Frage von IvetKatherine, 53

Kündigungsschreiben während Probezeit?

Hallo Zusammen! Ich übe seit zwei Monaten eine geringfügige Beschäftigung (450€- Basis) im Verkauf aus. Vor ca. zwei Wochen hat meine "Chefin" das Gespräch zu mir gesucht und mir mit einer Kündigung gedroht. Die Gründe waren folgende: Mein Aussehen, mein Stimmton und meine angeblich geringe Leistung ..

Was sie an meinem Aussehen auszusetzen hat weiß ich nicht, ich laufe gepflegt und angemessen rum. Sonst wäre ich ja auch kaum eingestellt worden.

Was meine Stimme angeht hat sie sich darüber beschwert, auf welcher Art ich sie um etwas bitte. Sie sagt ich hätte eine 'schüchterne, liebe' Stimme und das das für diesen Job nicht geeignet wäre, wobei ich nicht verstehen kann, was mein Stimmfall mit meiner Leistung zu tun hat?

Und zum Schluss soll ein Kündigungsgrund meine zu schlechte Leistung sein. Sie sagte, wenn ich an der Kasse bin, sei dort eine zu lange Schlange und ich müsse schneller werde. Ich kann zu 100 Prozent sagen, dass ich schnell genug bin und ich schneller gar nicht mehr werde kann. Dazu kommt es, dass wir teilweise 6 Mitarbeiterinnen in einem sehr kleinen Geschäft sind und alle 5 Mitarbeiter eine Raucherpause machen, während ich ganz alleine in einem mit furchtbar vielen Kunden gefülltem Geschäft stehe und drei bis vier Aufgaben (auch die Aufgaben der anderen, während die genüsslich Pause machen) übernehmen muss und ich nicht verhindern kann, dass dann eine etwas längere Schlange an der Kasse entsteht.

Nach diesem Gespräch habe ich gemerkt, dass meine Chefin ein eher persönliches Problem mit mir hat, denn nachdem ich meine Mitarbeiterinnen, mit denen ich mich super verstehe, nach deren Meinungen gefragt habe, da sagte jeder einzelne, dass meine Leistung hervorragend sei, ich angemessen - zugeknöpft bis oben - angezogen sei und ich absolut nichts gegen meine Stimme kann.

Nun stehe ich furchtbar unter Druck, kriege bei jeder Kleinigkeit einen Nervenzusammenbruch, weil ich denke, ich könnte sofort gekündigt werden und ich möchte auch nicht mit Magenschmerzen zur Arbeit gehen oder glauben, sobald meine Probezeit zuende ist, ist es auch meine Tätigkeit in diesem Betrieb. Aus diesem Grund habe ich mich nach einem neuen Job umgeschaut und auch einen gefunden. Jetzt muss ich eine Kündigung schreiben und wollte euch fragen, wie man eine Kündigung schreibt, was genau drin stehen muss und wie es danach weitergeht. In meinem Vertrag steht, dass ich eine Kündigungsfrist von zwei Wochen habe, was genau bedeutet das? Und wie sieht es mit dem Gehalt aus?

Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten und liebe Grüße

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, Arbeitsrecht, Kündigung, 18

wie man eine Kündigung schreibt, was genau drin stehen muss und wie es danach weitergeht.

Du kannst mit der Frist von 14 Tagen zu jedem beliebigen Termin kündigen. Die Kündigungsfrist fängt einen Tag nachdem der Arbeitgeber die Kündigung erhalten hat an zu laufen.

In die Kündigung brauchst Du nicht viel zu schreiben es reicht z.B.:

"Sehr geehrte.....hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis vom ....fristgemäß zum.....MfG...."

Wenn Du noch keinen Urlaub hattest, kannst Du den Freizeitausgleich dafür gleich beantragen. Dir steht für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses 1/12 des vereinbarten Jahresurlaubs zu.

Wenn Du die Kündigung abgibst, lass Dir den Erhalt auf einer Kopie des Schreibens bestätigen.

Danach hast Du noch zwei Wochen zu arbeiten, es sei denn, Du bekommst noch Freizeit von Urlaubsansprüchen. Bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses musst Du dann auch bezahlt werden.

Kommentar von IvetKatherine ,

Ich hatte in den zwei Monaten, die ich dort gearbeitet habe, noch keinen Urlaub. Also könnte ich den für die nächsten zwei Wochen beantragen oder wie genau meinst du das ? 

Kommentar von Hexle2 ,

Ich kenne Deinen Urlaubsanspruch nicht, Du hast aber auf jeden Fall für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses einen Urlaubsanspruch von 1/12 des vereinbarten Jahresurlaubs.

