Frage von sunflowers4ever, 35

Kündigung des Untermietvertrages; Kündigungsfrist?

Hallo,

leider bin ich aus den Paragraphen nicht schlau geworden, und bei der telefonischen Mieterberatung kam ich nicht in die Hotline. Es geht darum, das ich unbefristet zur Untermiete wohne. Das Zimmer war unmöbiliert und der Vertrag wurde mit meiner Mitbewohnerin geschlossen. Nun hat diese mir vor zwei Monaten gesagt, ich solle ausziehen, da ihre Schwester einziehen will. Ich habe erstmal zugestimmt, allerdings jetzt erfahren, das die Kündigung so wahrscheinlich gar nicht rechtens ist... Meine Frage: Ist eine mündliche Kündigung überhaupt gültig? Und wie lang ist die Kündigungsfrist ab dem Tag der Kündigung?

Vielen Dank schonmal! :)

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete & Mietrecht, 4

Ist eine mündliche Kündigung überhaupt gültig? 

Eine Mietkündigung bedarf laut BGB immer der Schriftform.

Somit ist die mündliche Kündigung unwirksam.

Und wie lang ist die Kündigungsfrist ab dem Tag der Kündigung?

Nicht ab dem Tag der Kündigung zählt die Frist sondern dieses hier zählt:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 573c Fristen der ordentlichen Kündigung

(1) Die Kündigung ist spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zulässig.

 

Die Kündigungsfrist für den Vermieter

verlängert sich nach fünf und acht Jahren seit der Überlassung des Wohnraums um jeweils drei Monate.

(2) Bei Wohnraum, der nur zum vorübergehenden Gebrauch vermietet worden ist, kann eine kürzere Kündigungsfrist vereinbart werden.

(3) Bei Wohnraum nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 ist die Kündigung spätestens am 15. eines Monats zum Ablauf dieses Monats zulässig.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters von Absatz 1 oder 3 abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Antwort
von DarthMario72, 16

Ist eine mündliche Kündigung überhaupt gültig?

Nein. Schriftform ist zwingend vorgeschrieben. Nur für einen Aufhebungsvertrag gibt es keine Formvorschrift.


Ich habe erstmal zugestimmt

Das kann man womöglich als Aufhebungsvertrag interpretieren.


Und wie lang ist die Kündigungsfrist ab dem Tag der Kündigung?

Wenn die schriftliche Kündigung beim Empfänger bis zum dritten Werktag des Monats vorliegt, kann man zum Ablauf des übernächsten Monats kündigen. Beispiel: Die Kündigung geht am dritten Werktag im November 16 ein (das ist je nach Bundesland wegen Feiertag der 03.11. oder 04.11.), kann die Kündigung zum 31.01.17 wirksam werden.

Dein Vermieter muss aber einen rechtlich zulässigen Grund (z. B. Eigenbedarf) in der Kündigung nennen.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 15

In diesem Fall ist der Untermieter dem Mieter im Allgemeinem gleichgestellt, was bedeutet: Der Vermieter muss schriftlich kündigen und bei der Kündigung den Grund nennen. Hier könnte als Grund Eigenbedarf gelten, wenn tatsächlich die Schwester deiner Vermieterin in die Wohnung mit einziehen will. Die Kündigungsfrist dieser ordentlichen Kündigung betrüge dann 3 Monate. Da deine Vermieterin nicht schriftlich gekündigt hat, besteht überhaupt keine Kündigung, der du folgen müsstest. Also verhalte dich so, als ob es niemals eine Kündigung gegeben hätte.

Falls du dennoch ausziehen willst, dann könntest du einvernehmlich mit der Vermieterin den Mietvertrag auflösen, denn das wäre zu jederzeit möglich. 

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 12

Kündigung eines Mietvertrages ist nur in Schriftform wirksam.

Schriftform heißt auf Papier gedruckt/geschrieben und eigenhändig unterschrieben.

Die Kündigungsfrist für Vermieter beträgt bei Wohndauer des Mieters unter 5 Jahre 3 Monate zum Monatsende.

Geht die Kündigung bis zum 3. Werktag eines Monats zu so kann der Vertrag noch zum Ablauf des übernächsten Monats gekündigt werden.

Aktuell also bis 3.11.2016 zum 31.1.2017.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 8

Eine Kündigung von Wohnraum muss immer in Schriftform erfolgen, mündlich ist sie unwirksam. Du solltest nun fein schweigen und nicht ausziehen. Einer unwirksamen Kündigung sollte man nicht widersprechen. Wenn denn irgendwann die schriftliche Kdg. käme, betrüge die KF drei Monate (beidseits) bei einer Mietzeit bis 5 Jahre. Nach 5 und 8 Jahren verlängert sie sich jeweils um drei Monate. Vermieterseitig muss sie mit einem triftigen Grund begründet werden. Eigenbedarf wäre ein solcher. Der muss wiederum auch ausführlich begründet werden (für wen und warum die Begünstigte namentlich zu benennende Person mit welchem Verhältnis zum Vermieter dort einziehen soll.

Die formell korrekte Kündigung muss bis 3. WT des Monats zugestellt sein und gilt dann zum Ablauf des übernächsten Monats als rechtswirksam erfolgt.

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