Frage von Celinchen96, 99

Kündigung wegen Depression und Suizidversuch darf man das wirklich?

Hallo zusammen :)

Ich leide seit längerer Zeit unter einer für mich kaum ertragbaren Depreßion. Vor 2 Monaten versuchte ich mir das Leben zu nehmen und war anschließend einen Monat in der Psychiatrie. Nun bekam ich am Montag die Kündigung weil mein Arbeitgeber meint dass ich wegen der Depreßion untragbar wäre. Im Arbeitszeugnis erwähnte er meine Depreßion explizit und bezeichnete sie als "Leistungsbehunderung". Ich bin ehrlich am Ende mit meiner Kraft und habe keine Ahnung was ich tun soll. Kann ich überhaupt gegen das Zeugnis oder die Kündigung vorgehen?

Ich arbeite (Noch!) in einem Autohaus also kein Beruf wo eine Depreßion negative Auswirkungen für die Arbeit hätte wie zb. bei einer Feuerwehr oder einem Krankenhaus...

Liebe Grüsse Cèlia

Antwort
von Turbomann, 79

Na ja, wenn du öfters ausfällst im Geschäft und du wegen deiner Depressionen einen Suizidversuch unternommen hast, dann könnte das schon möglich sein, dass er dir trotz deiner Krankheit kündigen könnte.

Schliesslich musst du deine Arbeitskraft deinem Arbeitgeber zur Verfügung stellen, dafür bezahlt er dich.

In einem Autohaus ist auch Publikumsverkehr und von hier aus kann keiner sagen, wie sich die Depression bei dir auswirkt.

Kommt auch darauf an, wie lange du ausfällst und wie oft.

Denke mir aber in deinem Arbeitszeugnis darf er nichts reinschreiben, was dir zum Nachteil gerät. Allerdings kann er das Zeugnis so formulieren, dass jemand der sich auskennt, das Zeugnis deuten kann.

Du sollstest einen Anwalt für Arbeitsrecht aufsuchen, der sich dein Zeugnis genauer anschaut und der wird dir auch erklären, ob in deinem Fall die Kündigung rechtens ist.

Kommentar von Celinchen96 ,

Ich habe in den Jahr wo ich hier arbeite nicht einmal gefehlt. Meine Arbeitskollegen und Arbeitskolleginnen können die Kündigung sowenig wie ich nachvollziehen wie ich. Ich habe meinem Arbeitgeber damals angeboten auf einen Teil meines Lohnes zu verzichten weil ich einen Monat fehlte und er ging abschließend auf dieses Angebot auch ein. Daher finde ich die Kündigung eine Schweinerei...

Kommentar von Turbomann ,

Dann hast du das Recht, dich zu wehren und das solltest du dann auch tun.

Antwort
von marit123456, 65

So geht's mal gar nicht!

Im Arbeitszeugnis hat die explizite Erwähnung einer Erkrankung absolut nichts zu suchen!!!!

Wende dich bitte an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht. Der wird die Kündigungsschutzklage einreichen, ein sauberes Zeugnis verlangen und dir sicherlich auch noch eine kleine Abfindung rausschlagen.

Wir sind hier nicht bei den Hotten-Totten, sondern in Deutschland, in denen auch arbeitsrechtlich vieles verankert ist, gegen das dein Chef grad sauber und offensichtlich verstoßen hat.

Nimm dir einen Anwalt und mach es bald. Nach Erhalt der Kündigung laufen die Ausschlußfristen. Verstreichen diese, kannst du nicht mehr klagen, weil Untätigkeit als Einverständniserklärung gewertet wird.

Kommentar von Celinchen96 ,

Funktioniert das in der Schweiz auch so? 

Kommentar von marit123456 ,

Liebe Celia, zur Rechtslage in der Schweiz kann ich leider nichts sagen. Ich kann dir deshalb nur noch ausdrücklicher empfehlen, dich einem Anwalt anzuvertrauen.

Die Schweiz ist sicherlich rechtlich gesehen auf einem ähnlichen Stand, wie Deutschland. Sicherlich gibt es hier und dort Unterschiede, aber was du beschreibst, wird auch in der Schweiz nicht einfach so durchgehen.

Antwort
von Weisefrau, 59

Hallo, ich kenne einen Fall wo das auch so war und die Sache sogar vor Gericht ging. Der Arbeitgeber hat Recht bekommen und die Kündigung war wirksam.

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht für dich. Dann hast du die Möglichkeit alle Therapien auch zu machen ohne an den Arbeitgeber zu denken.

Antwort
von LittleMistery, 55

Das wird Depression geschrieben, wie in der Leitfrage oben.

Wenn du noch nicht einmal krank warst, versteh ich  nicht, wieso dein Chef dich kündigen will.

Unmöglich jemanden und eine Kündigung auf so einen Grund zu begrenzen.

Vielleicht solltest du dir einen Anwalt zur Hilfe nehmen.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ähm, Fragesteller war ein Monat in der Psychatrie .......

somit war eine Krankmeldung vorhanden

Kommentar von LittleMistery ,

Hab ich nicht gesehen.

Besteht dann nicht ein Kündigungsschutz?

Kommentar von Wippich ,

Wie kann man das übersehen?Aber andere zurechtweisen.

