Frage von milka1994, 36

Kündigung der Ausbildung in der Probezeit wegen Krankenschein?

Ich hatte vor 2 Wochen einen Arbeitsunfall. Ich bin auf der Arbeit die Treppenstufen ca. 9 Stück runtergestürzt. Auf den erstens Blick und nach 3 stündigem Aufenthalt in der Notaufnahme mit röntgen hieß es, dass mein linkes Handgelenk geprellt ist sowie das Steißbein und die Lendenwirbelsäule. Ich habe nun seit 2 Wochen einen Krankenschein und bis auf meinen Rücken zeigt sich absolut keine Besserung. Mein Daumengrundgelenk in der linken Hand schmerzt bei jeder minimalen Bewegung sowie das linke Handgelenk. Ich trage seit einer Woche eine Schiene um den Knochen zu entlasten aber es bessert sich nichts. Morgen gehe ich frühs zum Durchgangsarzt weil ich die Hand nicht belasten kann und die Schmerzen nicht besser werden. Allerdings fürchte ich dass es auf einen weiteren Krankenschein hinausläuft, bzw muss mich ja der Durchgangsarzt als genesen einstufen ansonsten darf ich ja nicht arbeiten gehen. Zur Information. Ich bin Auszubildende in einem Friseursalon und ich stecke noch in der Probezeit. In der dritten Woche meiner Ausbildung hatte ich schonmal einen Krankenschein eine Woche lang wegen einer schweren Virusgrippe. Ich liebe diesen Beruf und möchte das auch lernen. Der Salon ist auch top, aber jeder sagt wenn es nicht geht dann geht es nicht. Ich fürchte aber jetzt um meine Ausbildung. Könnt ihr mir sagen ob meine Chefin das Recht besäße, mir zu kündigen obwohl der Krankenschein gerechtfertigt ist ?

Antwort
von MagicFCKBohne, 7

Während der Probezeit kann der Arbeitgeber dem Auszubildenden ohne einhalten einer Frist und ohne Grund kündigen. Also von heute auf morgen.

Sofern also deine "Chefin" in deinen Augen einen Menschen sieht der "Dauerhaft" krank ist, muss man leider sagen, wenn sie "Böse" ist wird sie dir wohl kündigen. Auch wenn die Krankschreibung gerechtfertigt ist kann dir gekündigt werden.

Antwort
von SchmuckmausShop, 14

Ja, das kann sie. Insbesondere während der Probezeit werden Krankenscheine tatsächlich ungern gesehen, denn Krankmeldungen kosten den Arbeitgeber Geld, was gerade in kleineren Betrieben oft mißtrauisch beäugt wird. Nun kommt bei Dir noch der Arbeitsunfall hinzu. Das bedeutet zusätzlichen Papierkram, einen erneuten Ausfall (wenn auch ohne Kosten) und ggf. eine Prüfung der Arbeitssicherheit durch die BG.

Häufig gilt die Devise, wer die Probezeit schon nicht ohne Erkrankung schafft, der wird die darauffolgenden Jahre auch häufiger fehlen.

In Deiner momentan doch sehr misslichen Lage ist es auch schwer einen Rat zu geben. Die Hand sollte dringend erneut untersucht werden. Ich hoffe, obendrein, dass Deine Chefin die Diagnose nicht kennt, denn mit der Diagnose "Prellungen" kann es passieren, dass sie zwei Wochen schon als übermäßig lang erachtet.

Ansonsten setze alles daran so schnell wie möglich wieder einsatzfähig zu sein und signalisiere Deiner Chefin, dass Du motiviert bist zu arbeiten (z. B. indem Du auch während Deiner Krankschreinbung einen engmaschigen - und sei es telefonisch - Kontakt zum Betrieb pflegst). Beeinflussen wirst Du die Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt kaum können - versuche halt überdurchschnittlichen Einsatz zu zeigen, wenn Du wieder arbeitsfähig bist. Gehe allerdings nicht zu früh und eingeschränkt wieder hin, dann bist Du evtl. weniger hilfreich und man würde Dir das dann auch noch zusätzlich anlasten.

Kommentar von Familiengerd ,

denn Krankmeldungen kosten den Arbeitgeber Geld, was gerade in kleineren Betrieben oft mißtrauisch beäugt wird.

Das ist bei kleinen Betrieben mit nicht mehr als 30 Arbeitnehmern überhaupt kein Problem - jedenfalls kein finanzielles -, da sie die Kosten für den Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall aufgrund des zwingenden Umlageverfahrens nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz AAG zum größten Teil erstattet bekommen.

Und auch organisatorisch-personell darf der krankheitsbedingte Ausfall eines Azubis keine Rolle spielen!

Kommentar von SchmuckmausShop ,

Du schreibst es selber - zum größten Teil, nicht zu 100 %, sondern mit Abschlag und hinzu kommt die Arbeitszeit für das Beantragen des Ausgleichs. Meiner Berufserfahrung nach sind kleine Arbeitgeber da immer ziemlich angefressen.

Korrekt ist, dass der Ausfall eines Azubis organisatorisch-personell keine Rolle spielen sollte. Aber auch hier weicht meiner Erfahrung nach die Theorie von der Praxis (auch hier wieder insbesondere in kleinen Betrieben) ab. Insofern habe ich versucht eine realistische Einschätzung der Situation vorzunehmen.

Ich könnte sogar noch weitergehen, ich habe es auch schon erlebt, dass ein Azubi in einem Kleinbetrieb während der Probezeit entlassen wurde (ohne offizielle Begründung), weil er mit der Hand in den Schredder (und wie das möglich war, verstehe ich bis heute nicht) kam und der Chef ihn damit zu unfähig erachtete, wenn so "einfache" Tätgkeiten nicht ohne Aufsicht ausgeführt werden können. Wie gesagt, ich sage nicht, dass man das so handhaben sollte (das sehe ich persönlich nämlich auch nicht so), aber dass es nun einmal zahlreiche fachpraktische Beispiele dafür gibt.

Antwort
von AnglerAut, 29

In der Probezeit ist eine Kündigung ohne Angaben von Gründen möglich. Also könnte deine Chefin dies tun.

Kommentar von Mojoi ,

Leider richtig.

Die hat ja auch noch richtig Spaß wegen der Unfallanzeige bei der Berufsgenossenschaft.

Wenn sie ein miesgelaunter Zeitgenosse ist, könnte das passieren.

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