Frage von C0nfr0nt, 95

Kündigung vor Arbeitsbeginn in einem Monat?

Hallo,

ich habe vor ein paar Tagen einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Der erste Tag wird der 2.1.2017 sein. Jetzt habe ich aber zufällig ein Angebot für eine bessere, vorallem nähere, Stelle bekommen. In meinem Arbeitsvertrag steht nur das die Kündigung in der Probezeit 4 Wochen beträgt und das das Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund unberührt bleibt. Nicht aber das eine Kündigung vor Arbeitsbeginn, ausgeschlossen sei.

Habe natürlich bereits gegooglet aber verstehe es nicht ganz wirklich.

Kann ich nun einfach Kündigen vor dem 2.1, oder muss ich ne Frist einhalten?

Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Familiengerd, 41

Wenn im Arbeitsvertrag die Kündigung vor Beginn des Arbeitsverhältnisses nicht ausgeschlossen wurde, dann kannst Du vor Aufnahme der Arbeit kündigen.

Wenn hier für die Probezeit eine Frist von 4 Wochen vereinbart wurde, dann gilt diese (Mindest-)Frist auch für die Kündigung vor Beginn des Arbeitsverhältnisses.

Beginnt das Arbeitsverhältnis tatsächlich am 02.01.2017, dann muss der Arbeitgeber bei 4-wöchiger Kündigungsfrist und Kündigung zum 01.01.2017 die schriftliche Kündigung spätestens am 04.12.2016 erhalten. Da das aber ein Sonntag ist, müsste das Kündigungsschreiben (wenn auch am Samstag nicht gearbeitet wird), spätestens am Freitag, den 02.12.2016 dem Arbeitgeber zugestellt werden.

Die Übermittlung der schriftlichen Kündigung geschieht entweder persönlich (mit Zeugen oder gegen Quittung), durch Boten (mit Zeugen für Einwurf und Inhalt) oder durch Einwurf-Einschreiben (mit Zeugen für den Inhalt; nicht mit Einschreiben mit Rückschein!).

Kommentar von C0nfr0nt ,

Okay das sind sehr gute Neuigkeiten! Dann schick ich ein Fax los und ein Einschreiben...und ruf vorher da an.

Vielen Dank!

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Habe vergessen, dass selbstverständlich auch der Einwurf (persönlich oder durch Boten) in den Firmenbriefkasten möglich ist (wieder mit Zeugen für Vorgang und Inhalt) - am letztmöglichen Tag (Freitag, den 02.12.) aber nur zur postüblichen Zeit, wenn man davon ausgehen kann, dass der Briefkasten noch kontrolliert wird, also nicht erst um 23:59 Uhr (wie z.B. beim Terminsachen beim Finanzamt möglich). 

Kommentar von alarm67 ,

Auch noch wichtig und für den Laien ist die Bedeutung nicht sofort erkennbar:

Auch wenn die Kündigung vor Arbeitsantritt den Worten nach nicht ausgeschlossen wurde, sollte man prüfen, ob was über den Beginn der Kündigungsfristen schriftlich geregelt wurde!

Steht da nämlich, dass die Kündigungsfristen für beide Seiten erst mit Arbeitstbeginn beginnen, guckt er mit seiner Kündigung zum 01.01. in die Röhre!

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist dann aber nichts Anderes als der Kündigungsausschluss vor Aufnahme der Tätigkeit - nur etwas verklausulierter formuliert.

Kommentar von alarm67 ,

Ja, aber wie bereits geschrieben, nicht für jeden als solches unbedingt sofort erkennbar!

Antwort
von Busverpasser, 55

Kündige einfach. Kein Chef will einen Arbeitnehmer, der nur seine Zeit absitz bis die Frist greift... ;-)

Antwort
von Saturnknight, 32

wie sieht es den aus mit Probezeit? Normalerweise kann man in der Probezeit ohne Angaben von Gründen kündigen.

Du könntest auch mal mit dem Arbeitgeber sprechen und ihm erklären, daß der andere Arbeitsplatz viel näher wäre. Vielleicht könnt ihr den Vertrag dann einvernehmlich auflösen. Es gab bestimmt noch andere Bewerber auf diese Stelle. Und bisher hat er wohl noch nicht viel in dich investiert, so wie beispielsweise eine Einlernphase und ähnliches.

Du solltest dir das andere Angebot aber schriftlich bestätigen lassen. Nicht daß du den ersten Vertrag kündigst, und auf einmal zieht der andere Arbeitgeber sein Angebot zurück - dann hast du nämlich auf einmal gar keinen Job mehr.

Kommentar von C0nfr0nt ,

Ich würde sobald ich den anderen Vertrag unterschrieben habe, den anderen auflösen. In der Probezeit betraegt die kuendigungsfrist 4 wochen, steht im vertrag. wie gesagt ich fange ja erst in ueber einem monat an... wuerd ihn gern einfach widerrufen.

Kommentar von Familiengerd ,

Normalerweise kann man in der Probezeit ohne Angaben von Gründen kündigen.

Kündigen kann ein Arbeitnehmer immer ohne Begründung.

Und ohne entsprechenden vertraglichen Kündigungsausschluss kann er auch vor Beginn des Arbeitsverhältnisses mit der für die Probezeit geltenden Frist kündigen.

Antwort
von Kuno33, 42

Eigentlich hast Du vier Wochen Kündigungsfrist ab Beginn der Arbeit. Aber Du kannst ja versuchen, Dich mit dem Arbeitgeber zu einigen. In den meisten Fällen wird das kein Problem sein.


