Frage von aramaki2x, 64

Kündigungsmail und Kündigungsfrist?

Liebe Leute!

Vor einer Woche habe ich angefangen auf geringfügig bei einem Kettenladen als Aushilfe zu arbeiten. Jedoch, die Atmosphäre ist schlecht, die Organisation ist schrecklich und der Chef ist einfach no go. Deswegen mag ich bei dieser Firma nicht bleiben und ich will kündigen.

In dem Vorstellungsgespräch habe ich gemeint, ich mag länger als ein Jahr bei dieser Firma bleiben (ich habe nichts unterschrieben oder so) aber jetzt brauche ich eine gute (neutrale) Ausrede, warum ich bei ihnen nicht mehr arbeiten mag. Hat jemand vielleicht einen Vorschlag??

Und weiß jemand wie es mit der Kündigungsfrist ausschaut? I habe noch immer keinen Vertrag bekommen (sie sollten ihn mir per post schicken), aber das ist mein erster Monat: Kündigungsfrist (wenn es sie gibt) sollte nicht länger als eine Woche sein? Oder?

DANKE!!

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, Arbeitsrecht, Kündigung, 41

Da Du keinen Arbeitsvertrag mit einer vereinbarten Kündigungsfrist/Probezeit hast, gilt für Dich die Kündigungsfrist nach § 622 BGB und die beträgt vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats.

Eine kürzere Kündigungsfrist kann es nur geben, wenn ein entsprechender Tarifvertrag Anwendung findet.

Wenn Du gar nicht mehr hin willst, frag nach einem Aufhebungsvertrag. Der kann zu jedem beliebigen Termin abgeschlossen werden.

Kündigungen müssen immer schriftlich erfolgen. Die elektronische Form (E-Mail, Fax, SMS....) ist ausgeschlossen

Kommentar von aramaki2x ,

hey!

die sache ist, ich weiß nicht ob ich einen Kündigungsfrist/Probezeit habe, weil ich noch immer keinen Vertrag bekommen habe (der sollte noch an mir per post geschickt werden).
muss ich gründe für einen Aughebungsvertrag haben?

danke!

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn Du schon gearbeitet hast, hast Du auch einen Arbeitsvertrag. Der ist zwar "nur" mündlich aber wirksam.

Eine Probezeit kannst Du dann nicht haben, weil eben keine vereinbart ist.

Für den Aufhebungsvertrag sagst Du Deinem Arbeitgeber, dass Du so schnell wie möglich aufhören willst und fragst ihn, ob das möglich ist.

Lehnt er ab, musst Du unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigen. Einen Kündigungsgrund brauchst Du nicht anzugeben.

Antwort
von Sternschnuppe40, 34

Du bist doch noch in der Probezeit kannst ohne Grund kündigen hast du ne Kopie davon ? 

Probezeit müsste zwei Wochen Kündigungsfrist sein,schick es ins Büro die Kündigung auf keinen Fall per Mail .

Kommentar von Hexle2 ,

hast du ne Kopie davon ? 

Steht doch in der Frage, dass es noch keinen schriftlichen Arbeitsvertrag gibt.

Antwort
von Parhalia, 21

Bezüglich der Kündigungsfrist wirst Du zunächst mal auf den Zugang des schriftlichen Arbeitsvertrages warten müssen, da die dort benannten Kündigungsfristen und eine etwaige Probezeitregelung zunächst mal bekannt sein müssten.

Gibt es eine Probezeitregelung, so könntest Du laut gesetzlichen Vorgaben schriftlich ( auf einem Blatt Papier und nicht per Mail ) binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen kündigen.

Gibt es keine Probezeitregelung, so beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist 4 Wochen zum 15. oder letzten eines Monats bei unbefristeten Verträgen. Bei befristeten Verträgen ohne Sonderklausel für Kündigungsmöglichkeiten ist leider keine "ordentliche Kündigung" bis zum regulären Vertragsende möglich.

