Frage von gehirnfehler, 36

Kündigung bei Vertrauensbruch?

Ich habe heute versucht meine Kündigung abzugeben (Aushilfsjob) und verlangte von einer meiner Vorgesetzten den Erhalt der Kündigung zu bestätigen. Lediglich den Erhalt, sie sollte es dann an den Chef weiterleiten da ich zu den Präsenzzeiten des Chefs woanders arbeite. Die Annahme wurde beharrlich verweigert. Kann ich nun aus der fristgerechten eine fristlose Kündigung machen? Ich meine wenn ich befürchten muss das mein Arbeitgeber unrechtmäßig versucht eine Kündigung zu verzögern ist auch mein Vertrauen erschüttert. Ich weiß das der Arbeitgeber fristlos kündigen bei dem bloßen Verdacht ich würde einen Vertragsbruch oder Vertrauensbruch begehen, geht das auch als Arbeitnehmer?

Vielen Dank für Meinungen, Tipps, Wissen und Links!

Antwort
von Muchabarat, 3

Hallo, mir stellt sich hier zuerst einmal die Frage wie der Arbeitsvertrag bei diesem Aushilfsjob aussieht?

Die Kündigungsfristen richten sich, auch bei Minijobs, nach §622 BGB. Wenn Du also ordentlich kündigen möchtest, schau da rein und formuliere Dein Kündigungsschreiben entsprechend.

Eine fristlose Kündigung wirst Du mit der o. a. Begründung nicht vor einem Arbeitsgericht durchbekommen.

Zum Thema Zustellung und Fristbeginn der Kündigung: Am einfachsten ist das hier bereits erwähnte Einwurfeinschreiben. Sobald das Einschreiben im Briefkasten des Adressaten eingeworfen wurde ist es in seinen Wirkunksbereich gelangt und gilt somit als zugestellt, unabhängig davon ob der Kollege Chef seinen Briefkasten nur ein Mal die Woche leert oder gar im Urlaub ist.

Die Fristberechnung beginnt allerdings nicht mit dem Tag des Zugangs, sondern erst ab Mitternacht, also dem nächsten Tag.

Kommentar von gehirnfehler ,

Vielen Dank für diese detaillierte Antwort und die präzisen Erläuterungen! 

Liebe Grüße 

Gehirnfehler 

Antwort
von peterobm, 15

mach ein Einwurfeinschreiben draus, und ab in den Briefkasten

warum gibst es nicht jemanden Verantwortlichem? Sekretariat usw, dort wirst deine Bestätigung bekommen

wie kommst auf den Trichter eine Fristlose daraus konstruieren zu können??

Kommentar von gehirnfehler ,

Fristlos weil ich nun den Eindruck habe das es keine Basis des Vertrauens mehr gibt. Warum darf nur ein Arbeitgeber fristlos kündigen wenn er mir nicht mehr vertraut, ich würde das auch gerne weil sich dieses Verhalten durchweg beobachten lässt, da man aber immer nur 14 Tage Zeit hat einen solchen Anlass als fristlose Kündigung zu nutzen möchte ich diesmal schneller sein. 

Ich war in unserem "Sekretariat", dem Empfang. Der hat sich geweigert. 

Kommentar von peterobm ,

da stellt sich mir die Frage ob diese "Vorgesetzten" das auch dürfen

Antwort
von marit123456, 13

Kündigungen, bei denen man sicher einen Nachweis des Erhalts haben will, sendet man per Einwurfeinschreiben. Das wird von der Post dokumentiert, da braucht es keinen aus der Firma, der den Eingang bestätigt.

Das ist übrigens absolut rechtssicher und für den Streitfall hebe den Beleg gut auf und druck dir den Nachweis der Zustellung aus. Das kannst du machen, in dem du auf der Homepage der Deutschen Post die Nummer des Einschreibens eingibst und dann die Seite ausdruckst, auf der die Zustellung als vollzogen vermerkt ist.

Kommentar von gehirnfehler ,

Danke für den Tipp! Die Zustellung nimmt natürlich noch einmal Zeit in Anspruch, diese wollte ich sparen, deshalb wollte ich quasi den Job des Postboten machen und habe eine kleine Empfangsbestätigung geschrieben. 

Kommentar von marit123456 ,

Das war und ist ja gut gemeint, aber ich habe auch vollstes Verständnis für die Sekrätarin, die so was nicht entscheiden kann und will. Dafür gibt es ja die Post.

Kommentar von Familiengerd ,

Es reicht, wenn Du die Kündigung in den Firmenbriefkasten wirfst, mit einem Zeugen für den Inhalt und den Vorgang.

Wenn der Einwurf zu postüblicher Zeit erfolgt ist, beginnt die Kündigungsfrist am nächsten Tag; es spielt dann keine Rolle, ob jemand den Briefkasten leert oder nicht.

Die Verweigerung der Annahme ist kein Indiz für einen Vertrauensbruch und kein zu einer fristlosen Kündigung berechtigender Grund.

Antwort
von Spediteur1953, 2

Nein, das ist kein Grund für eine fristlose Kündigung.Du hast doch noch Zeit bis zum ersten.Schicke sie per Einschreiben mit Rückschein.

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