Frage von Martin500, 94

Kündigung von der Versicherung - nicht nachvollziehbar?

Hey zusammen,

ich habe vor ca. 2 Monaten zur privaten Versicherung Signal Iduna gewechselt. Leider habe ich kurz danach meinen Job verloren und war wegen extremen Schlafstörungen 10 Tage in einer Psyschatrie.

Natürlich hat die Signal Iduna wissen wollen ob es zu irgendwelchen Vorerkrankungen kam und hat meine vorherigen Krankenkassen befragt.

2010 war ich schon mal beim Artzt wegen Schlafstörungen und habe Opipramol verschrieben bekomen. Die Signal Iduna hat mir jetzt den Vertrag gekündigt mit der Begründung, dass ich wegen psyschischen Erkrankungen und Alkoholmissbrauch bereits eine Vorerkrankung hatte und diese bei der Anmeldung verschwiegen hätte!?

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich damals der Ärtztin gesagt, dass ich abends wenn ich nicht schlafen kann ab und zu ein Bier trinke. Aber das kann man doch nicht unter Alkoholmissbrauch einordnen.

  1. Kann ich diese Diagnose von 2010 nachträglich noch richtig stellen lassen?
  2. Falls nicht, gibt es eine Möglichkeit, dass ich die letzten 2 Monate in der ich in der Psyschatrie wegen Schlafstörungen war nachträglich irgendeinen Versicherungsschutz bekommen kann?

Ich beziehe zur Zeit Hartz 4 und wäre mit den Kosten der letzten 2 Monate ziemlich überfordert.

  1. Ist es sinnvoll mich an mein Jobcenter mit der Problematik zu wenden?

Vielen Dank im voraus für jegliche Tipps und Infos Martin

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FordPrefect, 94

ich habe vor ca. 2 Monaten zur privaten Versicherung Signal Iduna gewechselt.

Warum? Um Geld zu "sparen"?

Leider habe ich kurz danach meinen Job verloren und war wegen extremen Schlafstörungen 10 Tage in einer Psyschatrie.

Kaum. Wegen Schlafstörungen kommt niemand in die Psychiatrie; da steckt weitaus mehr dahinter.

2010 war ich schon mal beim Artzt wegen Schlafstörungen und habe Opipramol verschrieben bekomen. Die Signal Iduna hat mir jetzt den Vertrag gekündigt mit der Begründung, dass ich wegen psyschischen Erkrankungen und Alkoholmissbrauch bereits eine Vorerkrankung hatte und diese bei der Anmeldung verschwiegen hätte!?

So ist es. Dies alles hätte *lückenlos* bei Antragstellung aufgeführt werden müssen, denn dann hätte der VR wahlweise den Antrag abgelehnt oder aber bestimmte Tarifkomponenten entweder herausgenommen bzw. nur gegen Aufschlag inkludiert. Das ist ein schwerwiegender Verstoß gegen die Anzeigepflichten, der ggfs. sogar den Straftatbestand des Betrugs erfüllen kann. Die Signal Iduna wird den Vertrag IMHO auch nicht kündigen, sondern rückwirkend aufheben. Somit wärst Du automatisch wieder beim Vorversicherer versichert (siehe § 188 SGB V), und schuldetest diesem alle Beiträge seit Wechselversuch.

Kommentar von Martin500 ,

Mit der Antwort kann ich echt mal was anfangen, danke dafür! Die Signal war auch so nett mir alle meine bezahlten Beiträge zurück zu erstatten. Du schreibst ich wäre automatisch wieder beim Vorversicherer? Also teilt die Singal Iduna meiner vorherigen GKV alles mit und ich bin dann wirklich automatisch rückwirkend wieder bei der GKV? 

Kommentar von FordPrefect ,

So ist es - vorausgesetzt, die Vorversicherung bestand in der GKV bis zum Antrag an die Signal Iduna.

Antwort
von Apolon, 89

Natürlich hat die Signal Iduna wissen wollen ob es zu irgendwelchen Vorerkrankungen kam und hat meine vorherigen Krankenkassen befragt.

wobei sie bei der Krankenkasse keine Auskunft bekommt - Datenschutz!

dass ich abends wenn ich nicht schlafen kann ab und zu ein Bier trinke.

Gab es in dem Krankenversicherungsantrag die Frage - ob du regelmäßig Alkohol trinkst ? - Wenn ja - wie hast Du geantwortet ?

Falls nicht, gibt es eine Möglichkeit, dass ich die letzten 2 Monate in der ich in der Psyschatrie wegen Schlafstörungen war nachträglich irgendeinen Versicherungsschutz bekommen kann?

