Frage von Jula34, 51

Kündigung bei Krankschreibung (Krebs)?

Hallo, meine Freundin und Kollegin hat vor kurzem die Diagnose Brustkrebs bekommen und ist aufgrund der Krankheit seit 3 Wochen krankgeschrieben. Ich habe die Befürchtung, dass sie demnächst gekündigt wird, da ich zufällig einen Hinweis bekommen habe. Sie war dieses Jahr bereits zweimal wegen Grippe krank wofür sie wirklich nichts kann. Die Vorstellung der Kündigung finde ich schrecklich, da sie psychisch jetzt schon sehr angeschlagen ist und ich sicher bin, dass ihr das nochmal sehr zusetzen würde. Ich möchte es ihr deshalb nicht sagen, aber ich überlege ob es wichtig wäre sie jetzt schon zu warnen damit sie vorbereitet ist. Sie ist derzeit noch im Krankenhaus und bekommt einen Schwerbehindertenausweis 20%. Hätte sie damit irgendeine Chance zu klagen? Ich weiß nicht wie ich mich richtig verhalte. Was würdet ihr tun?

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von DerHans, 27

20 % hört sich etwas seltsam an.

Bei 30 % kann sie sich einem Schwerbehinderten gleich stellen lassen.

Ob der Betrieb ihr kündigen kann, kommt dann natürlich darauf an, ob dem Betrieb auch die Weiterbeschäftigung zumutbar ist. Man kann natürlich auch argumentieren, dass es genau für solche Fälle ja auch die Möglichkeit einer befristeten Ersatzkraft gibt.

Das ist eigentlich der einzig vernünftige Grund für eine befristetes Arbeitsverhältnis. Die Lohnfortzahlung belastet einen kleineren Betrieb (bis 30 Mitarbeiter) ja überhaupt nicht

Kommentar von Jula34 ,

Ich denke eine Weiterbeschäftigung wäre bestimmt zumutbar, aber die können sich da wahrscheinlich irgendwie rauswinden wenn sie kündigen wollen.

Antwort
von wilees, 28

Rate ihr zum Abschluß einer Rechtschutzversicherung, dann braucht sie sich zumindestens nicht selbst darum zu kümmern, wenn eine Kündigung ins Haus flattert. ( Wenn die Wartefrist abgelaufen ist. )

Kommentar von Jula34 ,

Da bei Rechtsschutzversicherungen eine Wartezeit von 3 Monaten üblich ist, denke ich das wird dann zu spät sein. 

Kommentar von DerHans ,

Für eine Kündigungsschutzklage ist kein Anwalt erforderlich. Der Rechtspfleger beim Arbeitsgericht berät die Klägerin KOSTENLOS

Und das Verfahren ist ebenfalls kostenlos.

Kommentar von wilees ,

@ DerHans - Das ist mir bewußt - nur wenn man gesundheitlich massiv angeschlagen ist, ist man über jede Unterstützung dankbar.

Antwort
von Kito101, 38

Leider kann man wegen hohen krankheitsausfällen gekündigt werden. Da kannst du leider nicht klagen

Kommentar von Hoegaard ,
Kommentar von Kito101 ,

Es müssen zum Zeit­punkt der Kündi­gung Tat­sa­chen vor­lie­gen, die die Pro­gno­se wei­te­rer Er­kran­kun­gen des Ar­beit­neh­mers in dem bis­he­ri­gen Um­fang recht­fer­ti­gen. Die­se Vor­aus­set­zung heißt "ne­ga­ti­ve Ge­sund­heits­pro­gno­se"

Darunter fällt auch Krebs

Kommentar von Familiengerd ,

Alleine eine negative Gesundheitsprognose reicht nicht aus!

Es müssen auch andere Punkte hinzu kommen, die es dem Arbeitgeber entweder unmöglich oder unzumutbar machen, die Arbeitnehmerin weiter zu beschäftigen; auch müssen die beiderseitigen Interessen gegen einander abgewogen werden.

Kommentar von skychecker ,

Wobei auch die "einfache" Diagnose Krebs nicht zwangsweise zu einer negativen Gesundheitsprognose ausreicht.

Würde das mein Arbeitgeber versuchen, würde ich wahrscheinlich schallend anfangen zu lachen...

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