Frage von smokey159, 56

Was kann ich tun bei Kündigung nach zwei Abmahnungen, weil Arbeitskollegin, vergessen hat, meine Krankmeldung abzugeben?

Hey Ich habe da ein Problem ich mache gerade eine Ausbildung und hatte schon 2 Abmanungen die eine ist wegen zuspät kommen 16mal in 6Monaten max 5min einmal 40min Die zweite ist wegen nicht besuchen des angewissenen Nachhilfeunterichts ich hatte im Halbjahreszeugnis 2 Fünfer eine in GK und LBT deswegen hat der Chef verlangt das ich zum Nachhilfeuntericht in meiner Freizeit gehe. Ich ging da ne zeit hin und dann wurde es mir da zu Blöd da kommt man hin und jeder macht sein eigenen sachen bei Fragen weiß der Lehrer kaum selbst bescheid und sucht erstmal die Antwort dann bin ich da nach nehr Zeit einfach garnicht hingegangen da ich Urlaub hatte und kein bock mehr hatte dahin daraufhin sagten sie meinem Betreib bescheid und ich bekamm die zweite abmahnung. Und jetzt war ich von Mittwoch bis Dienstag Krank ich sagte telefonisch bescheid das ich Krank bin und wie lang ich nicht da bin. Ich gab die Krankmeldung einen Arbeitskollegen mit und der hat vergessen die abzugeben. Jetzt ist die zuspät angekommen und die wollen mich kündigen kann ich dagegen was tuhn?

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 47

Meine Antwort setzt voraus, dass Du die Probezeit bereits "überstanden" hast.

Die Abmahnungen sind - nach den Informationen, die Du mitgeteilt hast - alle berechtigt, auch eine Abmahnung wegen der zu späten Zustellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: rein formal ist die "Vergesslichkeit" Deines Kollegen Dir anzurechnen.

Selbst wenn Du also eine dritte Abmahnung bekommen würdest, berechtigen sie überhaupt nicht zu einer Kündigung! Dass Du schon 2 (oder 3) bekommen hast, ist dafür irrelevant, weil alle Abmahnungen aus verschiedenen/unterschiedlichen Gründen ausgesprochen wurden. Für eine Kündigung bedarf es schon erheblich gravierenderer Verfehlungen, die es dem Arbeitgeber unter Abwägung der beiderseitigen Interessen und der Berücksichtigung der konkreten Umstände unzumutbar macht, das Ausbildungsverhältnis fortzusetzen.

Sollte Dein Arbeitgeber das Ausbildungsverhältnis trotzdem fristlos kündigen (das ist die einzige Kündigungsmöglichkeit für ihn), und solltest Du Dich dagegen wehren wollen, gibt es dafür einen vorgeschriebenen Weg:

Das Arbeitsgerichtsgesetz ArbGG schreibt in diesem Fall zunächst die Anrufung der Schlichtungsstelle für Lehrlingsstreitigkeiten bei der zuständigen Kammer (Industrie- und Handelskammer IHK oder Handwerkskammer HK) vor; dafür gibt es zwar keine fest vorgeschriebene Frist, die Anrufungsmöglichkeit sollte aber nicht durch zu langes Warten verwirkt werden. Führt die Schlichtung nicht zum Erfolg, muss innerhalb von 2 Wochen Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erhoben werden - ob das Sinn macht, ist dann noch eine andere Frage.

Du solltest Dich im "Ernstfall" (oder auch schon jetzt) also unbedingt mit der für Dich zuständigen Kammer in Verbindung setzen!

Antwort
von sozialtusi, 36

Mal so als kleine Ergänzung: die abH, wo du hingehen solltest, ist keine "Nachhilfe" im klassischen Sinne.
Es ist normal, dass dort jeder seins macht und dass nicht für jeden Beruf eine eigene Lehrkraft da ist.
Wenn du noch gezieltere Nachhilfe willst, musst du sie dir selbst organisieren und bezahlen.
Nicht zur abH gehen ist ein Abmahngrund. Und solche Schätzchen haben die Chefs meiner abHler reihenweise vor die Tür gesetzt...

