Kündigung erhalten, trotzdem Lohn?

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1 Antwort

Zunächst einmal (wenn es um ein Arbeitsverhältnis in Deutschland geht):

Dein Freund ist für die Zeit der Kündigungsfrist (also bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses) zu bezahlen.

Wenn der Arbeitgeber ihn nicht beschäftigt oder nicht beschäftigen kann (auf ein "Verschulden" seinerseits kommt es dabei nicht an), kommt er mit dem Angebot der Arbeitsleistung Deines Freundes in den sogenannten "Annahmeverzug" nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko": er ist so zu bezahlen, als wenn er tatsächlich arbeiten würde!

Was mich allerdings wundert, ist die Kündigungsfrist von 5 Tage. Die gesetzliche Kündigungsfrist in der Probezeit beträgt 14 Tage; eine kürze Frist kann nur über einen Tarifvertrag vereinbart werden, nicht über einen Arbeitsvertrag. Um was für ein Arbeitsverhältnis handelt es sich denn, und ist ein Tarifvertrag anzuwenden?

Wenn Dein Freund sich gegen die Kündigung wegen einer nicht eingehaltenen Frist wehren will, muss er innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt dagegen klagen (oder der Arbeitgeber nimmt sie nach entsprechender Androhung rechtzeitig schriftlich zurück).

Für eine solche Klage braucht er keinen Anwalt (wenn er es sich selbst zutrauen sollte), der auf jeden Fall selbst bezahlt werden müsste - unabhängig vom Ausgang einer Klage. Die Klage wird bei der Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts eingereicht; sie nimmt sie auch zur Niederschrift entgegen und hilft dabei bei der Formulierung.

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Kommentar von koyla
17.11.2015, 13:40

Hi, ja ist ein Tarifvertrag, mein Kumpel studiert nächstes Jahr und arbeitet vorübergehend und leider findet man nur Leihfirmen usw. Ich Bedanke mich vielmals für deine Antwort, hat uns sehr weitergeholfen.

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