt hat, kann nicht mitreden!
ist ja richtig...
@Miss Marple: Danke dir!!! (und ich weiß wovon ich rede!)
Kinners... Ihr braucht nicht hin und her zu diskutieren... So, wie beschrieben - und so auch meine Reaktion - Es wurden Medikamente verabreicht, die das Aussetzen der gesamten Muskulatur sowie Atmung UND BEWUSSTSEIN zur Folge hat... ER MERKT NICHTS ! Anders wäre es bei einem Wach- oder Tagekoma, einer Bewusstlosigkeit ( Cave: Komastadien bei Google ) ... Da gibt es Wahrnehmungen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Narkose
@M.P.: du hast mit sicherheit recht! aber ich würde trotzdem hingehen, weil ich das GEFÜHL hätte, ihm zu helfen... in ordnung?
So etwas von wunderbar !!! Aber hallo ! !
--DAS IST KEINE NARKOSE -- Das hat sich so im Sprachgebrauch eingebürgert!!
Wenn es geht, halten die Ärzte das künstliche Koma flacher als eine echte Narkose. Dazu gehört es, den Patienten ab und zu fast aufwachen zu lassen. Auf diese Weise bleibt sein Tag und Nacht-Rhythmus einigermaßen erhalten. Der Patient im künstlichen Koma bekommt fast immer etwas aus seiner Umgebung mit. Deshalb gehen Ärzte und Pflegepersonal so mit ihm um, als sei er bei vollem Bewußtsein.