Frage von Muri4343, 84

Kündigung wegen gesundheitlichen problemen / zu vielen krankheitstagen?

Hallo zusammen! Bin seit ca 11 monaten bei meinem neuen arbeitgeber, aber war bisher schon ca 50-60 tage krankheitsbedingt nicht anwesend, war auch jedesmal beim arzt und auch im krankenhaus, AU-bescheinigungen wurden auch alle rechtzeitig überreischt etc. Ich habe öfters das selbe körperliche problem weshalb ich auch so oft gefehtl habe, nun hat mein AG mir indirekt "gedroht", das wenn sich meine krankheitstage nicht verbessern er mich kündigen würde,hab übrigens einen unbefristeten arbeitsvertrag. Meine frage lautet, darf er das? Mit freundlichen Grüßen!

Antwort
von DerHans, 33

Es kommt darauf an, wie groß die Firma ist.

 Bis zu 30 Mitarbeitern hat die Firma ja keinen wirklichen Verlust durch die Entgeltfortzahlung. Die würde dann ja durch deine Krankenkasse gedeckt.

Aber eine Kündigung wegen zu wenig Planungssicherheit ist für die Firma trotzdem möglich.

Kommentar von Nightstick ,

Diese Antwort ist leider sehr unpräzise, und kann in eine falsche Richtung gedeutet werden.

Das Problem des Personaleinsatzes taucht nämlich gerade bei Firmen mit bis zu 30 Mitarbeitern auf, denn je kleiner die Firma ist, desto schwerer sind Dauerkranke mitzuschleppen!

Kommentar von Familiengerd ,

Richtig ist aber, dass Kranke den Arbeitgeber in Betrieben mit nicht mehr als 30 Mitarbeitern durch die Entgeltfortzahlung wegen des verpflichtenden Umlageverfahrens finanziell kaum belasten.

Kommentar von Nightstick ,

Trotzdem fehlt der Mitarbeiter, muss (sporadisch) immer wieder ersetzt werden, verursacht jede Menge Planungsaufwand usw.

Der monetäre Aspekt tritt dadurch in den Hintergrund.

Deswegen mein (vielleicht unschöner) Ausdruck "mitschleppen"!

Antwort
von Interesierter, 42

Grundsätzlich mal ist ein Arbeitsverhältnis ein Vertrag auf Gegenseitigkeit. Einfach ausgedrückt: Du arbeitest und er zahlt. Du musst ja schon selbst einsehen, dass das mit deinen Krankheitstagen so nicht weitergehen kann. 

Aus rechtlicher Sicht gibt es die "krankheitsbedingte Kündigung". An diese sind hohe Anforderungen geknüpft aber es ist prinzipiell möglich. Schau mal hier: http://www.xn--kndigungsschutz-zvb.com/kundigung/personenbedingte-kundigung/kran...

Weiter steht auch im Raum, dass der Ton in eurem Arbeitsverhältnis rauher wird und das letztlich im Mobbing endet. 

Sollten irgendwann betriebsbedingte Kündigungen anstehen, darfst du dir sicher sein, dass du dann auf der Liste stehen wirst. 

Daher kann ich dir nur in deinem eigenen Interesse raten, alles dafür zu tun, dass du arbeitsfähig wirst. Nur so wird sich ein dauerhafter Frieden zwischen dir und deinem Arbeitgeber einstellen. 

Kommentar von Nightstick ,

@Interessierter, hast Du gerade in Deine allwissende Glaskugel geschaut? Woher nimmst Du die Kühnheit, dem Arbeitgeber mutmaßlich Mobbing zu unterstellen?

Hast Du jemals einen Betrieb geführt mit einem Mitarbeiter, den man krankheitsbedingt (allem Anschein nach) auch in der Zukunft nicht einsetzen kann?

Auch das mit der "Liste" ist eine unhaltbare Vermutung.

==> Du solltest bei den Fakten bleiben, und den Fragesteller nicht unnötig verunsichern! 

Kommentar von Interesierter ,

Fakt ist: Der Fragesteller hat Krankheitstage, die über das normale Maß weit hinaus gehen.

Fakt ist: Mit der Kündigung wurde bereits gedroht.

Eine naheliegende Schlussfolgerung ist: Wenn der Arbeitgeber einen Mitarbeiter, den er loswerden will, nicht los wird, ist Mobbing durchaus möglich, steht also so wie ich es ausführte, "im Raum".

Und nun eine persönliche Vermutung: Der Fragesteller hatte sicher eine Probezeit zu überstehen, während dieser er sicherlich deutlich weniger krank war. Wenn ich hieraus annehme, dass der Fragesteller in den letzten 5Monaten 50-60 Tage krank war, dann hat er die Hälfte der Zeit gefehlt. Sorry, aber das geht auf Dauer nicht.

Kommentar von PeterSchu ,

@Interesierter, deine Ausführungen sind ja zunächst richtig, aber es ist ziemlich daneben, wenn du es als sicher siehst, dass es zu Mobbing und einer Kündigung unter dem Motto "betriebsbedingt" kommt.

Wenn es einen Grund für einer krankheitsbedingte Kündigung gibt, dann sollte der Betrieb auch professionell genug sein, diese in die Wege zu leiten. Wenn er aber stattdessen zu Mobbing greift, beweist er seine Unfähigkeit.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass ein Mensch schon aus eigenem Interesse alles daran setzt, wieder gesund zu werden. Drohungen vom Arbeitgeber sind da unnötig. Eher sogar kontraproduktiv.

