Frage von kaPHrex, 49

Kündigung des Arbeitsvertrags zum 10.02.2015 gültig?

Ich befinde mich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, Kündigungsfrist 2 Monate zum Monatsende. Ich habe mich mit meinem AG geeinigt auf den 10.02.2016 zu kündigen. Akzeptiert das Amt solch ein Datum oder kann man sich nur auf den Anfang eines Monats Arbeitslos melden?

hatte noch nie mim Amt zu tun...

Antwort
von peterobm, 49

Ich habe mich mit meinem AG geeinigt auf den 10.02.2016 zu kündigen.

hört sich so komisch nach Eigenkündigung an; damit fängst dir eine Sperre von mind. 3 Monate ein. Dem JB ist es egal wann du kündigst. 

Kommentar von kaPHrex ,

Ist auch echt seltsam. das ich die Sperre bekomme ist mir leider bewusst... aber geht nicht anders. Aber Kündigung ist Kündigung wenn es der AG genehmigt oder? Geht ja darum ob man sich ab einem Gewissen Tag  AL melden kann oder nur auf Monatsanfang, evtl ist das besser formuliert.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt, 22

Wenn die Kündigungsfrist gesetzlich korrekt ist,dann spielt der Eintritt der Arbeitslosigkeit keine Rolle,aber wenn du selber ohne wichtigen Grund kündigst oder dich kündigen lässt bzw.einen Aufhebungsvertrag machen würdest,dann gibt es erst mal eine Sperre von 12 Wochen und die fängt erst an zu laufen,wenn du dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehst,also in deinem Fall wenn du aus dem Ausland wieder zurück bist und dich persönlich auf der Agentur für Arbeit gemeldet hast !

Antwort
von DerHans, 32

Wenn du dich mit dem Arbeitgeber auf einen Termin einigst, ist das im Prinzip ein Aufhebungsvertrag. Wäre die tatsächliche Kündigungsfrist der 29.2.2016, bekommst du auch erst ab dem 1. März Alg 1.

Wozu soll denn die Kündigung zum 10.2. gut sein?

Kommentar von kaPHrex ,

Werde ins Ausland gehen und muss vorher ein Tag arbeitslos sein... nur für den 11.02. sozusagen

Antwort
von DarthMario72, 27

Grundsätzlich akzeptieren Arbeitsagentur oder Jobcenter auch ein "mitten im Monat arbeitslos melden." Allerdings wenn dein Arbeitsvertrag eine Kündigungsfrist von 2 Monaten zum Monatsende vorsieht, kannst du nicht zum 10.02.16 kündigen. Auch wenn dein AG das so akzeptiert, könnte sich der ein oder andere Sachbearbeiter beim "Amt" mit diesem Widerspruch schwer tun. Sinnvoller ist es deshalb, mit deinem AG einen Aufhebungsvertrag zu schließen, denn der ist zu jedem beliebigen Datum möglich.

Antwort
von Allexandra0809, 15

Wenn Du ins Ausland gehst, musst Du Dich beim Arbeitsamt nicht vorher melden. Wozu auch? Du wirst kein Arbeitslosengeld bekommen, wenn Du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst.

Antwort
von cyracus, 9

Für mich sieht es ganz danach aus, dass Du Dich durch die Einigung mit dem Arbeitgeber fahrlässig finanziell arm gemacht hast.

Ergänzend zur Antwort von isomatte (sie ist in Sachen Grundsicherung sehr erfahren) vorsorglich diese Hinweise von mir - ich denke, die wirst Du dringend brauchen:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Kommentar von cyracus ,

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen. - Einzig nicht mehr aktuell in der Info: Darin wird erklärt, dass Beistände sich nicht ausweisen müssen (liest Du ja dann dort). - Für mich völlig unverständlich, der Richter kannte wohl nicht die Info des ehemaligen Präsidenten des Bundessozialgerichts Dr. Matthias von Wulffen - kopfschüttel. Dieses Urteil wird hoffentlich gekippt. - Das JuraForum erklärt im Artikel vom 9.11.2015:

Hartz IV-Empfänger haben Recht auf Beistand beim Jobcenter

     „Diese Entscheidung des Sozialgerichtes Stuttgart ist noch nicht
     rechtmäßig, so dass die rechtliche Situation noch nicht abschließend
     geklärt ist. Aufgrund dessen sollte der Beistand eines Hartz IV
     Empfängers besser seinen Personalausweis mitbringen, um sich
     notfalls ausweisen zu können. Wichtig ist, dass Hartz IV Bezieher
     ihren Beistand unangemeldet mitbringen dürfen. Er braucht auch nicht
     über eine juristische Vorbildung zur Verfügung. Hartz IV Empfängern
     sollten von dieser Befugnis am besten Gebrauch zu machen. Dies gilt
     gerade auch dann, wenn er Schikanen seitens des Jobcenters
     befürchtet.“
Quelle: (3x w) juraforum.de/ratgeber/sozialrecht/hartz-iv-empfaenger-haben-recht-auf-beistand-beim-jobcenter

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Antwort
von Lord2k14, 35

Seit wann hat man 4 Jahre Anspruch auf ALG 1?
Soweit ich weiß hat man das nur ein Jahr.

Kommentar von kaPHrex ,

Anspruch haben, nicht beziehen ;) 

Kommentar von Lord2k14 ,

Achso. Ja, das kann sein. Das Datum ist jedoch echt komisch.
Theoretisch bekommst du dann anteilmäßig Geld, aber das solltest du die Leute beim Amt fragen.

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