Kündigung während Krankenhausaufenthalt nach Arbeitsunfall?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Gibt es bei Deiner neuen Wohnung keinen Hausmeister/Vermieter den Du bitten kannst? Hast Du in der Firma niemanden der evtl. bei Dir vorbeikommen, den Briefkastenschlüssel holen und Dir die Post bringen kann? Gibt es einen Betriebsrat den Du um Hilfe bitten kannst?

Du musst unbedingt innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung Kündigungsschutzklage einreichen. Sonst ist die Kündigung gültig auch wenn sie nicht rechtens wäre.

Wenn Du Deine Post und damit die schriftliche Kündigung hast, solltest Du unbedingt einen Anwalt für Arbeitsrecht anrufen, ihm Deine Situation schildern und darum bitten, dass dieser innerhalb der Frist Kündigungsschutzklage einreicht.

In Ausnahmen kann diese Frist überschritten werden. Da aber auch Arbeitsgerichte nicht immer einheitlich urteilen, kommt es hier auch darauf an wie ein Arbeitsgericht Deinen Fall beurteilt. Eine Garantie auf die verspätete Klagezulassung würde ich nicht geben.

Schau mal hier:

http://www.kluge-recht.de/arbeitsrecht-ratgeber/kuendigungsschutzklage-klagefrist.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du solltest dir einen Anwalt nehmen. Eine Kündigung wegen Krankheit kann durchaus gerechtfertigt sein, ist im vorliegenden Fall aber eher unwahrscheinlich. Folgende Vorraussetzungen müssten vorliegen (Quelle: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Krankheitsbedingt.html#tocitem3): 

    "1. Es müssen zum Zeit­punkt der Kündi­gung Tat­sa­chen vor­lie­gen, die
    die Pro­gno­se wei­te­rer Er­kran­kun­gen des Ar­beit­neh­mers in dem
    bis­he­ri­gen Um­fang recht­fer­ti­gen. Die­se Vor­aus­set­zung heißt " ne­ga­ti­ve Ge­sund­heits­pro­gno­se".
    2. Es muß fest­ste­hen, daß die zu er­war­ten­den Fehl­zei­ten des Ar­beit­neh­mers zu ei­ner er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gung der be­trieb­li­chen oder wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers
    führen. Ei­ne sol­che In­ter­es­sen­be­ein­träch­ti­gung liegt vor
    al­lem dann vor, wenn es auf­grund der Fehl­zei­ten des Ar­beit­neh­mers
    zu Störun­gen des Be­triebs­ab­laufs oder zu er­heb­li­chen
    Be­las­tun­gen des Ar­beit­ge­bers mit Lohn­fort­zah­lungs­kos­ten
    kommt.
    3. Sch­ließlich muß ei­ne In­ter­es­sen­abwägung vor­ge­nom­men
    wer­den. Sie muß zu­guns­ten des Ar­beit­ge­bers aus­ge­hen, d.h. sie
    muß er­ge­ben, daß ihm bei ei­ner um­fas­sen­den Abwägung der
    bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen un­ter Berück­sich­ti­gung der Dau­er
    des Ar­beits­verhält­nis­ses, der Krank­heits­ur­sa­chen, der
    Fehl­zei­ten ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer und des Le­bens­al­ter
    des Ar­beit­neh­mers die oben fest­ge­stell­te Be­ein­träch­ti­gung
    sei­ner In­ter­es­sen (sie­he Punkt 2.) nicht mehr wei­ter zu­ge­mu­tet
    wer­den kann."
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eine Kündigung aus Krankheitsgründen muss belegt werden. Es muss also ärztlich (Vertrauensarzt, MDK usw) attestiert sein, dass du dauerhaft deine vertraglich vereinbarte Arbeit nicht ausführen kannst. Bei einer ordendlichen Kündigung muss auch ein Grund angegeben werden, eine Krankschreibung von einigen Wochen reicht dazu nicht aus.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was war das denn für ein "Arbeitsunfall" in Deinem Homeoffice?