Antwort
von DerDudude, 49

Um wegen Krankheit gekündigt zu werden, musst du dem Betrieb schon einen großen finanziellen Schaden zufügen.

Lies dir mal hier etwas an. Würde eh nur Copy & Paste machen, daher kannst du es direkt auf Originalseite lesen:

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Krankheitsbe...

Antwort
von Schuhu, 51

Wenn die Krankheit nicht geheilt werden kann, sondern es immer wieder zu Fehltagen kommen wird, kann er dir den Arbeitsplatz kündigen.

Kommentar von Familiengerd ,

Kommt 'drauf an ...

Das wäre z.B. dann nicht der Fall, wenn durch eine dem Arbeitgeber zuzumutende Umschulung oder durch den Einsatz an einem anderen Arbeitsplatz weitere Fehlzeiten vermieden werden könnten.

Außerdem sind die jeweiligen betrieblichen und persönlichen (des Arbeitnehmers) Interessenlagen gegeneinander abzuwägen.

Kommentar von Nightstick ,

Du meinst sicher "eine dem Arbeitnehmer zuzumutende Umschulung...".

Noch einmal zur Klarstellung aus meiner Erfahrung: Hier wäre es völlig fehl am Platze, ein Anspruchsdenken an den Tag zu legen. Zwar hat der Arbeitgeber zu prüfen, ob ein anderer leidensgerechter Arbeitsplatz zur Verfügung steht, muss aber einen solchen nicht schaffen.

Vielmehr sollten hier alle (!) Beteiligten (AN, AG, Ärzte, Institutionen, Kollegen usw.) eine für diese speziellen Fall machbare Lösung anstreben, die bei gutem Willen auch sehr häufig gefunden wird.

Kommentar von Familiengerd ,

Du meinst sicher 'eine dem Arbeitnehmer zuzumutende Umschulung...'.

Ich meinte schon den Arbeitgeber, denn auch für ihn müssen dem Arbeitnehmer zugute kommende Umschulungen wirtschaftlich-finanziell, organisatorisch und personell zumutbar sein.

Selbstverständlich betrifft das auch den Arbeitnehmer, der sich ohnehin unter Umständen damit abfinden muss, nach einer Umschulung und/oder Versetzung an einen für ihn unter den gegebenen Umständen geeigneten Arbeitsplatz Einbußen beim Entgelt hinzunehmen.

Zwar hat der Arbeitgeber zu prüfen, ob ein anderer leidensgerechter Arbeitsplatz zur Verfügung steht, muss aber einen solchen nicht schaffen.

Doch, das muss der Arbeitgeber, wenn ihm das unter den genannten Aspekten (wirtschaftlich-finanziell, organisatorisch, personell) und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen zuzumuten ist.

Antwort
von dantes, 49

Ja. Krankheitsbedingte Kündigungen sind möglich. Es muss aber vorher ein spezielles Gespräch (BEM Gespräch) mit dir führen und es muss von einer negative Gesundheitsprognose ausgegangen werden (lehnst du das Gespräch ab, kann er von einer neg. Prognose ausgehen). Ebenso darf keine Versetzung an einen anderen, leistungsgerechteren Arbeitsplatz möglich sein. Schwer aber es geht.

Antwort
von Partiana, 44

Wenn er dich kündigen will, wird er das tun. Notfalls " betriebsbedingt".

Da kommen deine Krankheitstage wahrscheinlich gar nicht zur Sprache!

Kommentar von Familiengerd ,

Notfalls " betriebsbedingt".

Auch das geht nicht nur so, indem der Arbeitgeber die "Betriebsbedingtheit" einer Kündigung einfach behauptet: Er muss sie nachweisen - genau so, wie er nachweisen muss, dass er einen häufig erkrankten Arbeitnehmer nicht weiterhin beschäftigen kann.

Kommentar von Nightstick ,

Erstens das, und zweitens würden die Krankheitstage auch bei einer betriebsbedingten Kündigung (falls darüber ein Kündigungsschutzprozess geführt werden würde) mit Sicherheit zur Sprache kommen.

Antwort
von siggiiii, 41

Ja das darf er aber frag mich jetzt nicht genau wo die Grenze liegt wahrscheinlich muss das im Einzelfall auch das AG klären.

Antwort
von johnnymcmuff, 33

Ja, er darf Dir das androhen und ggf. auch kündigen.

Selbst wenn Du krank geschrieben bist, kann er in der Krankschreibung kündigen.

Gerade wenn Jemand dauend krank ist, dann kann der Chef schlecht planen bzw. muss umplanen und ist wirtschaftlich für ihn auch nicht von Vorteil.

Google mal:

Kündigung wegen Krankheit rechtens?

Ach bin mal nett:

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Krankheitsbe...

LG

Kommentar von PeterSchu ,

Vom Drohen wird allerdings niemand gesünder. Da wäre eher an ein BEM-Gespräch nach SGB IX zu denken.

Kommentar von Interesierter ,

Das mag sein, aber diese Anzahl an Fehltagen kann so nicht weitergehen. Geht es so weiter, wird es zum BEM und falls das nichts bringt, zur Kündigung kommen. Das Ende ist absehbar. 

Kommentar von PeterSchu ,

Volllkommen richtig, aber das BEM ist zuerst mal ein Versuch der Hilfestellung. Sollte die Situation untragbar bleiben, kann der Betrieb durchaus ansprechen, dass es eine Kündigung geben kann. Aber der Begriff "drohen" gehört da nicht rein, zumal viele Erkrankungen im Arbeitsleben eh schon psychischer Art sind.

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