Frage von Jimbomaster, 60

Kündigungsfrist. Arbeitsvertrag oder Betriebszugehörigkeit?

Hallo,

kurze Frage: Evtl. möchte ich bei meinem Unternehmen kündigen. Meine Betriebszugehörigkeit beträgt 13 Jahre. Im meinem Arbeitsvertrag steht (letzter Vertrag von 2014):

"es gibt eine beiderseitige Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende. Sollten sich die Fristen aufgrund von zwingend gesetzlicher oder tariflicher Vorschriften ändern, so gelten diese Fristen für beide Vertragspartner."

Heißt das nun ich habe eine Frist von einem Monat oder aufgrund der langen Betriebszugehörigkeit eine längere Frist?

Ich freue mich auf Eure Hilfe :)

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 39

Ich vermute mal, es kommt ein Tarifvertrag zur Anwendung. Ist dies der Fall, gelten die Kündigungsfristen im Tarifvertrag. 

 Sollten sich die Kündigungsfristen auf den § 622 BGB beziehen, hast Du die gleiche Kündigungsfrist wie Dein AG und das sind in diesem Fall fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Antwort
von Jimbomaster, 24

Sollte jemand Ahnung von den Tarifveträgen haben, ich arbeite im Großhandel in Niedersachsen :)

Kommentar von Hexle2 ,

Gilt bei Dir ein Tarifvertrag? Wenn ja, welcher?

Dein Arbeitgeber ist verpflichtet den angewendeten Tarifvertrag für die Arbeitnehmer zugänglich zu machen.

Wenn es einen Betriebsrat gibt, frag dort mal nach, ansonsten wendest Du Dich an die Personalabteilung.

Antwort
von noname68, 37

längere fristen im gesetz sollen den arbeitnehmer vor "schnellen" arbeitgeber-kündigungen schützen. hier kannst du die beidseitigen fristen für deine eigene kündigung gefahrlos anwenden.

Kommentar von Familiengerd ,

hier kannst du die beidseitigen fristen für deine eigene kündigung gefahrlos anwenden.

Welche "beiderseitigen Fristen" meinst du denn jetzt? Die von einem Monat oder die aufgrund von Vorschriften geänderten??

Antwort
von tapri, 31

seit 2014 gab es diesbzgl. keine Änderungen also bleibt es bei 1 Monat zum Monatsende.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist falsch!

Wenn es einen Tarifvertrag gibt, so wurde mit der Klausel auf diesen verweisen und es gelten die tarifvertraglichen Fristen.

Ohne Tarifvertragsanwendung gelten die gesetzlichen Fristen. Und hier ist aufgrund der Klausel vereinbart, dass auch für den Arbeitnehmer die aufgrund der Dauer der Betriebszugehörigkeit für den Arbeitgeber anzuwendenden Fristen gelten sollen.

Die arbeitsvertragliche Verlängerung der Kündigungsfrist auch für den Arbeitnehmer ist erlaubt, sofern sie nicht länger ist als die Frist für den Arbeitgeber (Bürgerliches Gesetzbuch BGB § 622 "Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen" Abs. 5 Satz 3).

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