Die Schriftliche Kündigung erhielt ich angeblich per Post am 30.03.2016 was ich aber nicht nachprüfen kann, da ich noch immer in der Klinik liege und keinerlei Verwandte oder Freunde hier wohnen habe.

Sieh unbedingt zu, dass Du irgend jemand mit der Leerung Deines Briefkastens beauftragst damit hier keine Fristen verstreichen können (z. B. für Kündigungsschutzklage".

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von faris
04.04.2016, 09:19

Vielen Dank für die Antwort.

Ich kann keinen damit beauftragen, da ich erst hergezogen bin. Meine Freunde und Familie wohnen 350 km entfernt und ich liege in einer Klinik die 75 km von meiner Wohnung entfernt ist.

Der Unfall geschah nicht im Homeoffice. Ich Arbeite im Außendienst, nach einem Kundenbesuch wollte ich mir etwas zu trinken kaufen und übersah eine Stufe der Treppe. Dabei viel ich so "Doof" hin das ich mir das Kreuzband und die Kapsel zerstört habe. 

0

Ich nehme an, die Probezeit war bereits beendet, also du gekündigt wurdest. Daher gilt auch das Kündigungsschutzgesetz.

Man kann nun streiten, ob die Kündigung auch wirklich fristgemäß zugestellt wurde, also z. B. Einschreiben, Bote usw. Aber im Endeffekt ist das müssig, denn dann wird der AG neu kündigen.

Was wurde denn als Grund für die Kündigung angeben? Denn da würde ich ansetzen und via Anwalt Kündigungsschutzklage einreichen. Evtl. bekommst du eine Abfindung oder die Kündigung wird zurückgenommen. Wichtig ist aber, du hast nur 3 Wochen Zeit (seit dem 30.03). Nimm Kontakt zu einem Anwalt auf und frage, ob er dich auch im Krankenhaus besuchen kann und evtl. sogar deine Post nachsehen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von flirtheaven
04.04.2016, 09:31

Ich nehme an, die Probezeit war bereits beendet

Probezeit hat damit nichts zu tun. Die Probezeit verkürzt nur die Kündigungsfrist, hat aber nichts mit Kündigungsschutz zu tun außer bei Ausbildungsverträgen. Wenn also z.B. die probezeit 4 Monat beträgt, steht man trotzdem bis zum ende des 6. Beschäftigungsmonats ohne Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz da.

0

Ich würde auch mal den Kündigungsgrund hinterfragen, denn eine Kündigung wegen Krankheit ist eigentlich nicht rechtswirksam. Dann könntest du auf Weiterbechäftigung oder eine ordentliche Abfindung klagen, hört sich aber nicht nach einem Arbeitgeber ab, für den man gerne noch weiter arbeitet.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von faris
04.04.2016, 09:20

Danke da hast du leider recht die Kündigung wurde "zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt" 

0
Kommentar von flirtheaven
04.04.2016, 09:32

denn eine Kündigung wegen Krankheit ist eigentlich nicht rechtswirksam.

das ist auch so ein hartnäckiges Gerücht.

1

Am besten mal zu einem Anwalt gehen bzw. bei einem anrufen, das hört sich für mich nicht ganz normal an.....


Gute Besserung

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

da kann dir nur noch ein Anwalt helfen, sorry

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zunächst solltest Du dir wohl mal das Kündigungsschreiben aus dem Briefkasten besorgen und erstmal lesen. Vielleicht kann es notfalls ein Nachbar einscannen / fotografieren und zumailen?

Wegen der Kündigung würde ich einen Anwalt nehmen und mich anständig beraten lassen...

Solange noch Arbeitsunfähigkeit besteht, würde ich der Firma nur mitteilen, dass diese sich die Gegenstände gerne abholen darf. Es ist bei der Erkrankung nicht davon auszugehen, dass vor dem 30.04. eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht. Hier kommt es aber auch auf den Vertrag an, wie die Rückgabe geregelt ist. Zumindest würde ich mir vorher bestätigen lassen, wie denn die Benzinkosten, notwendige Übernachtungskosten und die Rückfahrt (mit dem Leihwagen / Zug) finanziell geregelt werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung