Frage von Jaklaah, 126

Kündigung zum 15. August: Wie viele Urlaubstage stehen mir zu wenn ich in der ersten Hälfte schon 21,5 Tage genommen habe?

Hallo,

Mein Urlaubsanspruch liegt bei: 30 Tagen laut Arbeitsvertrag.

Meine Kündigung habe ich fristgerecht und ordentlich 28 Tage vor dem 15. August abgegeben. Das Arbeitsverhältnis besteht´ bis dato 3 Jahre.

21,50 Tage habe ich genommen. 4,93 Tage aus dem Minusstunden Konto ( Müssen also noch mit dem rest urlaub verechnet werden)

Theoretisch doch :

Resturlaub: 3,57 Tage ?

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 39

Da Dein Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate bestanden hat und in der 2. Jahreshälfte endet, hast Du Anspruch auf den gesamten Urlaub!

Der Anspruch erstreckt sich auf den gesamten vertraglich vereinbarten Urlaub, wenn es keine Regelung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung (Zwölftelung) gibt oder in der Formulierung zur Urlaubsvereinbarung nicht zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub unterschieden wurde.

Gibt es eine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung, dann besteht mindestens Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub.

Dieser Anspruch ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 (Ausschluss). Das ist allgemein unbestrittene Rechtsauffassung und durchgängig einheitliche Rechtsprechung!

Urlaub, der ganz oder teilweise wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann, muss ausgezahlt werden (§ 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4).

Wenn Du diesen Anspruch wahrnimmst, hast Du in diesem Kalenderjahr allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr gegen einen neuen Arbeitgeber - es sei denn, der Urlaubsanspruch bei ihm wäre höher als jetzt.

Minusstunden dürfen nur mit Deinem Einverständnis auf Deinen Urlaubsanspruch angerechnet werden - ansonsten müssen sie nachgearbeitet oder mit Deinen Entgeltansprüchen verrechnet werden.

Ob die Anrechnung von Minusstunden überhaupt erlaubt ist, hängt auch davon ab, wer für diese Minusstunden verantwortlich ist und ob es ein vertraglich vereinbartes Arbeitszeitkonto gibt, das auch den Umgang mit Minusstunden regelt.

Minusstunden in der Verantwortung des Arbeitgebers (z.B. zu wenig Arbeit) dürfen nicht dem Arbeitnehmer angelastet werden; gibt es kein Arbeitszeitkonto, entfällt die Anrechnung von Minusstunden generell!

Bliebe es unter den genannten Bedingungen bei Deinem Beispiel, hättest Du tatsächlich einen Anspruch von 4 Tagen (3,57 Tage müssen auf 4 Tage aufgerundet werden, wenn ein Urlaubsbruchteil mindestens 1/2 Urlaubstag ist:  § 5 "Teilurlaub" Abs.2).

Antwort
von toomuchtrouble, 55

Wenn es keine andere tarif- oder arbeitsvertragliche Regelung gibt, hast Du einen Uralubsanspruch nur für volle Monate, in Deinem Fall sind es 7.

https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/__5.html

Damit hast Du 17,5 Tage Urlaub die mit 21,5 bereitsgenommenen Uralubstagen verrechnet werden. Man wird Dir also bei Deiner letzten Lohn-/Gehaltsabrechnung 8,93 Tage abziehen.

Kommentar von skychecker ,

Der Satz fing gut an, wurde dann aber schlagartig falsch... Der Mitarbeiter hat bei einem Austritt nach dem 30.06.2016 den vollen Urlaubsanspruch, sofern es keine tarif- oder arbeitsvertraglichen Regelungen für den Teil gibt, der über dem gesetzlichen Anspruch liegt.

Kommentar von toomuchtrouble ,

Bevor der Fragesteller vor Freude unter sich macht, solltest Du vielleicht hinzufügen, dass diese Ansprüche natürlich vom neuen Arbeitgeber verrechnet werden.

Antwort
von Doktorfruehling, 63

30: 12 x 7,5 und aufrunden. Dann hast du noch immer zuviel genommen. Wirst du nacharbeiten muessen

Kommentar von Jaklaah ,

Laut §4 BUrlG: 

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Theoretisch stehen mir doch die 30 Tage zu? Wenn ich nach über ein halbes Jahr schon gearbeitet habe????

Antwort
von askinator, 75

die stehen normalerweiße 2 Tage urlaub pro Monat zu
also dürfest du bis August nur 16 Tage bekommen, Plus 1 Tag weil es bis zum 15, noch geht,
aber da du 2,5 tage pro monat hast, wärst du bei 20 tagen bis august,und dir steht kein urlaub mehr zu

da hast du viel zu viel urlaub genommen bis jetzt, und es kann passieren das du es nacharbeiten musst,


Kommentar von Jaklaah ,

Laut §4 BUrlG: 

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Theoretisch stehen mir doch die 30 Tage zu? Wenn ich nach über ein halbes Jahr schon gearbeitet habe????

Kommentar von askinator ,

warst du noch in der Probezeit?

Kommentar von Jaklaah ,

Nein steht doch im Text :) 3 Jahre bin ich schon im Arbeitsverhältnis

Kommentar von askinator ,

die 6 Monate beziehen sich glaube auf die Probezeit,
so war es auf jeden fall bei mir, ich durfte erst nach 6 monaten urlaub nehmen,

wenn du schon länger da bist,
zählen die 30 Tage für das ganze Jahr,
also 30 durch 12
bist du bei 2,5 urlaubstage pro monat,
aber da dein vertrag nur bis august geht, stehen dir nur 20 Tage zu

Kommentar von toomuchtrouble ,


stehen dir nur 20 Tage zu

es sind nur 17,5 Tage, es zählen nur volle Monate für die Berechnung des Urlaubsanspruchs.

https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/\_\_5.html


Kommentar von Familiengerd ,

 @ toomuchtrouble:

Das ist zwar richtig, in diesem Fall aber gleichgültig, weil ohnehin Anspruch auf den gesamten vereinbarten, mindestens aber den gesamten gesetzlichen Urlaub besteht.

