Frage von Schneckarella, 169

Kündigung wird nicht anerkannt. Warum?

Ich habe gestern den 21.11.2016 meine Kündigung an meinen Arbeitgeber per Einschreiben mit Rückschein geschickt. Meine Kündigungsfrist beläuft sich auf 6 Wochen zum Quartalsende, also 31.12.2016. Angeblich will der Arbeitgeber diese aber nicht akzeptieren, da die Kündigung nicht gestern da war. Muss ich jetzt echt dort bleiben?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 91

Du hast leider nicht fristgerecht gekündigt.

Bei einer Frist von sechs Wochen zum Quartalsende hätte der Arbeitgeber die Kündigung spätestens am 19. November erhalten haben müssen.

Die Frist von sechs Wochen hätte dann am Sonntag, den 20. November angefangen zu laufen und Samstag, der 31. Dezember wäre der letzte Tag des Arbeitsverhältnisses gewesen.

Was bedeutet den: "Angeblich will der AG die Kündigung nicht akzeptieren?" Hat das der AG selbst gesagt oder hast Du das nur von jemandem gehört?

Rede doch mal mit dem Arbeitgeber. Vielleicht akzeptiert er die Kündigung doch oder er schließt mit Dir einen Aufhebungsvertrag. Im Recht ist er aber schon, wenn er Deine Kündigung nicht akzeptiert. Du hast die Frist versäumt und das hat jetzt mit einem "Einschreiben" und den Postlaufzeiten überhaupt nichts zu tun. Du hast die Kündigung schon zu spät geschrieben.

Antwort
von DarthMario72, 57

Eine Kündigung schickt man nicht per Einschreiben mit Rückschein, sondern (wenn schon per Post) dann als Einwurf-Einschreiben. Letzteres ist zugestellt, wenn der Postbote den Einwurf beim Empfänger dokumentiert. Beim ES mit Rückschein muss der Empfänger es entgegennehmen; nimmt er es nicht an und/oder holt es nicht bei der Post ab, ist es nicht zugegangen und die Frist wird womöglich verpasst.

Noch besser ist es, die Kündigung persönlich abzugeben und sich den Erhalt quittieren zu lassen.

Abgesehen davon hast du deine Kündigung ohnehin zu spät abgeschickt. Rechnet man vom 31.12. sechs Wochen zurück, kommt man auf den 19.11.2016. Spätestens dann hätte deine Kündigung bei deinem AG eingehen müssen. Wann die Kündigung abgeschickt wurde, interessiert nicht, es kommt auf den Zugang an.

Rechtlich gesehen hast du also schlechte Karten, deine Kündigung ist nicht fristgerecht eingegangen. Dir bleiben 2 Möglichkeiten: Du kündigst fristgerecht zum 31.03.2017 oder du redest mit deinem AG über einen Aufhebungsvertrag.

Kommentar von Schneckarella ,

Danke...

Auflösungsvertrag wird es nicht geben, bis gestern wusste dort noch nichtmal irgendwer wie meine Kündigungsfristen genau sind, das durft ich mir selber zusammen googeln. 

Kommentar von DarthMario72 ,

bis gestern wusste dort noch nichtmal irgendwer wie meine Kündigungsfristen genau sind, das durft ich mir selber zusammen googeln

Wieso denn googeln? Das sollte in deinem Arbeitsvertrag stehen.

Kommentar von Schneckarella ,

Steht TVÖD und das hab ich nicht im Kopf, und dann wurd mir das Jahr unbefristeter Vertrag auch angerechnet. Obwohl ich ja seit September unbefristet bin. 


http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/bund/kuendigungsfristen.html

Antwort
von offeltoffel, 83

Vom 21.11.2016 bis 31.12.2016 sind es keine 6 Wochen. Daher hat der AG das Recht, die Kündigung abzulehnen. Nächster Termin ist dann wieder Quartalsende (31.03.2017).

Ansonsten kannst du dich vielleicht noch um einen Auflösungsvertrag bemühen. Was heißt überhaupt "angeblich will der AG sie nicht akzeptieren", hast du noch nicht selbst mit deinem Chef gesprochen? Das solltest du vielleicht als erstes tun und erst dann Panik schieben ;)

Kommentar von Schneckarella ,

Das wurde meiner Kollegin gesagt, die gestern auch gekündigt hat. Ich bin krankgeschrieben und habe einen Arbeitsweg von 35 Kilometer einfach... wär ich gestern halt doch hingefahren. Auflösungsvertrag gabs noch nie und wird es wegen Personalmangel nicht geben... 

Kommentar von offeltoffel ,

Telefon?

Je länger du es aufschiebst, desto länger hast du Ungewissheit.

