Kündigung des Arbeitsverhältnisses Kündigungsfrist wie lange?

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3 Antworten

Es handelt sich hierbei um eine außerordentliche
Kündigung - fristlos oder mit verkürzter Frist, je nach dem, wann die Kündigung ausgesprochen wurde.

Gleichzeitig wurde ordentlich ("vorsorglich zusätzlich zum nächstmöglichem Beendigungszeitpunkt") gekündigt für den Fall, dass die fristlose/außerordentliche Kündigung bei einer erfolgreichen Klage aufgehoben, so dass der Arbeitgeber nicht erneut ordentlich kündigen muss.

für diese ersatzweise ausgesprochene ordentliche Kündigung gelten die vereinbarten oder die gesetzlichen Kündigungsfristen; die gesetzliche Frist wären 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats, in Deinem Fall also frühestens zum 15.07.2016.

Fristlos/außerordentlich kündigen darf der Arbeitgeber nur aus wichtigem Grund - also z.B. wegen einer schwerwiegenden Vertragsverletzung, Verfehlung Deinerseits - innerhalb von 2 Wochen, nachdem er von Diesem Grund Kenntnis erlangt hat.

Den Grund für die fristlose Kündigung muss er Dir auf Deine Anforderung hin unverzüglich schriftlich mitteilen.

Bei einer Arbeitslosigkeit nach einer fristlosen Kündigung erhältst Du von der Arbeitsagentur eine Sperre beim Bezug von Arbeitslosengeld, die die Agentur dann von einer -  wegen des angenommenen Fehlverhaltens - selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit ausgeht.

Du musst deshalb innerhalb von 3 Wochen nach Zugang gegen die fristlose/außerordentliche Kündigung beim Arbeitsgericht klagen auf Feststellung, dass dadurch das Arbeitsverhältnis nicht beendet wurde.

Wenn der Betrieb mehr als 10 (umgerechnet) dauerhaft beschäftigte Vollzeitarbeitnehmer hat und es für die ersatzweise ausgesprochene ordentliche Kündigung keinen sozial gerechtfertigten Grund gibt (Kündigung aus verhaltens-, personen- oder betriebsbedingten Gründen), kannst Du gleichzeitig auch gegen diese Kündigung klagen, denn eine Klage alleine gegen die fristlose Kündigung berührt die ersatzweise ausgesprochene ordentliche Kündigung nicht.

Für eine solche Klage brauchst Du erst einmal keinen Anwalt - wenn Du Dir das selbst zutraust und kein Anwalt wegen Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder aufgrund einer Rechtsschutzversicherung gestellt wird; Du müsstest ihn dann ohnehin selbst bezahlen, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Die Klage nimmt die Rechtsantragstelle des Gerichts entgegen; die nimmt sie auch zur Niederschrift auf und hilft dabei kostenlos bei der Formulierung.

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Eine solche Kündigung ist schlimm. Tut mir leid für dich. Du findest sicher einen besseren Arbeitgeber.
Üblicherweise steht im Arbeitsvertrag, wie lange die Kündigungsfrist ist. Du kannst bei der Gewerkschaft oder bei der Vertretung für Arbeitnehmer (in Österreich die Arbeiterkammer) nachfragen.

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der Kündigungsgrund fehlt. (Bei Kleinunternehmen unter 10 Mitarbeiter kein muss)

eine Kündigung zum 9.6. ist sch****e da es quasi ein Rauswurf bedeutet, das ist so eine "geheimspache " hier sollte man unbedingt darauf besehen entweder den 30.5. oder 30.6. zu nehmen.  Zumindest im Arbeitszeugnis soll das stehen.

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Kommentar von Familiengerd
11.06.2016, 14:58

Das ist keine "Geheimsprache", sondern praktisch eine fristlose oder - je nach Zugang - eine außerordentliche (verkürzte Frist) Kündigung - mit der Folge einer Sperre durch die Arbeitsagentur bei anschließender Arbeitslosigkeit, wenn nicht erfolgreich dagegen geklagt wird.

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