Also wurden die Fragen im Antrag nicht wahrheitsgemäß beantwortet !

Kündigung von der Versicherung - nicht nachvollziehbar?

Doch dies ist nachvollziehbar, weil Du die Fragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet hast.  Und wegen Schlafstörungen wird man nicht in eine Psychiatrie eingewiesen. 

Da würde man höchstens in ein Schlaflabor kommen zur Untersuchung!

Also gehe ich davon aus, dass noch weitere gesundheitliche Erkrankungen vorliegen.

Expertenantwort
von RHWWW, Community-Experte für Krankenversicherung, pKV, private-Krankenversicherung, 82

Hallo,

falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen führen oft zu einer kompletten Beendigung der Krankenversicherung bei diesem Unternehmen. Oft bleibt dann nur der Basistarif bei einem anderen Unternehmen: mehr als 600 Euro monatlich, zuzüglich Pflegeversicherung.

Das kann sehr hilfreich sein:

https://www.test.de/Gesundheitsfragen-Was-Sie-der-Versicherung-sagen-muessen-464...

Oft gibt es hier gute Tipps:

patientenberatung.de

Wurden die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag alleine beantwortet? Wer hat ggf. geholfen? Steht im Beratungsprotokoll etwas zu den Gesundheitsfragen bzw. deren Antworten?

Gruß

RHW

Kommentar von Martin500 ,

Soweit ich mich erinnern kann wurden die Gesundheitsfragen beim Antrag von meinem Vermittler am Telefon durchgegangen. Mir ist überhaupt nicht bewusst, was ich dabei hätte angeben müssen. Auch finde ich es sehr schwierig rückblickend mich an alle Arztgänge zu erinnern bzw. worum es damals genau ging. 

Ist es sinnvoll noch mal den Antrag bzw. die damalige Diagnose anzufordern und zu vergleichen?  

Was mich wirklich stutzig macht ist, dass in der Diagnose Alkoholmissbrauch auftaucht was wirklich in keinstem Falle etwas mit mir zu tun hat. 

Kommentar von RHWWW ,

Ich würde mir den Antrag mit den Antworten nochmal genau ansehen (Frage nach Alkoholkonsum? Oder nach Alkoholmissbrauch? Oder ...?).

Alle ärztlichen Unterlagen für den abgefragten Zeitraum genau ansehen (ggf. auch von anderen Ärzten). Evtl. tauchen noch andere Probleme auf (Kopfschmerzen, Rückenprobleme, Kniebeschwerden)

Ggf. lag ein riskanter Alkoholkonsum vor:

 http://www.alkohol-leitlinie.de/?fldr=betroffene&menu=1-3

Ggf. passt auch die Definition "Alphatrinker" (physisches Problem "Schlaflosigkeit" bekämpfen"):

.onmeda.de/alkohol/alkoholismus-definition-10019-2.html

Ggf. wird im Ernstfall ein Richter entscheiden, was bei den Gesundheitsfragen korrekterweise zu antworten gewesen wäre.

 

Expertenantwort
von RHWWW, Community-Experte für Krankenversicherung, pKV, private-Krankenversicherung, 64

Hallo,

ich würde folgendes machen:

- den unterschriebenen Vertrag mit den genauen Gesundheitsfragen genau durchlesen und kopieren

- von allen Ärzten in den abgefragten Jahren Kopien aller gespeicherten Unterlagen geben lassen

- dann diese Stelle kontaktieren: patientenberatung.de

- über den Basistarif ganz genau informieren: wenn man rückwirkend den Basistarif bei einer anderen Privatversicherung wählt, ist die Krankenkausbehandlung zu den normalen Sätzen versichert (aber ohne Chefarzt und ohne 1- bzw. 2-Bett-Zimmer). Der Monatsbeitrag liegt bei über 600 Euro monatlich, zuzüglich Pflegeversicherung). Solange Arbeitslosengeld II bezogen wird, wird der Beitrag bei der Versicherung auf Antrag halbiert.

- wenn man die rechtlichen Regelungen kennt, kann man ggf. den pkv-ombusmann.de einschalten.

Gruß

RHW

Kommentar von RHWWW ,

Korrektur:

den pkv-ombudsmann.de

Antwort
von Gerneso, 85

Du hast vor 2 Monaten erst die Versicherung gewechselt, diese nie bezahlt und dann Deinen Job verloren (gab es keine Kündigungsfrist)? Warum bekommst Du HartzIV und nicht ALG1?

Wenn Deine alte KK von Schlafstörungen und Alkoholmißbrauch in der Vergangenheit weiß und die neue darüber unterrichtet hat, muss da noch mehr gewesen sein als "Ich schlafe nicht so gut" und "abends mal ein Bier".