Wenn Du z.B. an zwei Tagen/Woche arbeitest, stehen Dir lt. Bundesurlaubsgesetz 8 Tage Mindesturlaub/Jahr (vier Wochen) zu. Gibt es in der Firma mehr Urlaub, steht dieser Dir auch zu.

Bei dem o.g. Beispiel hättest Du für zwei Monate einen Urlaubsanspruch von 1,33 Tagen.

Antwort
von softie1962, 17

Soviel ich weiß können beide Seiten während der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen. Gehalt wird tagesgenau abgerechnet. Urlaubsanspruch nicht vergessen.

Du musst ja in der Kündigung angeben zu welchem Termin du kündigst. Die Kündigungsfrist sagt, welches Datum das frühestens sein kann. Gibst du also morgen die Kündigung ab, wird der Vertrag zum 16. beendet.

Kommentar von fiwaldi ,

Exakt beschrieben!

Antwort
von DerDudude, 18

Die angeführten Gründe sind, sofern die Situation ist, wie beschrieben, nicht wirksam.

Aussehen und Stimme kann man zwar bemängeln und sich wünschen es wäre anders, aber dafür eine Kündigung auszusprechen ist ziemlich diskriminierend.

Zu geringe Leistung kann ich mir auch nicht vorstellen. Hatte das auch mal erlebt bei einer Freundin in einem kleinen Laden, in dem zu Spitzenzeiten maximal 5 Leute waren.

Es musste sowohl Kassiert, als auch Kunden beraten und Sachen aus dem Lager hin und her geschleppt werden etc.

Sie als einzige die nicht rauchte, war immer am machen und tun und hat einen oben drauf bekommen, weil Schlange zu lang, Kunden hilflos im Laden und Sachen nicht ausgepackt. Und das alles während die hilfreichen Kollegen zu 4. draußen standen und quasi nur gequalmt haben.

Wenn die Cheffin das trotz Hinweisen darauf nicht einsieht, dann tut mir das leid für sie, aber ich würde mir das nicht gefallen lassen und meine Arbeitskraft woanders anbieten.

Kündigungsfrist von zwei Wochen heißt in der Regel, dass du nach der Kündigung noch zwei Wochen das Recht hast, im Laden weiter zu arbeiten. Dieses Recht steht auf der anderen Seite auch dem Laden zu und ist somit eigentlich deine Pflicht, dass du noch zwei Wochen weitermachst.

Wenn deine Cheffin aber sowieso überlegt hat, dich zu kündigen, dann kannst du ihr auch einfach die Kündigung in die Hand drücken und sagen, dass du nicht mehr dort arbeiten willst. Wie es sich liest, sollte sie da nichts gegen sagen.

Die Bezahlung für die verrichtete Arbeit muss sie natürlich auszahlen. Wenn du nicht gerade am Ende des Monats gegangen bist, dann Anteilig.

Kommentar von fiwaldi ,

dass du nach der Kündigung noch zwei Wochen das Recht hast, im Laden weiter zu arbeiten

Nee, der Arbeitgeber kann sie sogar sofort aus dem Haus jagen, nur das Geld und Sozialabgaben laufen weiter und .. welch Witz, sie darf erst nach 2 Wochen woanders bei einer Stelle anfangen.

Letzteres wird aber beim Arbeitsgericht meist so entschieden, dass die Zahlungen des alten Arbeitgebers aufhören

Kommentar von DerDudude ,

Sorry.

Und danke fürs berichtigen. Ist immer wichtig. *thumbs

Kommentar von Familiengerd ,

Nee, der Arbeitgeber kann sie sogar sofort aus dem Haus jagen

Nein! Da bist Du völlig im Irrtum!

Freistellen darf der Arbeitgeber - da der Arbeitnehmer ein Recht auf Arbeit hat - nur, wenn es vertraglich so vereinbart wurde oder wenn der Arbeitgeber ein nachweisbares berechtigtes Interesse daran hat, dass der Arbeitnehmer während der Kündigungsfrist nicht mehr arbeitet, also freigestellt wird.

Letzteres wird aber beim Arbeitsgericht meist so entschieden, dass die Zahlungen des alten Arbeitgebers aufhören

Was meinst Du damit? Was soll hier "Letzteres" sein?

Klar hören die "Zahlungen des alten Arbeitgebers" auf, wenn das Arbeitsverhältnis beendet wird - da braucht es keine Entscheidung eines Arbeitsgerichts.

Antwort
von Unanonym567, 29

Kündigungsfrist zwei Wochen bedeitet du musst noch zwei Wochen dort arbeiten.

Schreib, dass du unter Druck standest wegen der Chefin, mach klar, dass du es schade findest, dass sie so oberflächlich o.ä. ist.

Super, dass du schon den neuen Job hast :)

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