Frage von SoDarkness, 72

Kündigung vor Unterschrift beider Vertragspartner?

Hallo Mein Freund hat ein Problem.. Und zwar hat er ab November 2015 angefangen über eine Leiharbeitsfirma in einem Betrieb zu arbeiten. Dort wurde er ab 21.03 festangestellt. Da der Hauptsitz von der Firma in der Schweiz liegt, hat es bis zum 8.04 gedauert, bis er den Vertrag hatte. Unterschrieben war zu dem Zeitpunkt noch nichts. War ja nicht möglich weil es ein Freitag war. Gestern hat er den Vertrag dann unterschrieben abgegeben, aber heute kam ein Brief mit einer Kündigung zum 27.04 die am 8.04 erstellt wurde. Nun zu meiner Frage, ist es überhaupt möglich eine Kündigung zu schreiben bevor beide Vertragspartner unterschrieben haben? Mir kommt das sehr suspekt vor, weil es auch keinen triftigen Grund gibt um ihn zu kündigen. Er hatte letzte Woche 2 Krankheitstage, wo er auch eine Krankmeldung abgegeben hat. Diese Krankmeldung wurde nicht angenommen, also wurde ihm vom Gehalt abgezogen weil es in den ersten 4 Wochen der Arbeitszeit war. Aber eben wurde der Vertrag zu dieser Zeit nicht unterschrieben. Ist die Kündigung wirksam oder haben die vielleicht einen Fehler gemacht, da der Vertrag noch nicht vorhanden war? Wir sind echt am verzweifeln, weil er diese Arbeit unbedingt braucht. Er hat erst eine Wohnung bekommen in die er ab 1.5 einzieht, was jetzt zum Problem wird wenn er einfach so gekündigt wird.. Weiß jemand die Rechtslage?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo SoDarkness,

Schau mal bitte hier:
Arbeitsrecht Kündigung

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von skychecker, 27

Hier wurde eine Probezeitkündigung ausgesprochen.

Der Arbeitgeber hat mittlerweile auch einen unterschriebenen Vertrag, in dem eine Probezeit vereinbart wurde.

Im Nachhinein wird es wahrscheinlich schwer werden, einen anderen Hergang glaubhaft zu schildern.

Wobei auch nicht so viel gewonnen wäre. Denn auch ohne den unterschriebenen Vertrag hat ein Arbeitnehmer in den ersten sechs Monaten keinen Schutz über das Kündigungsschutzgesetz.

Der einzige Vorteil wäre, dass das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 4 Wochen zu kündigen wäre.

Wenn ihr also den Klageweg gehen wollt, dann würde der Arbeitgeber wahrscheinlich eine erneute Kündigung mit vier Wochen Kündigungsfrist zum 15. oder Ende eines Monats aussprechen. 

Also etwas Zeit- und Geldgewinn, aber doch keine Verbesserung zur Ausgangslage.

Kommentar von SoDarkness ,

Gibt es denn die Möglichkeit die Kündigung zurückzuziehen? 

Kommentar von skychecker ,

Natürlich gibt es die Möglichkeit.

Der Arbeitgeber kann natürlich die Kündigung zurückziehen, wenn er möchte.

Die Chance sehe ich aber als durchaus gering ein.

Warum sollte er aber? Schließlich hat dieser die Kündigung gerade erst ausgesprochen. Und das aus seiner Sicht eben aus einem berechtigten Interesse heraus.

Antwort
von peterobm, 37

Wurde vertraglich eine probezeit vereinbart? Innerhalb von 14 Tagen ist eine Kündigung jederzeit möglich. Probezeit beträgt meist 6 Monate.
Innerhalb der ersten 4 Wochen keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Kommentar von SoDarkness ,

Ja klar aber vertraglich heißt doch, wenn beide Vertragspartner unterschrieben haben und das war zu dem Zeitpunkt nicht der Fall. Meine Frage war ob das wirksam is wenn der Vertrag noch nicht 'offiziell' ist. 

Kommentar von peterobm ,

auch mündliche Verträge haben Gültigkeit, solche richten sich nach dem BGB; auch die sind OFFIZIELL

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