Frage von condygirl, 53

Kündigung Zurückgenommen: Was kann ich tun?

Hallo, ich habe eine Frage zu meiner derzeitigen Arbeitssituation. Seit dem 16.11.2015 arbeite ich Vollzeit/173Std bei einem Getränkehandel, vor einigen Wochen hatte ich eine Auseinandersetzung mit meinem Bezirksleiter, er versprach damals beim Bewerbungsgespräch eine Lohnerhöhung nach 6 Monaten. Nach 6 Monaten sprach ich Ihn immer wieder darauf an doch er redete sich immer raus das er gerade keine Zeit hätte, irgendwann kam es dann schließlich zu einem Gespräch. Plötzlich aus der Traum, Ausreden über Ausreden ... letzendlich ging diese Disskusion nicht grade schön aus, er meinte am Ende sogar ich kann ja Kündigen und einfach gehen. Im Vertrag steht natürlich das mündliche Vereinbarungen nicht rechtens sind ... das musste ich so natürlich hin nehmen. Ende Juni erhielt ich dann die Kündigung. Natürlich war ich beim Arbeitsgericht ... die Kündigung ist unwirksam da kein Kündigungsgrund besteht und das Arbeitsverhältnis befristet ist bis zum 31.10.2016, ich erhob Klage, der Gerichtstermin ist am 29.07.2016 Gestern erhielt ich ein Schreiben in dem Stand das Sie die Kündigung nun zurück ziehen und das befristete Arbeitsverhältnis weitergeführt wird.

Meine Frage nun, muss ich dem Zustimmen? Inwiefern kann ich da noch was unternehmen? Ich möchte ja auch keine 3 Monatssperre beim Arbeitsamt. Eigentlich war mein Ziel einfach nur meine 21Urlaubstage und 66Überstunden ausgezahlt zu bekommen. Ich habe bereits mit meiner Chefin telefoniert und Sie war der Meinung das ich jetzt sicherlich ständig in andere Filialen geschickt werde, das heißt zusätzliche Kosten kommen auf mich zu da ich kein Auto habe. Ich werde bis zum Auslauf meines Vertrages quasi nur noch die "Drecksarbeit" machen müssen. Dazu kommt noch das ich bisher noch nie vor Gericht war und nichtmal weiß wie das alles Abläuft und was ich da genau machen muss. Gibt es überhaupt noch eine Lösung oder habe ich Pech gehabt?

Gruß Kathrin

Antwort
von Ernsterwin, 11

Deine Klage war berechtigt - nur so konntest Du Deine Ansprüche sichern, eine Ruhe- oder Sperrzeit beim Arbeitslosengeld vermeiden (siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-und-arbeitslosengeld.html ). Dass Dein Arbeitgeber in jedem Fall verpflichtet gewesen wäre, Lohn bis zum Kündigungstermin und Überstunden zu bezahlen sowie den Urlaub zu gewähren, sagt sich leicht dahin. Wahrscheinlich hättest Du dem ewig nachlaufen und es letztlich auch wieder nur auf dem Klageweg durchsetzen können.

Nun hast Du erst einmal Dein Arbeitsverhältnis gesichert - must allerdings auch weiterarbeiten. Da eine Kündigung eine einseitige Willenserklärung ist, wird Deine Zustimmung nichts ändern. Wenn Du dort nicht mehr arbeiten willst, musst Du nun selbst kündigen oder warten, bis Du gekündigt wirst.

Ohne einen neuen Arbeitsvertrag mit einem anderen Unternehmen würdest Du bei einer Eigenkündigung jedoch eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld bekommen.

Antwort
von MissNyen, 34

Also mal ganz langsam für mich: Du möchtest dort eh nicht mehr arbeiten. Ok. Der Arbeitgeber kündigt dich. Spielt dir ja in die Karten. Und dann gehst du vor Gericht und diese Kündigung zu widerlegen, obwohl du nicht dort arbeiten willst? Was hat das denn für einen Sinn?

Sie hatten dir gekündigt, somit bekommst du ja Geld vom Arbeitsamt und natürlich werden auch angefallen Ü-Stunden und Urlaubstage, sofern nicht noch konsumiert ausbezahlt. Also wie gesagt, ich verstehe gerade den Grund für den Gang zum Gericht nicht....

Kommentar von condygirl ,

Ich musste so oder so eine Klage erstatten sagte das Arbeitsgericht.

Hätten Sie mir die Überstunden und das Urlaubsgeld nicht ausgezahlt zusammen mit meinem Lohn am Ende des Monats hätte ich keinen Anspruch mehr gehabt weil die Frist von 3 Wochen verstrichen wäre um zu Klagen.

So wurde es mir jedenfalls erklärt

Kommentar von MissNyen ,

hä.....haben sie dir gegenüber eine fristlose Kündigung ausgesprochen? Das wäre die einzige Variante, wo du kein Zahlungen bzgl. Ü-Stunden usw bekommst.

Kommentar von condygirl ,

Ich glaube nicht, stand drin "hiermit kündigen wir Ihr Arbeitsverhältnis fristgerecht zum 31.07"

Also hätte ich mir die Klage sparen können?!

Naja .. ok.. aber was kann ich jetzt noch tun?

Kommentar von MissNyen ,

ehm ja, hättest du dir. Da dein Vertrag ja ohnehin befristet ist, kannst du dich danach ganz normal beim Arbeitsamt melden. Wegen den Ü-Stunden und Urlaub: Das musst du dir mit deinem Arbeitgeber ausreden. Soweit ich weiß dürfen sie dich nicht zwingen, den Urlaub zu konsumieren dh. du kannst ihn dir aufsparen und auszahlen lassen. Dafür musst du aber noch 3 Monate ranglotzen. Wenn sie dich wirklich anfangen zu mobben (unzumutbare Arbeitswege usw) würde ich nochmal die rechtliche Seite einschalten.

Antwort
von Maximilian112, 11

Du hast auf Wiedereinstellung geklagt und die Kü wurde zurück gezogen. Also geht der Vertrag weiter.

Dein eigentliches Anliegen ist doch damit nicht hinfällig. Überstunden sind zu bezahlen. Allerdings ist Urlaub nicht zum auszahlen gedacht sondern zur Erholung.

Ausgezahlt wird er nur, wenn er nicht genommen werden kann.

Sollte der Betrieb Dich jetzt ärgern wollen kannst Du ja auch mal ganz schlimme Bauchschmerzen bekommen. Ansonsten wirst Du den Rest des AV überstehen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community