Frage von megaduke, 109

Kündigung bei krank?

Hallo Guten Morgen zusammen. Kurze Vorgeschichte. Ich bin seit Anfang März immer wieder krank geschrieben. Konnte zwischendurch eine Woche arbeiten, war wieder krank geschrieben und seit 3 Tagen bin ich wieder arbeiten. Bei mir handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall. Mal ist es gut und ich habe keine schmerzen und dann wieder solch extreme schmerzen das es ohne Schmerztabletten nicht geht. Momentan ist es wieder so schlimm das es mir unmöglich ist zu arbeiten und ich erneut den Arzt aufsuchen muss.
Frage: kann mich mein Arbeitgeber im Falle eines Krankenschein entlassen?

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Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 49

Selbstverständlich kann auch während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit gekündigt werden. Allerdings ist es schwieriger wegen einer Krankheit gekündigt zu werden.

Wie lange bist Du denn schon im Betrieb? Wenn es länger als 6 Monate sind greift das Kündigungsschutzgesetz und eine Kündigung ist nicht so einfach.

Solltest Du noch in der Probezeit sein und noch nicht länger als 6 Monate arbeiten, kann ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Bist Du schon länger im Betrieb kann der AG wegen Krankheit (personenbedingt) nur unter bestimmten Voraussetzungen kündigen. Das geht sowohl bei Kündigungen wegen einer Langzeitkrankheit als auch wegen häufiger Kurzerkrankungen nach einer Drei-Stufen-Prüfung.

Kommentar von megaduke ,

hey, Ich bin seit 5 Jahren in der Firma. Ich bin Maurer in der altbausanierung. vor 3 Jahren hatte ich meinen ersten Bandscheibenvorfall. Dieser war auch ziemlich zügig vorbei. Doch jetzt hat es mich seit Anfang März richtig erwischt. Ich war 2 wochen krank habe eine gearbeitet. war wieder 2 Wochen krank und seit drei Tage war ich wieder arbeiten. am er raten war alles OK zweite ging und seit gestern wieder nur Schmerzmittel . Heute war ich dann wieder beim Arzt und er hat mich jetzt zum röntgen der lws geschickt. Also wieder krank 😧

Kommentar von Hexle2 ,

Wie groß ist denn der Betrieb? Wenn es sich nicht gerade um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften handelt (hier greift das Kündigungsschutzgesetz nur in wenigen Ausnahmen), brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen dass Du wegen Krankheit gekündigt werden kannst.

Bei Langzeiterkrankungen braucht es mindestens durchgängig 8 Monate und bei häufigen Kurzerkrankungen mindestens 6 Wochen pro Jahr und das auch drei Jahre hintereinander.

Antwort
von Matahleo, 79

Hallo,

in der Regel kann man nicht wegen krank entlassen werden.

Wenn allerdings das Unternehmen klein ist und dadurch seine Aufträge nicht erledigen kann, dann kann ein Arbeitgeber betriebsbedingt kündigen, nicht wegen Krankheit.

Prinzipiell solltest du dir keinen Kopf machen, vielleicht hilft es deinem Arbeitgeber wenn er weiß worum es sich handelt.

Alles Gute,

LG Mata

Antwort
von dadamat, 18

Wegen Krankheit kann man nur dann entlassen werden, wenn ärztliche Atteste (auch der MDK) bescheinigen, dass eine dauerhafte Ausübung der tariflich vereinbarten Arbeit nicht möglich ist.

Antwort
von Griesuh, 30

Immerwieder der Irrtum: wärend einer Au und wegen Krankheit keine Kündigung möglich.

Der AG kann dir auch wärend einer AU eine Kündigung ausstellen.

Ein AG kann auch wegen einer Erkrankung eine Kündigung ausstellen und zwar dann, wenn mit keiner Aussicht auf Besserung der Erkrankung zurechnen ist und dadurch der Betriebsablauf gestört wird.


Lest einmal hier:


http://www.hensche.de/Rechtsanwalt\_Arbeitsrecht\_Handbuch\_Kuendigung\_Krankhei...