Kommentar von Familiengerd ,

Und solche Schätzchen haben die Chefs meiner abHler reihenweise vor die Tür gesetzt...

Aber ganz sicher nicht alleine wegen "Schwänzens" der abH!

Kommentar von sozialtusi ,

Nein, natürlich nicht. Es gab ja auch durchaus Gründe, WARUM abH vorgegeben wurde.

Antwort
von berlina76, 56

Seid Ihr unter 10 Mitarbeiter oder bist du noch in der Probezeit, dann kannst du nichts dagegen tun. Die haben dir scheinbar genug Chancen gegeben dich zu beweisen, du hast es Versemmelt. 

Vielleicht hilft noch ein Persönliches Gespräch mit dem Chef für eine letzte Chance. Ansonsten seh ich schwarz für dich.

Antwort
von Hexe121967, 47

naja, gegen abmahnung 1 und 2 kannst du nichts machen. gegen abmahnung 3 vielleicht. nämlich: besagter kollege sollte mit dem chef reden das er die au vergessen hat ab zu geben.

nebenbei: wer in 6 monaten 16mal zu spät kommt, ist wohl nicht sehr zuverlässig. einfach nicht mehr zum angewiesenen unterricht zu gehen ist auch nicht in ordnung. du hättest darüber mit deinem chef reden sollen. und eigentlich musst du dafür sorgen, dass die au pünktlich im betrieb ankommt.

Kommentar von Familiengerd ,

gegen abmahnung 3 vielleicht. nämlich: besagter kollege sollte mit dem chef reden das er die au vergessen hat ab zu geben.

Das ändert nichts an der formalen Berechtigung für eine Abmahnung wegen verspäteter Abgabe; auch wenn der Kollege die Abgabe vergessen hat: die Verantwortung trägt der Fragesteller.

Antwort
von experience56, 52

Wenn du deinen Text noch einmal durchliest, wirst du feststellen, dass nicht dein Betrieb, die Nachhilfe oder der Arbeitskollege das Problem sind, sondern du selbst. Wer in 6 Monaten sage und schreibe 16mal zu spät kommt, egal wie viel Minuten, sollte sich nicht wundern, wenn der Ausbildungsbetrieb irgendwann mal sauer wird. Ich arbeite selbst bei einem Träger, der solche Nachhilfe anbietet und weiß, dass dort sehr gut ausgebildete Kräfte sitzen. Allerdings gibt es derart viele Ausbildungsberufe, dass man schon einmal das eine oder andere nachschauen muss, wenn es um spezielle Dinge geht. Und die Sache mit der Krankmeldung...Sorry, aber das nehme ich dir so nicht ab. Vielleicht solltest du deine Gesamteinstellung zu der ganzen Sache mal überprüfen! Und ja, dafür kann es die 3.Abmahnung geben, außer der Kollege nimmt die Schuld auf sich, dann hast du vielleicht Glück. Ansonsten bedeutet die 3. Abmahnung die Kündigung.

Kommentar von Familiengerd ,

Ansonsten bedeutet die 3. Abmahnung die Kündigung.

Nein!

Erstens handelt es sich um 3 Abmahnungen aus verschiedenen Verfehlungen; zweitens gibt es keinerlei Bestimmung die besagt, dass es nach einer 3. Abmahnung (die dann außerdem aus gleichem Grund erfolgen müsste) zu einer Kündigung kommt.

Eine fristlose Kündigung (die einzig mögliche) des Ausbildungsverhältnisses ist nicht gerechtfertigt!!

Kommentar von experience56 ,

Das habe ich schon anders erlebt, da sowohl das Zuspätkommen, als auch das unentschuldigte Fehlen(da ja die Krankmeldung fehlt), als nicht entschuldigte Fehlzeiten gewertet werden können.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist ein Irrtum - auch wenn Du es "schon anders erlebt" hast!