Kommentar von LittleMistery ,

Zurechtweisen?

Ich hab halt nur das mit dem Versuch gelesen und das danach übersehen. Was kann ich denn dafür?

Antwort
von Psylinchen23, 52

Las dir so schnell wie möglich bei der Arbeiterkammer einen Termin geben und zeig Ihnen die Kündigung. Die helfen echt richtig gut!

Kommentar von Celinchen96 ,

Gibt es das auch in der Schweiz? 

Kommentar von Psylinchen23 ,

Ja ich denke schon könnte sein das es vl. anderes bei euch heißt bei uns in Österreich heißt es Arbeiterkammer. Frage doch mal deine Eltern oder Verwandte die das kennen und dich begleiten kann.

Antwort
von Wippich, 44

Jetzt wird jeder auf mich einschlagen! aber wenn ich dein Chef währe und Du würdest ein Selbstmordversuch unternehmen,würde ich das als Kündigung sehen.

Antwort
von Zocker19966, 44

In der Probezeit kann Dich dein AG ohne Grund fristlos kündigen. Danach muss er eine Frist setzten.

Im Krankheitsfall bist du geschützt, der AG hat nicht das Recht Dich zu kündigen. Man könnte sich höchstens einigen bzgl. des Arbeitsvertrages. Ich rate dir DRINGEND einen Anwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen! Diese Kündigung ist nicht rechtskräftig, da man nicht aufgrund einer Dauerhaft bestehenden Krankheit gekündigt werden darf!

Außer Du bist von mal zu mal krank geschrieben worden, also z.B. Mo-Do und bist Freitag auf Arbeit, dann wieder Mo-Do.. usw.

Ich würde das ganze von einem Anwalt überprüfen lassen. 

Viel Glück!

Kommentar von Celinchen96 ,

Ich arbeite bald ein Jahr in diesem Geschäft und bisher gab es keine Krankheitsfälle von meiner Seite... 

Kommentar von Zocker19966 ,

Geh zum Anwalt, der wird dir besser helfen. Ich arbeite in einer Arztpraxis und weiß wie der Vorgang ist. Hier wird man dir nicht helfen können, der Anwalt kann das schon eher.

Kommentar von ingwer16 ,

👎🏻 AU schützt nicht vor Kündigung !

Kommentar von Zocker19966 ,

Das willst Du woher wissen? Sie ist in dauerhafter ärztlicher Behandlung, ihr Chef kann sie nicht kündigen, vorallem nicht mit diesem Grund.

Kommentar von Wippich ,

Gefährdung von Arbeitskollegen,zählt das nicht?@Zocker 19966

Kommentar von ingwer16 ,

Erfahrung !
Anwalt braucht sie nicht , Klage kann bei Arbeitsgericht / ohne Anwalt & kosten erhoben werden

Kommentar von Zocker19966 ,

Aber bevor sie das macht wäre ein Anwalt als Unterstützung trotzdem sehr gut. Jeder Fall ist anders.

Kommentar von ingwer16 ,

Nein,  wozu denn ?
Sorry deine ganze Antwort ist Mist .
ZB. Muss auch in der Probezeit eine Frist eingehalten werden ......

Kommentar von Zocker19966 ,

"In dieser Zeit ist eine relativ kurzfristige Kündigung durch beide Seiten möglich. Darüber hinaus und davon losgelöst gibt es ebenfalls keinen Kündigungsschutz nach dem KSchG, dazu mehr unter Punkt 5."

Bitteschön

Kommentar von ingwer16 ,

Antworte doch bitte nur auf Fragen von denen du nur ansatzweise Ahnung hast !

Kommentar von Zocker19966 ,

Also ich will mich ja nicht streiten aber von was ich Ahnung habe und was nicht das kann ja niemand fremdes im Internet entscheiden oder? :-) Ich arbeite in der Fachrichtung und habe schon mehrere Fälle erlebt in denen der Chef die Angestellten aufgrund einer Krankschrift gekündigt hat. Aber mir ist auch egal was Du denkst, ich weiß was ich sage und weiß auch das es richtig ist :D

Kommentar von ingwer16 ,

.... Aufgrund deiner Antwort - ja .
👎🏻

Kommentar von Zocker19966 ,

Ich finde Du bringst tolle Gegenargumente :D

Kommentar von Haubitze308 ,

Äußerung AU schützt vor Kündigung nicht, ist grundsätzlich nicht falsch. 

In Deutschland ist aber eine krankheitsbedingte Kündigung aber erst nach 72 Woche ununterbrochener Krankheit möglich, oder aber wenn es ein Attest gibt, das bescheinigt dass es keine positive Heilungsprognose gibt. 

Also doch, er kann dich in der Krankheit kündigen und auch ja wenn du in ärtzlicher Behandlung bist. Es ist aber ungeheuer schwer und nach einem Jahr auch eher unwahrscheinlich das die Kündigung rechtskräftig ist.

Zu der Äußerung sie braucht keinen Anwalt: Nein braucht sie nicht, aber es ist sehr sinnvoll sich einen als Unterstützung zu nehmen. Wenn man so wenig Ahnung von der Materie hat, das man hier nachfragt braucht man professionelle Hilfe.

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