Klingt leider alles recht unglaubwürdig.

Antwort
von basiswissen, 68

Lieber User,Ich bin mir relativ sicher dass deine Frage mit den enthaltenen Informationen zu dem Vorgang recht lückenhaft ist.Auch zweifle ich an dem Wahrheitsgehalt, denn hier passen einige Dinge nicht wirklich zusammen.Unterstellen wir aber dass deine Aussagen so Weitware sind, so würde ich mir zunächst einmal Informationen beschaffen wo her die Signal diese Informationen hat. Üblicherweise müsste dies aus dem Behandlungsbericht eines Arztes sein und der musste auf Nachfrage eine Abschrift deiner Krankenakte geben. Dort findest du was er der Kasse nennen konnte. Dies muss nicht unbedingt mit dem identisch sein das du beim Eintritt in die Versicherung dort im Antrag angegeben hast.Letztlich läuft es darauf hinaus dass du wichtige Angaben im Antrag nicht gemacht hast weshalb der Versicherer das Risiko nicht einschätzen konnte. Dies nennt man eine Obliegenheitsverletzung. Deshalb ist die Kündigung des Versicherers, gerade im Bezug auf psychische Probleme, durchaus nachvollziehbar.Ich kann mir nicht vorstellen dass du mit einer solchen Diagnose einen entsprechenden Vertrag bekommst. Bleibt zu klären ob du nach der Kündigung nun in den sogenannten Basistarif hineinkommst, was sich nun einmal vermuten und befürchten würde.Aber wie gesagt: so richtig glauben kann ich diese Geschichte so wie sie dargestellt ist nicht.

Antwort
von ALEMAN2015, 83

Die alte Diagnose kann man nicht aendern. Aber wenn dir die Iduna gekuendigt hat, bist du doch bis zum Kuendigungstermin versichert.

Das Problem wirst du bei jeder privaten KV haben, du solltest in eine gesetzliche KV gehen.

Kommentar von Martin500 ,

Du hast Recht, die Krankenkasse besteht bis ich das Kündigungsschreiben erhalten habe. Allerdings erwähnen sie extra, dass sie Behandlung in der Psyschatrie nicht übernehmen wollen, da diese mit der verschwiegenen Alkoholkrankheit zusammen hängen würde. Das ist aber definitiv nicht der Fall! Ich war in der Psyschatrie wegen Schlafstörungen und nicht im geringsten Fallen wegen Alkohol.  Gibt es für so einen Konflikt eine Beratung an die ich mich wenden kann oder muss ich zu einem Anwalt gehen oder soll ich erst mal selber Briefe schreiben?

Kommentar von TerhorstAgentur ,

Du kannst den Ombudsmann für PKV anrufen. www.pkv-ombudsmann.dee vielleicht kann man da was machen. Arzte schreiben auch manchmal Diagnosen die es nie gegeben hat.

Antwort
von CosmosDirekt, Business, 41

Hallo Martin500,

grundsätzlich sind ALG-II-Beziehende über die Bundesagentur für Arbeit in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert.

Zur Klärung Ihrer persönlichen Versorgungssituation wenden Sie sich bitte direkt an Ihre zuletzt zuständige gesetzliche Krankenkasse. Empfehlenswert ist auch die Kontaktaufnahme mit Ihrem Job-Center.

Viele Grüße

Bernhard Gabriel, CosmosDirekt

Antwort
von Dickie59, 41

Hallo,

wenn du dich überforderst mit der Frage der krankenversicherung fühlst, dann frage ich mich, warum du dich mal für eine private Krankenversicherung entschieden hast.

Deine Fragestellung ist überflüssig, wenn du deine Antragskopie durchgehst, dann wirst du sehen, dass du diese Frage falsch beantwortetst hast. Und bedanke dich für die Enrsthaftigkeit deines Vermittlers, denn er hat nicht versucht, dir den kostenlosen Wechsel nach § 204 VVG zu ermöglichen (daran hätte er nichts verdient) um in einen kostengünstigeren Tarif bei deinem letzten Versicherer, oder warst du gar gesetzlich versichert?,  zu kommen.

Somit ist der Rücktritt berechtigt, der alte Versicherer muß dich wieder aufnehmen, du musst die Beiträge bei dem nachentrichten.

Beste Grüße

Dickie59

Kommentar von Martin500 ,

Der alte Versicherer muss mich wieder aufnehmen? Also wäre ich dann wieder in einer gestzlichen (Securvitas) oder kann ich mir eine andere gesetztliche oder private holen?  

Kommentar von Dickie59 ,

ja, die alte Krankenkasse, die zuletzt dich versichert hatte

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