Frage von Anonynonymous, 191

Kündigung des Arbeitsvertrages lange im Voraus ratsam, Kann der Arbeitgeber zuvorkommen?

Hallo zusammen,

ich habe zu diesem Themengebiet bereits ein wenig recherchiert, jedoch keine ausreichende Antwort auf meine Fragestellung gefunden.

Mir stellt sich aktuell folgende Situation dar: Ich habe mich für ein Studium entschieden und möchte mein Arbeitsverhältnis so kündigen, dass ich zum 31.03.2016 meine Tätigkeit niederlegen kann.

Ich habe bei meinem Arbeitgeber eine Ausbildung gemacht und wurde danach eingestellt. Die Ausbildung dauerte 2,5 Jahre, das Arbeitsverhältnis besteht zu Ende Dezember 2,5 Jahre. Insgesamt also Ende 2015 5 Jahre, sollte die Ausbildung dabei auch noch eine Rolle spielen.

Ich persönlich habe mit meinem AG bisher recht gute Erfahrungen gehabt, habe aber auch schon sehr fragliche Personalentscheidungen mitbekommen.

Da ich eben diese guten Erfahrungen gemacht habe, möchte ich mit meinem AG im Guten auseinander gehen und meinen Wegfall früh ankündigen.

Da ich wie vorhin geschrieben auch unfaire Personalentscheidungen mitbekommen habe, bin ich mir nicht so sicher, ob ich nicht einfach fristgerecht oder 2 Monate vorher kündigen soll, damit ich auf der sicheren Seite bin. Mein Bedenken dabei ist, dass der Arbeitgeber mir mit einer vorherigen Fristgerechten Kündigung Steine in den weg legen kann.

Mein erster Gedanke war eine Kündigung Ende November/Dezember zum 31.03.2016 Auf Nachfrage bei einem Betriebsratsmitglied sei das wohl auch in Ordnung und man könne mir da nicht mehr zuvorkommen.

Meine Recherche im Internet hat bisher ergeben, dass der Arbeitgeber eben nicht an meine vorherige Kündigung gebunden ist und mich vorher fristgerecht kündigen kann.

Kann der Arbeitgeber mir da zuvorkommen und mir in diesem Fall vorher kündigen? Sollte ich das Arbeitsverhältnis lieber Fristgerecht oder 2 Monate vorher kündigen, um auf der sicheren Seite zu stehen?

Meines Wissens nach ist eine Kündigung nur betriebs- oder verhaltensbedingt möglich, ich denke, dass beides bei mir nicht in Frage kommt.

VG und danke im Voraus,

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Kündigung, 188

Das Betriebsratsmitglied hat Dir die richtige Auskunft gegeben und ja, die Zeit der Ausbildung wird zur Betriebszughörigkeit dazu gerechnet.

Dein AG könnte Dir nur dann mit einer Kündigung zuvorkommen, wenn es sich um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften handeln würde. Da Du aber von "einem" und nicht "dem" Betriebsratsmitglied schreibst, wird es sich wohl nicht um einen Kleinbetrieb handeln.

Wenn Du Dir nichts zuschulden kommen lässt, kannst Du nicht verhaltensbedingt gekündigt werden und wenn im Betrieb keine betriebsbedingten Entlassungen anstehen, kann der AG Dir nicht kündigen.

Dein AG wird froh sein, wenn Du ihm rechtzeitig sagst, dass Du den Betrieb verlässt. Zudem wäre rein theoretisch, solltest Du im Dezember kündigen, eine Kündigung des AG, sofern es keine fristlose ist, frühestens zum 29. Februar möglich und davon ist ja nicht auszugehen.

Kommentar von Anonynonymous ,

Hallo Hexle2,

noch einmal über diesen Weg vielen Dank.

Ich denke mit deiner Expertenantwort und der Aussage des Betriebsratsmitglieds werde ich mich darauf verlassen und die Kündigung früher einreichen.

Diese werde ich jedoch dann Anfang Januar an Stelle November/Dezember tun; So hat der AG meiner Meinung nach immer noch genug Zeit um für Ersatz zu sorgen.

Gruß,

 

Kommentar von Hexle2 ,

Hallo Anonynonymous (was für ein Nick ;-))

Deine Entscheidung im Januar zu kündigen halte ich für sehr vernünftig. Es ist schön, dass Du Deinem Betriebsratsmitglied glaubst, ich habe auch so ein "Ehrenamt" und freue mich auch wenn mir vertraut wird.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community