Frage von pocolocooo, 31

Kündigung während Arbeitsunfähigkeit, welche Möglichkeiten gibt es für mich als AN?

Hallo,

Ich habe (völlig überqualifiziert) überbrückend einen Job in einem Callcenter angenommen. Ich wollte keinesfalls zum Amt oder zuhause sitzen. Leider bin ich nach 4 wochen krank geworden und bekam durch das viele reden eine schwere Kehlkopfentzündung und konnte so nicht telefonieren.

Nun bekam ich nach 2 wochen eine Kündigung per Post und ohne Einschreiben. Ohne angabe von Gründen.

Hatte gelesen, dass der AG nachweisen muss, dass er nachweisen müsste (auch während der Probezeit) dass er mich aus anderen Gründen als der Krankheit gekündigt hat und mkr dann 6 weitere Wochen Krankengeld zahlen müsste, wäre ich da noch krankgeschrieben ... Wie gesagt auf der kündigung stang kein Grund.

Ausserdem ist mir der Postweg ohne Nachweis ziemlich schwammig.

Ps. Der Arbeitgeber war übrigens überall schlecht bewertet. Man musste sich jeden Tag einen neuen Platz suchen, die Tastaturen war verdreckt mit Essensreste drin, die Technik veraltet. Da ich nur 6 stunden dort gearbeitet habe, durfte ich keinen Pausen machen. Selbst wenn man sich 5 minuten eine Stulle in der Küche geschmiert hatte, wurde einem das abgezogen. Die Bildschirmarbeit war anstrengend, nichts mit alle Stunde 5 min weg vom Bildschirm, wie es das Gesetz vorsieht. Essen und Trinken am Arbeitsplatz verboten, jeder tat es heimlich. Das mal nur als Erklärung, was für ein AG das war. :-(

Hat jemand Tipps, wie ich mit der Kündigung umgehe? Bekomme kein Hartz4 und kein Arbeitslosengeld.

MÖchte wissen, wie ich bestmöglichst damit umgehe. Danke für alle Tipps.

Antwort
von marcussummer, 12

Wenn du eine Kündigung nicht akzeptieren willst, musst du dagegen binnen drei Wochen nach Zugang Kündigungsschutzklage erheben. Wobei in deinem Fall realistisch betrachtet lediglich eine Verlängerung der Kündigungsfrist auf die der Probezeit (falls vereinbart) oder auf vier Wochen geltend gemacht werden kann, falls fristlos gekündigt wurde. Falls nach Tarifvertrag abweichende Vereinbarungen bestehen, dann gelten die darin enthaltenen Fristen.

Grund dafür ist, dass auf dein Arbeitsverhältnis das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) keine Anwendung findet, da es noch keine sechs Monate besteht. Und dann braucht der Arbeitgeber gar keinen Kündigungsgrund.

Wo du den Spaß mit dem "Nachweis, dass nicht wegen Krankheit gekündigt" gelesen hast, weiß ich nicht. Aber das ist Quatsch. Schon allein, weil außerhalb des KSchG kein bestimmter Grund für eine Kündigung vorliegen muss, sondern lediglich die geltenden Fristen einzuhalten sind.

Hinsichtlich der Lohnfortzahlung bist du etwas ungenau: Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (nicht: Krankengeld!) entsteht, wenn das Arbeitsverhältnis vier Wochen Bestand hatte (§3 III Entgeltfortzahlungsgesetz). Wenn du tatsächlich "nach vier Wochen" krank geworden bist, dann bekommst du tatsächlich Entgeltfortzahlung für den Rest der Kündigungsfrist.

Antwort
von Gerneso, 20

Während der Probezeit kann der AG Dich ohne Angabe eines Grundes kündigen. Das darf auch während einer AU passieren.

Antwort
von Maximilian112, 20

Du arbeitest noch keine 2 Monate dort, bist also nicht im Kündigungsschutz.

Gegen die Kü wirst du nix machen können, falls sie fristgerecht war. Allerdings muß der AG die Entgeltfortzahlung auch über den Kündigungszeitpunkt hinaus weiter fortsetzen.

Eine Kündigung ohne Begründung im Krankenstand ist offensichtlich eine Kündigung wegen Krankheit. Davon wird auch die KK ausgehen und kein Krankengeld zahlen.

Antwort
von supersuni96, 20

Wie du damit umgehst? Es akzeptieren und dir einen neuen Job suchen. 

Der Arbeitgeber kann dir in der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen. Und die Schriftform ist ausreichend. Es muss kein Einschreiben sein. 

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