Kündigung bei Bezug von Krankengeld?

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5 Antworten

Mein Orthopäde hat mir empfohlen meinen Job zu kündigen und mich arbeitslos zu melden.

Lass Dir die Empfehlung bitte unbedingt schriftlich von dem Arzt geben! Dann bittest Du Deinen AG um einen Aufhebungsvertrag zum Ende Januar.

Nun hätte ich wohl ab Februar 16 die Möglichkeit befristet für 3 1/2 Monate bei einer anderen Firma zu arbeiten, wo meine Bandscheibe nicht so sehr belastet wird, wie es aktuell der Fall ist.

"Wohl" ist sehr vage. Davon abgesehen hättest Du nur ca. 3,5 Monate den Job. Das Arbeitsamt wird Dir dann kein ALG1 zahlen, wenn Du den unbefristeten Arbeitsvertrag aufgelöst hast und bewusst einen Job angenommen hast, der auf 3,5 Monate befristet ist. Ausnahme: Du hast die schriftliche Empfehlung Deines Arztes, dass Du den Job kündigen sollst.

Du kannst dann natürlich den befristeten Job zwar antreten, musst Dich aber bereits zu Beginn dieses Jobs bei der Arbeitsagentur melden um die "drohende Arbeitslosigkeit" in 3 Monaten zu melden und Dich arbeitssuchend zu melden. Die Arbeitsagentur wird dann verlangen, dass Du parallel zu dem befristeten Job Bewerbungen schreibst und Bemühungen nachweist, die drohende Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Du wirst also in keinem Fall entspannt "nur" den befristeten Job machen können und davon ausgehen können, dass Du danach ja ALG1 bekommst. Sondern Du musst schon zeigen / nachweisen, dass Du Dich bemühst übergangslos dann in den nächsten Job zu gehen.

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Gerade wenn du länger krankgeschrieben bist, hast du eine erhöhte Chance mit einen Aufhebungsvertrag das Arbeitsverhältnis vorfristig zu kündigen. Aber danach würde eine 12 wöchige Sperre beim Arbeitsamt verhängt werden.

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Also die "normale Kündigungsfrist" beträgt bei der bisherigen Dauer deines Arbeitsverhältnisses nur vier Wochen zum Monatsfünfzehnten oder Monatsende (§622I BGB). Wenn in deinem Vertrag oder einem darauf anwendbaren Tarifvertrag was anderes steht, ok... Dann kannst du bei deinem Arbeitgeber aber auch nachfragen, ob ihr einen Aufhebungsvertrag zum Ende Januar abschließen könnt.

Vorher kündigen halte ich aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht für eher riskant: Kann zwar sein, dass das Festhalten an dem bestehenden Arbeitsvertrag als unzumutbar bewertet wird. Wenn nicht, kriegst du aber zwölf Chancen Sperrzeit fürs ALG1.

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Geh zu deinem Chef und besprich das genauso so ehrlich wie du es hier dargestellt hast. So kommt ihr bestimmt zu einer gütlichen Einigung.

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Hallo , 

also ein Arbeitsvertrag hat ja bindende Fristen, die vorher festgelegt sind. Bei normalen Arbeitsverträgen beträgt die Kündigungsfrist 4 Wochen und nicht 3 Monate . Es sei denn ihr habt das vertraglich so geregelt. Da diese Regel bestand hat kann dein Chef darauf bestehen , dass du diese auch einhälst. 

Es gibt aber noch ein sogenanntest Sonderkündigungsrecht, dass in Kraft tritt wenn aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen , die Wahrscheinlichkeit besteht , dass du länger als 6 Monate dem Arbeitsverhältnis fern bleibst. Bei kleineren Betrieben , wo dies die Existenz gefährden könnte , kann der Arbeitgeber davon Gebrauch machen und dich trotz krankschreibung fristlos kündigen. Wenn bei dir diese Aussicht besteht, dann solltest du davon auch Gebrauch machen können und frühzeitig aus deinem Vertrag ausscheiden können. Du solltest nur wissen , dass wenn du selber kündigst und das mit der neuen Arbeitsstelle nicht klappt , du keinen Anspruch auf ALG 1 haben wirst, da du aus freien Stücken selber gekündigt hast. Ich hoffe ich konnte helfen . Viele Grüße

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Kommentar von Familiengerd
11.12.2015, 17:32

Es gibt aber noch ein sogenanntes Sonderkündigungsrecht [...]

Das ist falsch! Woher hast Du das denn??

In Zusammenhang mit der von Dir genannten Voraussetzung gibt es in Deutschland kein solches "Sonderkündigungsrecht"!

[...] kann der Arbeitgeber davon Gebrauch machen und dich trotz Krankschreibung fristlos kündigen

Auch das ist falsch! Der Arbeitgeber kann unter bestimmten Bedingungen eine Arbeitsverhältnis auch wegen Krankheit personenbedingt ordentlich kündigen, aber nicht fristlos!

Bei kleineren Betrieben , wo dies die Existenz gefährden könnte [...]

Eine solche "Existenzgefährdung" aus finanziellen Gründen gibt es nicht, da Betriebe mit nicht mehr als 30 Arbeitnehmern verpflichtend an einem Umlageverfahren teilnehmen müssen, weswegen ihnen ein großer oder der größte Teil der Kosten der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall - die sie ohnehin maximal 6 Wochen bei gleicher Krankheit leisten müssen - erstattet wird (Aufwendungsausgleichsgesetz - AAG).

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