Frage von Notol, 63

Kündigung durch Azubi wegen Berufsaufgabe ?

Hallo, Ein Freund von mir (20J.) fragt sich ob er 5 Monate vor Ende der Ausbildung (Krankenpflege), ordentlich Kündigen kann mit Frist von 4 Wochen aufgrund der Berufsaufgabe. In 5 Wochen sind die ersten Abschlussprüfung.

Habe Ihm geraten durchzuziehen aber er sagt er kann nicht mehr weil er den Job eh nicht ausüben will. Hat Schlafstörung und möchte nicht mehr auf Station weil es ihm unangenehm ist. Er will sich beruflich neu orientieren.

Also wie sieht es aus ? Kann er Kündigen ?

Antwort
von Rockige, 14

Natürlich kann er kündigen und die Ausbildung schmeißen.

Aber er hat da nicht besonders weit gedacht. Es ist egal ob er jetzt gemerkt hat das er den Beruf eh nicht ausüben will. Denn, hat er eine Ausbildung in der Tasche dann hat er was. Bricht er vorher ab dann wird ihm das für alle Zeit im Lebenslauf nachhängen. Außerdem ists für sein Ego wohl ziemlich mies so kurz vor Schluss abzubrechen "nur weil er merkte das er den Beruf eh nicht ausüben will".

Er sollte auch mal darüber nachdenken was danach kommt? Sich von Mami und Papi voll finanzieren lassen wird wohl nicht drin sein.

Antwort
von Ikarus84, 42

Das ist wirklich Unsinn. Er ist so weit gekommen (das erste Ausbildungsjahr ist meistens ätzend). Unabhängig von der Richtung der Ausbildung, hat er ein Zertifikat, das er eine Ausbildung abgeschlossen hat. Wenn er kündigt hat er nichts. Ausbildungszeit wird ihm niemand anerkennen, da er die Abschlussprüfung nicht geschafft hat.

Er soll auf jedenfall die Prüfung machen, egal ob er danach Computerprogrammierer oder Autolackierer wird. Eine Ausbildung ist kein akademischer Grad, aber man erhält ein Zeugnis der HWK/IHK und hat somit einen Beweis, dass man eine gewisse Leistung über einen Zeitraum erbracht hat.

Kommentar von Notol ,

Er leidet deshalb seit 4 Wochen unter Schlafstörungen und ist mit nerven völlig fertig.

Kommentar von Ikarus84 ,

Wenn er krank ist lässt sich das ggf. verschieben. Evtl. kann er den Abschluss in der Nachprüfung oder nächstes Jahr machen. Die Fristen kenne ich jedoch nicht. Dazu musst du dich bei der IHK/BWK informieren.

Kommentar von Notol ,

Er hat das Recht auf ein einfaches oder qualifizierten Arbeitszeugnis oder nicht?

Kommentar von Ikarus84 ,

Ja das Recht hat er. Aber ein Arbeitszeugnis einer Berufsausbildung ohne Abschlusszeugnis der HWK/IHK ist in meinen Augen kaum was wert. Es belegt lediglich die Arbeitsleistung in der Firma, nicht aber den Ausbildungsgrad, der erst mit dem Abschluss erreicht wird.

Der Abschluss der Prüfung belegt dass der Auszubildene die Ausbildung komplett absolviert hat und schulischen Leistungen erbracht hat.

Ein Arbeitszeugnis belegt lediglich, dass die Person im Zeitraum X angestellt als Auszubildener war, was die Frage aufwerfen wird warum er den Abschluss nicht gemacht hat.
Günstigere Chancen hätte er mit Abschluss der HWK/IHK, ein reines Arbeitszeugnis ist kaum was wert, wie schon erwähnt.

Es gibt aber diverse Möglichkeiten je nach schulischer Leistung oder Ausnahmesituation die Ausbildung zu verkürzen oder ggf. an der Abschlussprüfung teilzunehmen. Am besten kontaktiert ihr hier die Berufsschule und/oder sprecht euch mit dem Arbeitgeber ab (sofern der gut darauf zu sprechen ist).

Ggf. ist es ja möglich zu kündigen und trotzdem den Abschluss an der Berufsschule zu machen.

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