Frage von tomyjoooo, 45

Kündigung nach der Übernahme, nach der Ausbildung. Wie viel Urlaub steht mir noch zu?

Ich habe zum 30.06.2016 meine Ausbildung beendet. Danach wurde ich mit einer Probezeit von 6 Monaten von meinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Nun habe ich zum 31.08.2016 gekündigt, da ich danach ein Studium anfangen möchte. Aus der Ausbildungszeit habe ich 2,5 Urlaubstage überbehalten die laut Betrieb auch nicht verfallen. Nach meiner aktuellsten Abrechnung habe ich nun noch 14 Urlaubstage, da mir die Urlaubstage für den Rest des Jahres nach der Ausbildung angerechnet wurden. Insgesamt habe ich einen Jahres Urlaubsanspruch von 25 Tagen insofern diese Information relevant ist. Die Frage ist nun wie viele Urlaubstage mir aktuell noch zustehen. Vielen Dank im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Familiengerd, 26

Also erhoffe ich mir den vollen Urlaubsanspruch.

Die Hoffnung ist berechtigt, denn Du hast den vollen Jahresurlaubsanspruch für das Kalenderjahr 2016.

Dein Anspruch ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub"  Abs. 1, da Dein Arbeitsverhältnis seit mehr als 6 Monaten besteht und in der 2. Jahreshälfte endet.

§ 4 formuliert den Anspruch nach 6-monatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses (wobei die Zeit der Ausbildung mit zu zählen ist), und § 5 nennt in den Buchstaben a) bis c) des Abs. 1 die Fälle, in denen nur Teilurlaub zu gewähren ist - und die treffen auf Dich nun einmal nicht zu.

Das ist übrigens allgemeine Rechtsauffassung und durchgängig einheitliche Rechtsprechung.

Der Anspruch auf den vollen Jahresurlaub betrifft zunächst aber nur den gesetzlichen Mindesturlaub.

Der Urlaubsanspruch bei einem längeren als dem gesetzlichen Urlaub darf allerdings anteilig berechnet werden (Zwölftelung), wenn dies im Arbeitsvertrag oder einem anzuwendenden Tarifvertrag so vereinbart wurde, oder wenn in der Formulierung zum Urlaubsanspruch zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub unterschieden wurden (z.B.: "Der Arbeitnehmer erhält zusätzliche zum gesetzlichen Urlaub einen weiteren Urlaub von x Tagen."): dabei bleibt aber mindestens der Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Urlaub erhalten.

Wenn Du den Anspruch auf den gesamten Urlaub wahrnimmst, hast Du gegenüber einem neuen Arbeitgeber in diesem Kalenderjahr allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr (§ 6 "Ausschluß von Doppelansprüchen"), es sei Dein, der Urlaubsanspruch bei ihm wäre höher als jetzt.

Solltest Du Deinen Urlaub bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr nehmen können (aus dringenden - !!! - betrieblichen oder persönlichen - z.B. Krankheit - Gründen) dann muss er abgegolten werden (§ 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4).

Viel Erfolg im Studium!

Kommentar von tomyjoooo ,

Dankeschön!

Diese Antwort hilft mir erheblich weiter. :)

Kommentar von Familiengerd ,

Gerne geschehen! :-)

Antwort
von Maximilian112, 27

Du hast den vollen jährlichen Urlaubsanspruch.

Allerdings kann ich das nur für den gesetzlichen Teil Deines Urlaubes beantworten. Der zusätzliche Urlaub könnte gezwölftelt werden. Das müßte dann aber in einem Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag fixiert sein.

Ist nichts derartiges niedergeschrieben dann steht Dir der volle Urlaub zu.

Antwort
von Zathy, 44

Es wird üblicherweise mit 2 Tagen pro Monat, den du dort arbeitest, gerechnet.

Also 4 Tage für die 2 Monate Arbeit, plus die 2,5 Tage, die du noch hattest.

Kommentar von tomyjoooo ,

Ok vielen Dank schon mal.

Aber wie sieht das hier aus mit dem Gesetz das bei Kündigung in zweiter Jahreshälfte der volle Urlaubsanspruch besteht?

Die Bedingung dafür ist ja das man seit Anfang des Jahres Betriebszugehörig ist. Da ich vorher im Betrieb meine Ausbildung gemacht habe, war/bin ich seit Anfang des Jahres Betriebsangehörig. Und laut meines Wissenstandes zählt die Ausbildungszeit ebenfalls zu dieser Zeit dazu. Oder irre ich mich?

Also erhoffe ich mir den vollen Urlaubsanspruch.

Kommentar von Familiengerd ,

@ Zathy:

Die Antwort ist falsch, denn hier besteht Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, bei Vereinbarung einer anteiligen Berechnung aber mindestens auf den gesamten gesetzlichen Urlaub!

Antwort
von kabatee, 18

Hab diese Frage auch meinen Anwalt gestellt: den ganzen Jahresurlaub aber mindestend den gesetzl. Jahresurlaub!

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