"Unentschuldigtes Fehlen wegen Zu-spät-kommen" ist etwas Anderes als "Unentschuldigtes Fehlen wegen fehlender Krankmeldung"; beides kann selbstverständlich abgemahnt werden, es sind aber Abmahnungen aus verschiedenen Gründen!

da ja die Krankmeldung fehlt

Irrtum!

Es fehlte keine Krankmeldung, sondern die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wurde wegen "Vergesslichkeit" eines Kollegen lediglich verspätet abgegeben - was allerdings auch eine Abmahnung (aber nur rein formal-juristisch) rechtfertigt.

Alles zusammen gibt es also 2 Abmahnungen mit einer Kündigungsdrohung wegen der 3. Verfehlung (wenn eine Verfehlung abgemahnt würde, könnte konkret diese nicht mehr Grund für eine Kündigung geben). Alle Verfehlungen sind aber unterschiedlich - und für eine Kündigung des  Ausbildungsverhältnisses reicht das bei weitem nicht aus!!


Antwort
von Pauli1965, 45

So ernst scheinst du ja die Ausbildung nicht zu nehmen. Du hättest die Krankmeldung mit der Post schicken sollen oder jemanden schicken der zuverlässiger ist. Ich schätze mal dein Ausbildungsbetrieb hat gemerkt, dass du nicht lernen willst. Da du schon zwei Abmahnungen hast, wirst du nichts dagegen tun können, wenn sie dir jetzt kündigen.

Kommentar von Familiengerd ,

Da du schon zwei Abmahnungen hast, wirst du nichts dagegen tun können, wenn sie dir jetzt kündigen.

Das ist falsch!

Erstens handelt es sich um 3 Abmahnungen aus verschiedenen Verfehlungen; zweitens gibt es keinerlei Bestimmung die besagt, dass es nach einer 3. Abmahnung (die dann außerdem aus gleichem Grund erfolgen müsste) zu einer Kündigung kommt.

Eine fristlose Kündigung (die einzig mögliche) des Ausbildungsverhältnisses ist nicht gerechtfertigt!!

Antwort
von Ifm001, 37

Dass dein Kollege das abgeben vergessen hat, ist erstmal dein Problem. Hier könnte dein Kollege aber deinen Vorgesetzten erklären, dass er die verspätete Abgabe verursacht hat.

Ansonsten kannst Du von Gewerkschaft (soweit Du in einer solchen biat) oder Anwalt prüfen lassen, ob die Abmahnungen überhaupt rechtlich wirksam sind.

Das Ganze bringt dir aber nur etwas, wenn Du dein Verhalten grundlegend änderst. Bei dir passt nicht mal die Basis. Sieh Arbeit, Arbeitgeber und Kollegen als Wegbegleiter. Anderfalls wirst Du bei der nächstbesten Gelegenheit in einer ähnlichen Sch..... sitzen. Ich kann jedenfalls jeden Arbeitgeber verstehen, der dich loswerden möchte.

Also sei immer pünktlich da, wenn dir etwas nicht passt, kläre das mit dem Arbeitgeber, statt eigenmächtig zu handeln. Setze dich auf seinen Hosenboden.

Kommentar von Familiengerd ,

ob die Abmahnungen überhaupt rechtlich wirksam sind

Sie sind es: Die Abmahnung wegen der Verspätungen ist berechtigt, die Abmahnung wegen des "Schwänzens" der ausbildungsbegleitenden Hilfe ist berechtigt und die Abmahnung wegen der verspäteten Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist berechtigt.

Diese 3 Abmahnungen aus verschiedenen Verfehlungen rechtfertigen allerdings keine fristlose (die einzig mögliche) Kündigung des Ausbildungsverhältnisses!