Kommentar von C0nfr0nt ,

Genau das verwirrt mich ja. Wenn ich das nun wirklich unterschreibe dann fange ich am 1.12 an und nicht erst am 2.1...ansonsten wenn die 4 wochen greiffen muss ich bis zum 5.12 gekündigt haben..so wie ich das verstehe.

ich las auch das ich 4 wochen arbeiten muss dort denn die kuendigung soll erst am dem 2.1 zaehlen...ich bin wirklich verwirrt, es ist nicht mein gebiet.

Kommentar von Familiengerd ,

Eigentlich hast Du vier Wochen Kündigungsfrist ab Beginn der Arbeit.

Das ist falsch.

Das Arbeitsverhältnis kann auch vor Beginn der Arbeit gekündigt werden, so dass es erst gar nicht zu einem Arbeitsantritt kommt, wenn es keinen arbeitsvertraglichen Kündigungsausschluss vor Arbeitsbeginn gibt.

Kommentar von Kuno33 ,

Bist Du Dir da sicher? Ich bin kein Jurist. Aber immerhin übernehme ich ja mit dem Vertrag eine Verpflichtung, der Arbeitgeber ja auch. Und nun soll es möglich sein, ohne Weiteres zu sagen: "Was interessieren mich meine Verpflichtungen von gestern?" Ich kenne eine Juristen, den werde ich mal fragen. Vermutlich gibt es Rechtsprechung zum Thema, die das klarer macht. Dann wäre ich ja bei meinen Arbeitsplatzwechseln immer in Gefahr gewesen, mit leeren Händen da zu stehen.

Kommentar von Familiengerd ,

Bist Du Dir da sicher?

GANZ sicher!

Aber immerhin übernehme ich ja mit dem Vertrag eine Verpflichtung, der Arbeitgeber ja auch.

Selbstverständlich.

Es gibt aber keinen generellen Unterschied, ob ich einen Vertrag erst kündigen, nachdem ich meine Arbeit im Betrieb begonnen habe, oder schon vorher, also vor Antritt der Arbeit.

Und nun soll es möglich sein, ohne Weiteres zu sagen: "Was interessieren mich meine Verpflichtungen von gestern?"

DARUM geht es ganz sicher nicht!

Es geht ja nicht darum, einen Vertrag einfach "sausen" zu lassen, sondern ihn regulär zu kündigen - wie man es ja auch tut, wenn man in einem Betrieb nicht mehr arbeiten möchte

Die Frage ist nur, ob man den Vertrag schon vor der Arbeitsaufnahme kündigen darf oder erst danach. Und man darf es, wenn es nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde.

Antwort
von Lexus1206, 45

Ja, dass ist ein problem. wenn du die erste unterschrieben hast, musst du wieder kündigen auf die Kündigungsfrist. Kannst das ja mit dem anderen ja absprechen ab wan du anfangen kannst

Kommentar von C0nfr0nt ,

Also es ist so. da könnte ich am 1.12 anfangen und beim anderen am 2.1

Dann einfach anrufen und ne Kündigung zufaxen und den anderen Vertrag unterschreiben?

Kommentar von Brandenburg ,

BEVOR irgendeine Kündigung erfolgt:

ZUERST beim vermeintl. besseren Arbeitgeber alles Vertragliche unter Dach und Fach bringen (Unterschrift im Arbeitsvertrag) und ERST DANACH beim "bisherigen Arbeitgeber" kündigen.

JETZT schon kündigen OHNE ZUVOR beim "besseren Arbeitgeber" unterschrieben zu haben, führt befürchtungsweise dazu, daß der Fragesteller ohne irgendwas (ohne Arbeit) dasteht.

Kommentar von C0nfr0nt ,

Um Gottes WIllen, natürlich XD ich bin ja nicht aufn kopf gefallen.

Antwort
von alarm67, 38

Nehme Kontakt auf. Rede mit denen offen und ehrlich!

Kündigen könntest Du frühestens zum 30.01.2016 (02.01. plus 28 Tage).

Und wenn Du das denen nicht persönlich mitteilen möchtest, dann trete schriftlich von dem geschlossen Vertrag mit sofortiger Wirkung zurück.

Sende denen das per Einschreiben zu.

Und dann wartest Du ab oder fragst nach!

Kommentar von Busverpasser ,

Das mit dem Reden ist wohl der beste Tipp. Welcher Chef braucht schon für einen Monat einen Mitarbeiter der in Gedanken schon wieder weg ist... ;-)

Kommentar von C0nfr0nt ,

Oh, sowas hatte ich schon befürchtet. Aber ich red dann erst einmal mit denen.

Kommentar von Familiengerd ,

Kündigen könntest Du frühestens zum 30.01.2016 (02.01. plus 28 Tage).

Das ist falsch.

Ohne entsprechenden arbeitsvertraglichen Kündigungsausschluss vor Arbeitsbeginn kann der Arbeitsvertrag auch zum 01.012017 gekündigt werden, so dass es gar nicht erst zum Arbeitsantritt am 02.01 kommt!

Kommentar von alarm67 ,

Du hast korrekterweise auf meinen Fehler hingewiesen! Danke Familiengerd!

Man (ich) sollte gerade bei so wichtigen Fragen dieses nicht auf die schnelle neben der Arbeit erledigen!

Ich gelobe Besserung! 😎

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community