Frage von FallenGirl96, 50

Kündigung und Ausbezahlung der Urlaubstage...?

Hallo, liebe Community! :-)

Ich arbeite in der ambulanten Intensivpflege und habe meinem ehemaligen Arbeitgeber während der Probezeit gekündigt (war Teilzeit, also eine 75 % Kraft bei 120 Stunden im Monat bzw. 10 Diensten á 12 Stunden). Vom 15.9.15 - 31.12.15 habe ich mir 7 Urlaubstage erarbeitet, die mir jetzt ausbezahlt wurden. Allerdings kommt mir das ziemlich wenig vor (ca. 293 Euro). Im Arbeitsvertrag steht nur, dass erarbeitete Urlaubstage im Falle einer Kündigung "abgegolten" werden. Ein Nehmen des Urlaubs war aber aufgrund zeitlicher Gründe (Probezeit - 14 Tage Kündigungsfrist) nicht mehr möglich. Es steht im Arbeitsvertrag nicht drin, ob im Urlaub nur 8 Stunden gezählt werden oder ob die vollen 12 Stunden zählen. Darf ich nun davon ausgehen, dass die volle Stundenzahl geltend gemacht werden kann, ich also Anspruch auf 7 x 12 Stunden gehabt hätte?

Es wäre nett, wenn ihr mir helfen könntet. Und ja... Ich weiß, es ist sehr verwirrend. Viele Grüße und schon einmal ein herzliches Dankeschön im Voraus! Euer FallenGirl

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 22

Auch in der Probezeit erwirbt man pro Monat 1/12 des gesetzl. oder tarifl. Erholungsurlaubs.

Bei Kündigungen gilt die Ausnahme nach § 7 (4) BUrlG. Kann der Urlaub, so die Vorschrift, wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr gewährt werden, ist er abzugelten – und zwar nach Tagesverdiensten in Höhe des durchschnittlichen Tageslohns der letzten drei Monate.

Kommentar von FallenGirl96 ,

Dankeschön für deine Antwort! :-)

Antwort
von SiViHa72, 23

ich kenne es auch so, dass bei Leuten mit Arbeitszeiten, die unterschiedlich sind, die Zeit der letzten 3 Monate insgesamt genommen wird. Durch 72 geteilt. Und das ergibt dann den Wert für 1 Tag, der eben entweder in Geld oder Stunden zu veranschlagen ist (was ja im Endeffekt aufs Gleiche rauskommt).

Kommentar von FallenGirl96 ,

okay... Das ist schon wieder so viel Mathematik ^^ vielen Dank trotzdem :-)

Antwort
von Tripper, 26

Der Erfahrung nach, werden für Urlaubstage standardmäßig 8 Stunden gezählt, vor allem wenn es im Arbeitsvertrag nicht spezielle geregelt ist sollte das auch in deinem Fall zutreffen.

Kommentar von FallenGirl96 ,

Damit habe ich ursprünglich auch gerechnet gehabt. Allerdings wäre ich dabei auf 756 Euro brutto gekommen. Das kann dann ja mit den ganzen Abzügen nicht 450 Euro weniger sein, oder? Bin wirklich überfordert auf diesem Gebiet. Aber danke dir für deine schnelle Antwort.

Kommentar von Nightstick ,

Hier darf man nicht Brutto- und Nettoverdienst in einem Topf werfen!

Wichtig ist, zunächst zu prüfen, ob (wie @imager761 richtig sagt) für die Errechnung der Brutto-Urlaubsabgeltung der Durchschnittsverdienst der letzen drei Monate herangezogen wurde.

Der Nettoverdienst bzw, der Auszahlungsbetrag stehen auf einem ganz anderen Blatt. So kann man sich z.B. evtl. zuviel gezahlte Lohnsteuer über die Jahressteuererklärung vom Finanzamt zurückholen.

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