Frage von Rexinho, 60

Kündigung. Ich habe noch Arbeitsmaterialien etc Ist es mir gestattet, solange zu warten, diese zurückzusenden, wenn noch Geld offen steht?

Guten Tag,

mein ehemaliger Chef schuldet mir noch ca. 1000 Euro. Darf ich die Arbeitsmaterialien, Dienstausweise etc. solange zurückhalten, bis ich das komplette Geld beansprucht habe ? Oder kann er mich diesbezüglich über seinen Anwalt auch nochmals dran kriegen ?

Es handelt sich um einen Nebenjob kündigung zum 15.07.16 des nächsten Monats, allerdings bin ich über die 450 €hinaus, so dass er mehrere Monate später das eigentlich weiterzahlen muss.

Antwort
von Vollstreckerin, 9

Hallo,

das ist ja eine schöne Soße, die Dein Chef da produziert hat! Solche Leuet, wie ihn, nennt man Steuer- und Abgabenhinterzieher!

Ja, die Materialien darfst Du zurückbehalten, aber nicht stillschweigend! Du solltest ihm schreiben, dass Du ihm die Materialien herausgibst Zug um Zug gegen Zahlung ausstehender Entgelte.

Allzu sehr die große Klappe wird der Bursche nicht haben, weil er dann nämlich seine Betrügereien beim Lohn, die Steuer- und Abgabenhinterziehungen, offenbaren müßte.

Er hat nun ein Problem: Er grübelt, wioe er aus der Nummer wieder raus kommt, ohne Besuch von Leuten mit Dienstmarken zu bekommen.

Du solltest ihm nicht allzuviel Zeit und Luft lassen. In Deinem Schreiben, in dem Du ihm die Zug-um-Zug-Herausgabe der Sachen gegen vollständige Zahlung ankündigst, solltest Du ihm auch bereits ankündigen, falls er nicht binnen einer kurzen Frist, 10 Tage z.B., "aus dem Knick kommt", gehst Du mal schon zum Arbeitsgericht. Das wird seinen Blutdruck erheblich erhöhen ... (-:

Wenn er die Frist ungenutzt verstreichen läßt, solltest Du wirklich zum Arbeiutsgericht gehen. In der Rechtsantragstelle dort wird man Dir helfen, eine Klage zu erstellen. Du mußt nur eben alles mitnahmen, was Du von oder über Dein Arbeitsverhältnis hast.

Es hätte hier keinen Sinn, immer noch neue Fristen zu setzen ... der Bursche verarscht Dich nur und versucht, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Kann natürlich sein, dass Du auch deutlich weniger netto hast, weil Steuern und Abgaben anfallen. Das ist aber der für Dich mildere Weg und der einzig gangbare, sonst wirst Du erpreßbar!

Du kannst ja am Ende des Jahres eine Einkommensteuererklärung machen. Dann bekommst Du von den Steuern viel zurück.
Hoffe ja jetzt für Dich, dass Du keine Leistungen vom Arbeitsamt oder Jobcenter beziehst.

Viele Grüße Vollstreckerin

Antwort
von lenzing42, 15

Wenn das Verhältnis zum Arbeitgeber ein gutes ist, dann kannn man darüber reden, ihn einfach vor vollendete Tatsachen setzen, ist keine Lösung.

Wenn du den Arbeitgeber in einem netten Gespräch auf deinen Willen der Zurückhaltung der Arbeitsmaterialien hinweist, dann sollte das ohne Anwalt möglich sein.


Antwort
von DerHans, 22

Deine Arbeitsutensilien und vor allem den Dienstausweis, darfst du nicht einfach als Pfand nehmen.

Um deine Forderung durchzusetzen, gibt es das Arbeitsgericht. Das ist sogar kostenlos und du brauchst KEINEN Anwalt.

Kommentar von mepeisen ,

Deine Arbeitsutensilien und vor allem den Dienstausweis, darfst du nicht einfach als Pfand nehmen.

Und wie kommst du zu dieser (falschen) Ansicht? Zunächst einmal kommt es stark drauf an, was man da zurückbehalten will. Dann kommt es drauf an, was in Tarifverträgen/ Betriebsvereinbarungen/ Arbeitsverträgen steht.

Kommentar von DerHans ,

Was du alles so weißt

Antwort
von Jewi14, 37

Wir leben in einem Rechtsstaat! Das Faustrecht gibt es daher nicht. "Wenn du mir das nicht gibst, bekommst du auch nicht das zurück". Sowas gibt es bei uns nicht.

Du musst das Eigentum des AG ohne wenn und aber zurückgeben und die offene Gehaltsforderung bei Gericht einklagen (oder Mahnbescheid erstellen).

Kommentar von Rexinho ,

Naja ein Mieter kann ja ebenso die Kaution bis zu 12 Monate einbehalten. 

Kommentar von mepeisen ,

Sowas gibt es bei uns nicht.

Doch, so etwas gibt es in der Tat. Definiert im BGB, §273. Es hat durchaus seine Grenzen. Ob die hier vorliegen, kann man nicht einfach so sagen, denn dazu sind Einblicke in Tarifverträge usw. notwendig.

Antwort
von DarthMario72, 24

Nein, das solltest du unterlassen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

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