Kommentar von heyheymymy ,

ja, wie du schon sagtest, wenn es nicht mehr tragbar ist. aber nur einfach weil länger krank ist kein grund.

Kommentar von megaduke ,

sorry ich kann den Link nicht öffnen sagt mir "Not found"

Antwort
von heyheymymy, 59

Klar, nur nicht WEGEN der Krankheit In dem Fall würde er keinen Grund nennen). Die Kündigungsfrist von 4 Wochen (abweichende fristen vom vertrag abhängig) muss er dennoch einhalten, einen Grund muss er allerdings nicht nennen, wenn er die Frist einhält.

Kommentar von DarthMario72 ,

Klar, nur nicht WEGEN der Krankheit 

Doch, man kann auch wegen Krankheit kündigen. Allerdings sind in diesem Fall die Voraussetzungen noch nicht erfüllt.

Kommentar von Griesuh ,

heyheymymy, leider falsche Antwort. Es kann auch wegen Krankheit gekündigt werden:

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Krankheitsbe...

Kommentar von heyheymymy ,

nein, es wird dann gekündigt, weil es für den kleinen betrieb n icht tragbar ist, der grund ist in dem fall nicht die krankheit, nur die ursache für den grund quasi.

Kommentar von Familiengerd ,

@ heyheymymy:

Das ist Unsinn!

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, kann grundsätzlich auch personenbedingt wegen Krankheit gekündigt werden!

Es handelt sich dann nicht um eine betriebsbedingte Kündigung!! Der Kündigungsgrund ist nicht betrieblich bedingt, sondern liegt in der Person des Gekündigten!!

weil es für den kleinen betrieb nicht tragbar ist

Warum sollte "es" für den Betrieb nicht tragbar sein??

Kommentar von heyheymymy ,

für kleine betriebe ist es oft schwer, einen mitarbeiter zu bezahlen, der in dem fall keine leistung bringt. super gutes beispiel ist die gastronomie, ich rede von privaten familienbetrieben.

Kommentar von heyheymymy ,

in einem kommentar unter diesem ist genau das beschrieben was ich meine. einfach so ohne nachweis, dass das betriebsgeschehen gestört wird, ist eine kündigung wegen au nicht rechtens.

Kommentar von Familiengerd ,

einfach so ohne nachweis, dass das betriebsgeschehen gestört wird, ist eine kündigung wegen au nicht rechtens.

Die "nicht zumutbare" Störung von betrieblichen Abläufen ist nur ein einziger Punkt aus einer ganzen Reihe von Punkten, die berücksichtigt werden müssen, wenn einem Arbeitnehmer wegen Erkrankung gekündigt werden soll.

Das ändert aber nichts daran, dass es sich dann nicht um eine betriebsbedingt, sondern um eine personenbedingte Kündigung handelt!

Im Übrigen hat auch keiner behauptet, eine Kündigung wegen Erkrankung sein "einfach so ohne nachweis, dass das betriebsgeschehen gestört wird" möglich oder gar "rechtens"!

Kommentar von Familiengerd ,

@ heyheymymy:

für kleine betriebe ist es oft schwer, einen mitarbeiter zu bezahlen [usw.]

Das ist überhaupt kein Argument!

Kleine Betriebe (in diesem Fall: nicht mehr als 30 Arbeitnehmer) müssen an einem Umlageverfahren teilnehmen, über das sie einen großen oder den größten Teil der Kosten für die Entgeltfortzahlung an einen erkrankten Arbeitnehmer von der Krankenkasse erstattet bekommen!

Kommentar von PeterSchu ,

Im Krankheitsfall übernimmt nach 6 Wochen die Krankenkasse die Kosten, so dass die Belastung nicht mehr unmittelbar den Betrieb trifft.

Entscheidend ist, dass im Betrieb erhebliche organisatorische oder wirtschaftliche Belastungen auftreten. Das ist durchaus auch bei größeren Betrieben möglich.

Und der Grund ist in der Tat die Krankheit. Daher spricht man auch von einer krankheitsbedingten Kündigung.

Kommentar von megaduke ,

vielen Dank. Ich könnte viel wissenswertes aus eurer Diskussion mitnehmen.😉

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