Frage von hmmmmm45, 14

Wie läuft die Kündigungsfrist ab?

Angenommen man bezieht Arbeitslosengeld (Geld für Wohnung + 400 Euro zum leben) und man möchte in eine andere Stadt umziehen um dort später berufstätig zu werden. Wie läuft das ab mit der Kündigungsfrist von 3 Monaten? Miete für 2 Wohnungen zahlen wird natürlich nicht funktionieren. Ich weiß bisher, dass das Amt der jeweiligen Stadt für die neue Wohnung aufkommt, Kaution und Erstausstattung (Falls angemessen) auch bezahlt, nur ich weiß absolut nicht was ich mit der Kündigungsfrist machen soll. Bisher konnten mir Ämter nichts dazu sagen. Bitte um ausführliche Erklärung, vielen Dank!

Antwort
von EstherNele, 10

Reihenfolge ist wie folgt:

Umzug bei altem JC beantragen (bzw. eine Übernahme der entstehenden Kosten). Altes JC entscheidet, ob Umzug nötig ist. So lange es sich nicht um Familienzusammenzug handelt oder du ein konkretes Jobangebot hast, wird das wohl auf eine Ablehnung hinauslaufen. 

um dort später berufstätig zu werden.  



ist definitiv etwas zu vage, um auf so eine unbestimmte Vorstellung hin (vor allem zeitlich unbestimmt) sich vom Amt einen Umzug bezahlen zu lassen.

Wenn Amt zustimmt, dann in der neuen Stadt Wohnung suchen, mit einem Wohnungsangebot (nicht abgeschlossenen Vertrag) zum JC in der neuen Stadt und sich bescheinigen lassen, dass die Miete (für dortige Verhältnisse angemessen ist.

Diese Bescheinigung dem alten JC vorlegen. Umzug planen und rechtzeitig dem alten JC bekanntgeben. Die übernehmen noch für einen Monat deine Regelleistung und die Miete am neuen Wohnort. Grund ist, dass du erst mal umziehen musst, dich dann polizeilich anmelden und dann kannst du erst einen Antrag am neuen Wohnort stellen (der sicher auch ein paar Tage in der Bearbeitung dauert). Um zu verhindern, dass Leuten dadurch Leistungstage verloren gehen oder sie ohne Geld dastehen.

Deine Frage nach der Kündigungsfrist - du kannst dir am besten eine Wohnung zum Zeitpunkt X am neuen Ort anmieten, wenn der Zeitpunkt noch mindestens drei Monate in der Zukunft liegt. Oder du kündigst deine alte Wohnung und verlässt dich drauf, dass du in dem Zeitraum schon eine Wohnung am neuen Ort finden wirst. 
Oder dein Vermieter sichert dir zu, dass er deine alte Wohnung ohnehin nicht sofort weitervermietet (bekommt) und du notfalls das Mietverhältnis um einen oder zwei Monate überziehen kannst.

Alles aber Varianten mit ziemlich vielen Unwägbarkeiten.

Miete bekommst du definitiv nur für eine Wohnung, da wird nichts anderes gehen. Das wird man einfach deinem Organisationstalent überlassen, dass du das anders getimt bekommst. Du kannst ja auch zum 15. eines Monates kündigen und den neuen Mietvertrag zum 01. davor begonnen haben, dann überschneiden sich beide Mieten nur um einen halben Monat.

Kaution: wird ein u .U. Behörden-Hickhack, wenn du Pech hast.

Die einen wollen oft kein Darlehen dafür geben, weil du ja aus ihren regionalen Zuständigkeitsbereich wegziehst und dann sind sie darauf angewiesen, dass du freiwillig das Darlehen für die Kaution zurückzahlst. Normalerweise wird das monatlich mit der Regelleistung verrechnet.

Das neue JC zahlt aber überhaupt erst, wenn du bereits umgezogen bist, dich polizeilich dort angemeldet hast und einen Antrag (kompletter Neuantrag) gestellt hast. Da bist du aber schon ein paar Tage in deiner neuen Wohnung drin.

Eine Möglichkeit: borg dir das Geld bei Freunden oder in der Familie und mach eine schriftliche Vereinbarung, dass dieses Geld zweckgebunden ist und zwar ausschließlich für eine Kautionszahlung und dass du den Betrag in Raten von ... zurückzahlst. Damit umgehst du, dass das JC dir das Darlehen als Einkommen anrechnet.

Selbst wenn die Familie dir Geld schenkt dafür - alles über geschenkte 50 € wird angerechnet. Also egal wie - am besten immer ein "Darlehen" draus machen und schriftliche und ganz eindeutige Rückzahlungsvereinbarung.

Erstausstattung:
Normalerweise geht man davon aus, dass du in deiner vorherigen Wohnung schon ausgestattet warst. Dinge, welche kaputt gehen, müssen aus dem Regelsatz bezahlt werden - da gibt es auch bei Umzug keinen Ersatz.
(Das heißt ja nicht umsonst Erstausstattung).

Dinge, die man in einer neuen Wohnung nicht wieder verwenden kann (zum Beispiel textile Bodenbeläge), werden ohnehin auch bei einer Erstausstattung nur übernommen, wenn ein kleines Kind im Haushalt lebt.

Wenn du also den Umzug nicht als notwendig eingestuft bekommst (und das sehe ich noch nicht), dann braucht es wirklich ein gutes Timing und organisatorisches Geschick, dass dir die Kosten nicht über den Kopf wachsen.

Also alles Gute für dein Vorhaben

Antwort
von DerHans, 13

Das funktioniert sowieso nur, wenn du wegen eines konkreten Stellenangebot den Wohnort wechseln musst. Nur weil du GLAUBST, anderswo eine bessere Chance auf Arbeit hast, zahlt dir niemand die Kosten.

Kommentar von hmmmmm45 ,

Vielen Dank für die Antwort. Ich habe tatsächlich bessere Chancen in der Stadt, in die ich auch ziehen möchte (mehr Stellenangebote für meine Berufsrichtung). Dennoch beantwortet es leider nicht meine Frage wie ich die ggf. doppelte Miete zahlen kann oder ob das übernommen werden kann oder sonst wie.

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