Kommentar von Ifm001 ,

... und woher weist Du, dass die formellen Kriterien erfüllt sind? Die meisten Abmahnung sind nicht rechtlich unwirksam, weil der eigentliche Grund sie nicht rechtfertigt.

Kommentar von Familiengerd ,

Selbstverständlich unter der Voraussetzung - wie ich es auch in meiner eigenen Antwort geschrieben habe - der gegebenen Informationen! Und wenn ich gesagt habe, dass die Abmahnungen gerechtfertigt seien, dann bezieht sich das auf den Anlass!

Von der Erfüllung der formellen Kriterien - ob sie also Bestand hätten, indem sie den genauen Grund, das Datum, die angedrohten Konsequenzen usw. enthalten - habe ich nicht gesprochen!

Die meisten Abmahnung sind nicht rechtlich unwirksam [...]

Und woher willst Du das wissen?? Ich glaube kaum, dass es Statistiken gibt, die Dir diese Beurteilung erlauben; denn Statistiken könnten sich nur auf diejenigen Abmahnungen stützen, die gerichtsrelevant geworden sind - und das dürfte nur der allerkleinste Teil aller Abmahnungen sein!

Antwort
von skychecker, 44

Erst einmal... Dich würde ich als Arbeitgeber auch gerne nicht mehr in der Firma haben.

Es fehlt bei dir in jedweder Beziehung die Ernsthaftigkeit zu deiner Arbeit/deiner Ausbildung. Und ich hätte hier auch nur wenig Lust meine Zeit in solch scheinbar hoffnungslose Fälle zu investieren.

Allerdings kannst du als Auszubildender nur fristlos gekündigt werden.

Ob die vorangegangenen Abmahnungen dafür geeignet sind, diese fistlose Kündigung zu rechtfertigen... Man weiß es nicht.

Persönlich halte ich eine Kündigung, die auf diese Abmahnungen fußt, für dünnes Eis.

Dennoch wirst du mit dieser Einschätzung, und auch allen anderen Einschätzungen hier, sicher nicht erreichen, dass dein Ausbildungsbetrieb die Kündigung zurücknimmt.

Du wirst also, sofern du deine Ausbildung in dem Betrieb fortführen willst, um eine Kündigungsschutzklage nicht herum kommen.

Es wird dann vor Gericht geklärt, ob die Kündigung wirkssam ist oder nicht.

Was du alles über die Kündigungsschutzklage wissen musst, kannst du unter http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigungsschutzklage.... nachlesen.

Kommentar von Familiengerd ,

Ob die vorangegangenen Abmahnungen dafür geeignet sind, diese fistlose Kündigung zu rechtfertigen... Man weiß es nicht.

Doch, das weiß man wohl.

Zwar sind aller 3 Abmahnungen (nach dem, was der Fragesteller dazu berichtet) berechtigt, aber es sind Abmahnungen aus verschiedenem Fehlverhalten.

Eine fristlose Kündigung - erst recht eines Ausbildungsverhältnisses - ist damit absolut nicht gerechtfertigt!

Antwort
von Novos, 37

Kann es sein, dass Dir der Begriff "Ernsthaftigkeit" nicht viel, oder gar nichts sagt? 16 Mal zu spät in 6 Monaten, bedeutet, dass Du im Durchschnitt rund jeden achten Arbeitstag zu spät gekommen bist.

Antwort
von smokey159, 24

Ja neee ich hab mich ja um alles gebessert bin seitdem nicht einmal zuspät mehr gekommen und hab die 2 Fünfer auf ne 4 gemacht und der Rest ist 3 und verhalten Mitarbeit 2

Antwort
von MrLifeDoctor, 46

Hallo :-)

Selbstverständlich kannst du dagegen etwas tun. Ob du Erfolg hast, ist eine andere Frage.

Ich persönlich würde dir empfehlen, einen Rechtsanwalt einzuschalten, der dich begleiten wird und rechtlich alles korrekt ausführen wird.

Viel Erfolg wünsche ich dir :)

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