Und wenn Du schon auf BUrlG § 5  verweist, solltest Du den Paragraphen auch ganz lesen!

Denn aus der Anwendung von Abs. 1 ergibt sich dieser Anspruch:

Er beschreibt die Fälle, in denen lediglich Teilurlaub zu gewähren ist, die hier aber nicht zutreffen!

Kommentar von augsburgchris ,

Ja du kriegst die 30 Tage Pro Jahr. Aber nur für volle Jahre die du arbeitest

Sonst könntest du ja zum 15.2. kündigen und deinen Jahresurlaub vom 1.1. an nehmen. Dann würde dich der Arbeitgeber 6 Wochen fürs nixtun bezahlen.

Kommentar von Familiengerd ,

Ja du kriegst die 30 Tage Pro Jahr. Aber nur für volle Jahre die du arbeitest

Das ist schlicht und einfach falsch, wenn

> das Arbeitsverhältnis nach dem 30.06. endet und

> länger als 6 Monate bestanden hat.

Dann hat der Arbeitnehmer Anspruch auf den gesamten vereinbarten Urlaub, bei vertraglicher Vereinbarung einer anteiligen Berechnung aber mindestens auf den gesamten gesetzlichen Urlaub!

Antwort
von augsburgchris, 50

Für den Anteil stehen dir 19 Tage Urlaub zu, minus 21,5 die du bereits genommen hast, minus 5 aus Minusstunden macht 7,5 Tage die du vom letzten Gehalt noch abgezogen bekommst. 

Kommentar von Jaklaah ,

Laut §4 BUrlG: 

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Theoretisch stehen mir doch die 30 Tage zu? Wenn ich nach über ein halbes Jahr schon gearbeitet habe????

Kommentar von augsburgchris ,

Aber nicht wenn du unterjährig kündigst. Wieso solltest du mit nem halben Jahr Arbeit genauso viel Anspruch haben wie einer der ein ganzes Jahr arbeitet?

Kommentar von augsburgchris ,

Wie ist die Formulierung im Arbeitsvertrag?

Kommentar von Jaklaah ,

Dem Arbeitnehmer stehen 30 Urlaubstage pro Kalenderjahr zu.

Kommentar von augsburgchris ,

Mehr steht da nicht?

Kommentar von Familiengerd ,

Wieso solltest du mit nem halben Jahr Arbeit genauso viel Anspruch haben

Deine Antwort und der Kommentar sind falsch!

Aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 ergibt sich der Anspruch auf den vollen vereinbarten, mindestens aber den vollen gesetzlichen Urlaub:

Er beschreibt die Fälle, in denen lediglich Teilurlaub zu gewähren ist, die hier aber nicht zutreffen!

Kommentar von toomuchtrouble ,

Spitzfindig aber natürlich komplett falsch. Du hast nur Anspruch auf den anteiligen Urlaub für jeden vollen Monat. Die 1,25 Tage im August hast Du Deinem Arbeitgeber geschenkt.

Kommentar von Familiengerd ,

Spitzfindig aber natürlich komplett falsch.

Weder spitzfindig noch falsch: Die Aussage von Jaklaah ist völlig korrekt!

Falsch sind Deine eigene Antwort und Deine Kommentare in diesem Fall!

Antwort
von wilees, 50

Dir steht Dein Resturlaub zu.

Antwort
von ErsterSchnee, 47

Nein, gar keinen mehr.

Kommentar von Jaklaah ,

Laut §4 BUrlG: 

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Theoretisch stehen mir doch die 30 Tage zu? Wenn ich nach über ein halbes Jahr schon gearbeitet habe????

Kommentar von ErsterSchnee ,

Wenn du sie schon genommen hättest, können sie nicht zurückgefordert werden. Allerdings wird Dir dein jetziger Arbeitgeber eine Bescheinigung über die genommenen Urlaubstage mitgeben. Fängst Du jetzt in einer Firma an, in der du weniger Urlaub hast, hast Du für 2016 keinen Urlaubsanspruch mehr.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist falsch, wenn es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung gibt: dann besteht Anspruch auf den gesamten vereinbarten Urlaub - ansonsten mindestens auf den gesamten gesetzlichen Urlaub!

Antwort
von jule2204, 52

Du hast keinen Urlaubsanspruch mehr.
Die 30 Tage Urlaub sind aufs ganze Jahr gerechnet.

Kommentar von Jaklaah ,

Laut §4 BUrlG: 

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Theoretisch stehen mir doch die 30 Tage zu? Wenn ich nach über ein halbes Jahr schon gearbeitet habe????

Kommentar von jule2204 ,

Nach dem was ich jetzt gelesen habe könntest du recht haben.
Sprech es am Besten mit deinem Arbeitgeber ab. So viel Urlaub ist es ja nicht mehr. Vielleicht bekommst du ihn ja auch ausbezahlt.

Kommentar von Doktorfruehling ,

aber nicht fuer ein halbes Jahr. Bei Weihnachtsgeld sieht die Sache anders aus

Kommentar von Familiengerd ,

jule2204:

Deine Antwort ist falsch!

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