Frage von samz23, 63

Ist das Kündigungsschreiben gültig?

Ich hab am 01.09.2015 mit meiner Ausbildung begonnen, aber hatte am 04.09 einen Arbeitsunfall und war dann ab 06.09 erst mal krankgeschrieben. Obwohl meine Verletzung längst noch nicht auskuriert war bin ich am 12.10 wieder arbeiten gegangen. Am 13.10 wurde ich dann von meiner Chefin und meiner Ausbilderin nach Hause geschickt, aber hatte davor noch ein gutes Gespräch mit beiden, wo sie meinten das ich erst mal richtig gesund werden soll und ich mir keine Sorgen machen muss das ich meinen Ausbildungsplatz verliere. Ab heute wäre ich eigentlich wieder arbeiten gegangen,aber gestern kam meine Kündigung nun als Einschreiben. Indem Kündigungsschreiben wird nun die Kündigungsfrist nicht eingehalten, es wurde am 30.10 angeblich geschrieben und im Briefkopf steht mein Name zwar richtig ,aber ab dann schreiben sie ihn falsch. Ist das Kündigungsschreiben nun gültig oder nicht??

Antwort
von DarthMario72, 41

Bei einer Ausbildung gelten andere "Spielregeln" wie bei einem normalen Beschäftigungsverhältnis.

Zuerst müsste man wissen, ob du dich noch in der Probezeit befindest. Wenn ja, kann jederzeit ohne Einhalten einer Frist und ohne Angabe eines Grundes gekündigt werden (§ 22 BBiG). Wichtig ist dabei nicht, wann die Kündigung geschrieben oder abgeschickt wurde, sondern wann sie zugegangen ist.

Nach der Probezeit ist eine Kündigung durch den AG nur noch aus wichtigem Grund möglich, den sehe ich hier aber nicht.

Antwort
von conelke, 41

Du hattest einen Arbeitsunfall und bekommst nun die Kündigung. Das ist ja wohl das Allerletzte!!! Ich denke abgesehen von formalen Fehlern kann die Kündigung nicht rechtens sein. Mit welcher Begründung wird Dir gekündigt? Du kannst ja nichts falsch gemacht haben, da Du die ganze Zeit krank geschrieben warst. Ich würde mich an Deiner Stelle auf jeden Fall mal mit Deiner zuständigen Kammer in Verbindung setzen und die Situation schildern. Was die da mit Dir machen, geht gar nicht!!!

Kommentar von Familiengerd ,

Es handelt sich aber um ein Ausbildungsverhältnis und nicht um ein Arbeitsverhältnis - siehe Kommentar zu SiViHa72 oder  MarAm276!

Dass das menschlich "unter aller S**" ist - vor allem nach der Aussage, sich keine sorgen zu machen, ist eine andere Frage, rechtlich aber irrelevant!

Kommentar von DarthMario72 ,

Frage nicht richtig gelesen? Es handelt sich um eine Ausbildung!

Antwort
von MarAm276, 63

Da es ein Einschreiben war kann man nachweisen, wann der Brief abgesendet wurde und dass wohl der 30.10. nicht stimmt.

Da musst du dich wohl rechtlich beraten lassen. Für mich klingt das nach einer nicht korrekten Kündigung.

Ist der Arbeitsvertrag unbefristet und die Probezeit auf bis zu sechs Monate festgelegt, beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen. Dabei muss die Kündigung auch nicht zum Ende des Monats oder zum 15. des Monats erfolgen. In diesem Fall endet das Arbeitsverhältnis auf den Tag genau zwei Wochen nach der Kündigung.  Dauert die Probezeit länger als sechs Monate, verlängert sich die Kündigungsfrist von zwei auf vier Wochen.

Kommentar von SiViHa72 ,

Acu bei einem befristeten Vertrag gelten diese Fristen für die Kündigung, falls nichts anderes verschriftlicht wurde.

Kommentar von Familiengerd ,

Es handelt sich aber um ein Ausbildungsverhältnis und nicht um ein Arbeitsverhältnis!

Darum ist - nach deutschem Recht - innerhalb der Probezeit von mindestens 1 Monat und höchstens 4 Monaten die fristlose Kündigung (als "Normalfall") nach dem Berufsbildungsgesetz BBiG § 22 Abs. 1 vorgesehen!

Kommentar von DarthMario72 ,

Frage nicht richtig gelesen? Es handelt sich um eine Ausbildung!