Du kannst aber mal auf Verdacht folgenden Text verfassen :

   "                                                            Ort , Datum

 Betr.:                               Kündigung des Arbeitsverhältnisses

Sehr geehrte(r)....

Hiermit möchte ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis als [ Berufsbezeichnung ] bei Ihnen fristgerecht in der Probezeit fristgerecht zum 15. November kündigen.

Hilfsweise kündige ich zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Mit freundlichen Grüssen...." 

Mehr braucht es nicht und das gibst Du morgen im Laden bei Deinem Vorgesetzten ab. Wenn Du es per Post zum Hauptsitz der Ladenkette schicken musst, so plane in den 14 Tagen Kündigungsfrist mindestens noch 3-5 Tage Postversand ein ( also entsprechend zum 18. bis 20. kündigen ) und versende es als "Einwurfeinschreiben". 

Kommentar von aramaki2x ,

Danke für die Hilfe!

nur eine frage:

"Bei befristeten Verträgen ohne Sonderklausel für Kündigungsmöglichkeiten
ist leider keine "ordentliche Kündigung" bis zum regulären Vertragsende
möglich."

was heißt das genau? heißt dass, wenn mein erster vertrag auf sechs monaten befristet wird, kann ich vor ablauf dieser 6 monaten nicht kündigen? so lange kann ich da nicht beliben!

Kommentar von Parhalia ,

Das bedeutet so viel, dass Du dann keine Möglichkeit für eine "einseitige, ordentliche" ( fristgerechte ) Kündigung hättest. Da bliebe dann nur eine Kündigung " im beiderseitigen Einvernehmen " . ( Aufhebungsvertrag )

Bei einem Aufhebungsvertrag stimmen beide Seiten ( AG und AN ) der Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses zu. Gesetzliche Mindestfristen gibt es dabei nicht und somit kann das Vertragsende zwischen AG und AN frei ausgehandelt werden.

Kommentar von Ernsterwin ,

"Bezüglich der Kündigungsfrist wirst Du zunächst mal auf den Zugang des schriftlichen Arbeitsvertrages warten müssen,..."

Das ist nicht nötig, denn mit dem ersten Arbeitstag hat das Arbeitsverhältnis begonnen und ein mündlicher Vertrag ist genauso gültig wie ein schriftlicher.

Allerdings kann eine Probezeit nur schriftlich vereinbart werden. Da dies nicht erfolgte, gibt es keine Probezeit.

Deshalb gilt die normale gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitnehmer von 4 Wochen zum 15. oder Ende des Monats - siehe auch http://www.gesetze-ganz-einfach.de/kuendigungsfristen-bei-arbeitsverhaeltnissen/

Kommentar von Parhalia ,

So habe ich es doch geschrieben. Den Vorschlag mit dem genannten Textbeispiel erwähnte ich zudem eher als "Verdachtsmodell". Sie ist nicht "schädlich", aber KÖNNTE bereits vom AG akzeptiert werden, wenn im schriftlichen Arbeitsvertrag eine Probezeitregelung enthalten WÄRE. ( auch wenn er dem TE noch nicht vorliegt )

Zudem ist im Textvorschlag auch noch der Passus "....hilfsweise kündige ich zum nächstmöglichen Zeitpunkt ... " als Abschluss enthalten.

Mit etwas Glück wird diese Kündigung dann schon vom AG anerkannt ( evtl. sogar zu verkürzten PZ-Fristen ) und der / die TE hat ein paar Tage dadurch "gewonnen" .

Antwort
von anitari, 34

Kündigung per Mail oder in anderer nicht schriftlicher Form wäre unwirksam.

Antwort
von therparf, 36

Eine gute Ausrede,da fällt mir nichts ein ich würde wäre ich Du einfach die Wahrheit sagen,da es dir nichts bringt wenn du ihn anlügst.Und er kann dir auch nichts sagen wie du musst 1Jahr arbeiten,da du ja nichts unterschrieben hast! Liebe Grüße Therparf^^

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community