Frage von oXcindyXo, 79

Kündigung des AG bereits ausgeschrieben. Ist ein Aufhebungsvertrag im Nachhinein möglich um die Kündigungsfrist zu entgehen?

Ich habe von meinem alten Arbeitgeber die Kündigung während der Probezeit erhalten und müsste normalerweise die Frist von zwei Wochen einhalten. Nun habe ich einen neuen Job bekommen wo ich sofort anfangen soll. Dies habe ich meinem alten AG mitgeteilt und habe um einen Aufhebungsvertrag gebeten. Er meinte, er könne es mir nicht versprechen, da er die Kündigung bereits ausgeschrieben hat. Nun möchte ich wissen was da das Problem ist an der ganzen Sache, denn ihm ist es egal ob ich da noch arbeite und mir kommt es zuguten, dass ich sofort bei meinem neuen AG anfangen könnte. Ist im nachhinein ein Aufhebungsvertrag möglich ( da ja beide Parteien damit einverstanden sind) obwohl die kündigung bereits schon weggeschickt wurde?

Falls nicht. Was ist, wenn ich die Frist nicht einhalte und einfach beim neuen AG anfange zu arbeiten? Wie sieht es mit der Steuerklasse aus wenn ich dann für 14 Tage sozusagen zwei Jobs habe (beides Teilzeit) aber bei dem alten Job nicht mehr auftauche. Momentan habe ich Steuerklasse 1, und beim neuen Arbeitgeber müsste ich ja dann die Steuerklasse 6 haben solang die kündigungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Geht es auch wenn ich es entscheide bei welchem Job ich welche Steuerklasse haben möchte?..Mein neuer Job wäre ja nämlich dann mein "Hauptjob" und wenn man da mir viiiel abziehen würde, wär es ja doof

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Kündigung, 79

Ein Aufhebungsvertrag kann jederzeit geschlossen werden. Aufwand ist das ja auch nicht so viel.

Wenn beide Parteien sich einig sind wird ein Schreiben aufgesetzt, unterschrieben und fertig.

Ich hab Dir mal ein Beispiel. Vielleicht kannst Du das verwenden. Nimm den Aufhebungsvertrag mit zum AG. Der hat dann keine Arbeit mit dem Schriftstück und Du kommst evtl. schnell aus Deinem Vertrag.

http://www.kanzlei-hasselbach.de/2015/aufhebungsvertrag-kostenloses-muster-zum-d...

Antwort
von NSchuder, 70

Natürlich könnte man die Kündigung im Nachhinein durch einen Aufhebungsvertrag ersetzen. Aber dadurch hätte Dein alter Arbeitgeber mehr Aufwand. So ein Vertrag muss ja erst einmal aufgesetzt und ausgefertigt und dann von beiden Seiten unterzeichnet werden. Und Dein alter Arbeitgeber muss aufpassen, dass er sich rechtlich nicht "in die Nesseln" setzt. Mit einer Kündigung innerhalb der Probezeit ist er rechtlich nämlich "auf der sicheren Seite".

Da Du die Kündigung schon erhalten hast, laufen die 14 Tage ja bereits. So lange sollte Dein neuer Arbeitgeber auf Dich warten können - oder hast Du ihm die Kündigungsfrist bei Deinem alten Arbeitgeber verschwiegen???

Kommentar von oXcindyXo ,

Ich hab bei meinem neuen AG die kündigungsfrist verschwiegen, dass ist das Problem :(( 

Kommentar von NSchuder ,

Da lag ich mit meiner Vermutung ja richtig.... leider.

Das war ausgesprochen dumm von Dir das neue Arbeitsverhältnis gleich mit einer Lüge zu starten. An Stelle Deines neuen Chefs würde mir das reichen, um Dir gleichfalls sofort zu kündigen.

Dann bleibt Dir also nur übrig Deinen alten Chef zu beknien. Wann musst Du denn in dem neuen Job anfangen? Morgen schon?

Davon dort zu arbeiten während Du offiziell noch bei der anderen Firma angestellt bist - auch wenn du schon gekündigt wurdest - kann ich Dir nur abraten. Das geht nicht und dafür könnte Dich Dein alter Chef auch verklagen.

Vielleicht kannst Du selber einen Aufhebungsvertrag aufsetzen und damit zu Deinem alten Chef gehen und ihn bitten diesen zu unterschreiben. Mustervorlagen findest Du sicher im Internet...

Ein Argument um Deinen alten Chef zu überzeugen dass er auch etwas davon hat wäre, wenn Du ausdrücklich auf die Kündigungsfrist und damit auch auf die Bezahlung während der Kündigungsfrist verzichtest.

Antwort
von Markie84, 66

Warum sollte es zu irgendwelchen Problemen kommen, wenn sich beide Parteien einig sind? 

Da wir hier nur von einem maximalen Zeitfenster von 2 Wochen reden, denke ich doch mal das dein neuer AG im schlimmsten Fall diese Zeit auf dich warten könnte?! Einfach beim neuen AG anfangen wenn die Kündigungsmodalitäten nicht eindeutig geklärt sind, würde ich an deiner Stelle auf keinen Fall machen. 

Antwort
von Novos, 68

Der alte AG kann dich in Regress nehmen und Dir die Rechnung über die Kosten einer Vertretung senden.

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