Kommentar von MarAm276 ,

Kündigung in der Probezeit
Die Probezeit wird im Berufsausbildungsvertrag vereinbart. Sie muss mindestens einen Monat und darf nicht mehr als vier Monate betragen. Wie der Name schon sagt, dient sie der Erprobung des Ausbildungsverhältnisses. Dementsprechend ist die Kündigungsmöglichkeit in der Probezeit stark erleichtert. Innerhalb der vereinbarten Probezeit kann jederzeit, ohne Einhaltung einer Frist und ohne besonderen Kündigungsgrund beiderseitig gekündigt werden. Zu beachten ist aber das Maßregelungsverbot: Danach darf seitens des Arbeitgebers nicht schon deshalb gekündigt werden, weil der Auszubildende die ihm zustehenden Rechte ausübt, also z.B. auf die Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes hinweist.
Weiter ist zu beachten:

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Sie muss dem Kündigungsempfänger noch vor Ende der Probezeit zugegangen sein. Kündigt der minderjährige Auszubildende, so benötigt er die vorherige Einwilligung des gesetzlichen Vertreters. Kündigt der Betrieb einem minderjährigem Auszubildenden, so muss die Kündigungserklärung gegenüber dem gesetzlichen Vertreter abgegeben werden. Die Kündigung während der Probezeit führt grundsätzlich nicht zu Schadenersatzansprüchen. Auch die Kündigung während der Probezeit darf nicht gegen ein gesetzliches Verbot verstoßen, z.B. gegen den besonderen Kündigungsschutz nach dem Mutterschutzgesetz, im Erziehungsurlaub, etc.

Kommentar von DarthMario72 ,

Zitate sollte man kenntlich machen...

Kommentar von Familiengerd ,

Zitate sollte man kenntlich machen...

... selbst wenn sie inzwischen überflüssig geworden sind. ;-)

Antwort
von FrauStressfrei, 25

Ich dachte immer die ersten 28 Tage kann man sich nicht krankschreiben lassen? Auf jeden Fall bist du zum 15.11 gekündigt, was denn auch korrekt ist.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ich dachte immer die ersten 28 Tage kann man sich nicht krankschreiben lassen? 

Woher hast du denn den Unfug? Selbstverständlich kann man, man hat dann nur keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Auf jeden Fall bist du zum 15.11 gekündigt, was denn auch korrekt ist.

Das ist falsch. Auch du hast die Frage offenbar nicht richtig gelesen. Es handelt sich um ein Ausbildungsverhältnis. Da gibt es in der Probezeit keine Kündigungsfrist.

Antwort
von SiViHa72, 63

Fristen haben eingehalten zu werden, Daten haben richtig geschrieben zu werden.

Am besten wendest Du Dich an einen Anwalt.

Gekündigt werden kann man in Probezeit jederzeit fristgerecht ohne Angabe von Gründen. Und generell kann man auch während Arbeitsunfähigkeit krankgeschrieben werden..
Aber Fristen und Co müssen stimmen


Vielleicht kann auch Deine ausbildende Kammer (IHK oder HWK) Dir Tipps geben?

Kümmer Dich zügig drum!

Loswerden wollen sie Dich, ggf, ändern sie die Kündigung korrekt zu einem späteren Datum ab.


Kommentar von Familiengerd ,

Es handelt sich aber um ein Ausbildungsverhältnis und nicht um ein Arbeitsverhältnis!

Darum ist - nach deutschem Recht - innerhalb der Probezeit von mindestens 1 Monat und höchstens 4 Monaten die fristlose Kündigung (als "Normalfall") nach dem Berufsbildungsgesetz BBiG § 22 Abs. 1 vorgesehen!

Da können dann auch Anwalt, IHK oder HWK nicht weiterhelfen, wenn die Probezeit noch nicht beendet ist!

Kommentar von DarthMario72 ,

Frage nicht richtig gelesen? Es handelt sich um eine Ausbildung!

Antwort
von Rockuser, 55

Ja, ist es. Dadurch das Du in der Probezeit bist, gibt es auch keine Kündigungsfrist.

Kommentar von SiViHa72 ,

Ist es nicht. Frist falsch ist ein Fehler,der diese Kündigung erst einmal ungültig macht- man muss sich jetzt aber wehren. Eine stimmige Kündigung wird nachkommen, so viel ist klar.

Kommentar von Rockuser ,

Schau mal hier unter Kündigung und Probezeit. In der Ausbildung gibt es keine Kündigungsfrist in der Probezeit.

http://www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/probezeit-in-der-ausbildung.htm...

Kommentar von DarthMario72 ,

@SiVaHa72: Frage nicht richtig gelesen? Es handelt sich um eine Ausbildung!

Kommentar von Familiengerd ,

@ SiViHa72:

Mal abgesehen davon, dass das mit der Frist hier irrelevant ist, weil es sich um ein Ausbildungsverhältnis noch in der Probezeit handelt:

Frist falsch ist ein Fehler,der diese Kündigung erst einmal ungültig macht

Auch mit falscher Frist ist eine Kündigung (leider) nicht ungültig!

Jede Kündigung - gleichgültig wie fehlerhaft sie formal und(oder inhaltlich sein mag - ist "gültig" (also wird rechtswirksam zum genannten Termin), wenn nicht gegen sie geklagt wird!!


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