Kommentar von Schneckarella ,

Chefin hat seit 12 Feierabend... 

Kommentar von DarthMario72 ,

wär ich gestern halt doch hingefahren

Auch gestern war es schon zu spät!

Kommentar von Schneckarella ,

Die andere Kollegin hat gesterb auch gekündigt, da zählts

Antwort
von Topotec, 101

Einschreiben mit Rückschein hat erst mal überhaupt keine rechtliche Relevanz.

Und dann zählt das Empfangsdatum. Wenn die Kündigung also nicht rechtzeitig da war, musst du entweder auf einen kulant Chef hoffen oder noch bis 31.03.2017 dort arbeiten.

Kommentar von Wapiti201264 ,

Wieso hat Einschreiben/Rückschein überhaupt keine rechtliche Relevanz?

Wozu gibt es das denn dann?

Kommentar von Topotec ,

Damit die Post Geld verdient. Überlege einmal...Was genau wird damit bestätigt? 

Kommentar von DinoSauriA1984 ,

Das gibt es, damit Du einen Beleg hast, dass der Empfänger einen Brief von Dir erhalten hat, und wann.

Theoretisch könntest Du ihm aber einen Fetzen Papier in den Umschlag stecken und behaupten, dass sei Deine Kündigung gewesen. Einen Beweis was Du ihm geschickt hast, hast Du damit nicht.

Kommentar von Topotec ,

Und genau deswegen sind diese Einschreiben, egal in welcher Form, absoluter Humbug und bringen nur einem etwas...Der Post Geld!!!

Kommentar von Familiengerd ,

Theoretisch könntest Du ihm aber einen Fetzen Papier in den Umschlag stecken [...]

Das ist nicht das Problem beim Einschreiben mit Rückschein: dagegen kann man sich mit einem zeugen für den Inhalt absichern.

Das Problem ist, dass es bei einem Einschreiben mit Rückschein keine Garantie für eine erfolgreiche Zustellung gibt, denn er Empfänger kann seine Annahme verweigern oder holt es - wenn es mit Benachrichtigung in der Poststelle hinterlegt wurde - nicht ab.

Kommentar von Familiengerd ,

Wieso hat Einschreiben/Rückschein überhaupt keine rechtliche Relevanz?

Die hat ein Einschreiben mit Rückschein nur, wenn das Einschreiben auch übergeben werden konnte.

Wurde die Annahme verweigert oder das Einschreiben - weil der Empfänger nicht anwesend war - mit Benachrichtigung bei der Poststelle hinterlegt, aber nicht abgeholt, ist es eben nicht zugestellt worden.

Sicherer ist da das Einwurfeinschreiben, das mit dem Einwurf in den Hausbriefkasten als zugestellt gilt (allerdings müsste sich auch hier im Streitfall gegebenenfalls der Postbote persönlich an den Einwurf erinnern können).

Antwort
von anitari, 55

Es zählt nicht wann die Kündigung abgeschickt wird, sondern wann sie dem AG zugegangen ist.

Die 6. Woche vor Ende des 4. Quartals 2016 hat gestern begonnen. Folglich hätte da die Kündigung beim AG sein müssen.

Kommentar von DarthMario72 ,

6 Wochen vor dem Quartalsende ist der 19.11., nicht der 21.11.

Antwort
von Kleckerfrau, 60

In diesem Link wird alles genau erklärt. Demnach ist es zu spät gewesen.

https://www.ahs-kanzlei.de/2014/08/zugang-einer-kuendigung-im-arbeitsrecht/

Antwort
von AnglerAut, 81

So ist das mit Fristen. Der Zeitpunkt des Einganges ist relevant, nicht wann du ihn abgeschickt hast.

Daher ist deine Kündigung in diesem Fall leider unwirksam.

Antwort
von Wapiti201264, 50

Nein, Du musst jetzt nicht dableiben, ABER dann können eventuell Schadenersatzforderungen gegen Dich erhoben werden.

Und das kann teuer sein, z. B. Lohn für eine Ersatzkraft...

Also gib mal lieber Deine Kündigung fristgemäss zum 31. März 2017 persönlich beim Chef ab.

Darf man fragen, warum Du überhaupt kündigst?

Kommentar von Schneckarella ,

Mobbing

Antwort
von Wonnepoppen, 52

Die Kündigung wurde zu spät abgeschickt!

Antwort
von Schnoofy, 37

Ganz einfach - Du hast zu spät gekündigt.

Der Arbeitgeber hat Dein Schreiben am 22.11. 2016  (also heute) erhalten.

Der 6-Wochen-Zeitraum endet am 02.01.2017.

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