Frage von maia432, 108

Kündigen und Resturlaub nehmen?

Ich werde demnächst mein Arbeitsvertrag kündigen, da ich mit Depressionen und Burnout diagnostiziert bin und etwas ändern muss. Mein Arzt kann und will mich für 5-6 Wochen krank schreiben, allerdings möchte ich das nicht, sondern ich möchte, 2 Wochen krank geschrieben sein und 4 Wochen Jahresurlaub nehmen. So müsste ich nicht mehr arbeiten, bis zum Ende meines Vertrages. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass mein AG nicht mitmacht und aufgrund der Aufragslage den Urlaub nach der Einreichen meiner Kündigung nicht genehmigt. Dann will ich aber auch nicht als Gegenreaktion mich krankschreiben lassen, ist einfach nicht mein Stil. Meine Fragen: - wenn ich es richtig verstanden habe, kann der AG den Resturlaub ablehnen und auszahlen. Ja? - Ist es eventuell für den Arbeitgeber finanziell günstiger, wenn ich zu ihm gehe und ihn sage: mein Arzt möchte mich krankschreiben, aber ich möchte das nicht. Kannst du mir den Urlaub geben, damit ich mich nicht krankschreiben soll. Das wäre unter Umständen besser für beide Parteien, aber ich kenne mich mit Arbeitsrecht nicht aus, und es könnte natürlich auch als Erpressung interpretiert werden.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 63

Wenn Dein Arzt Dich arbeitsunfähig schreiben will, dann solltest Du auf ihn hören.

Hast Du denn schon einen neuen Job? Kündige bitte den alten nicht ohne Rücksprache mit der Arbeitsagentur.

Nimm das Attest vom Arzt, worauf bescheinigt ist dass Du aus gesundheitlichen Gründen kündigen solltest, und geh zum Arbeitsamt. Erklär dem Sachbearbeiter die Gründe für eine Eigenkündigung und lass Dir schriftlich geben, dass Du in diesem Fall keine Sperre des ALG bekommst.

Solltest Du keinen neuen Job haben, kann es sein dass Du sonst ohne Geld da stehst.

Den Urlaub kannst Du Dir auszahlen lassen wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist.

Solltest Du um Urlaub bitten, diesen nicht bekommen und danach eine AU-Bescheinigung bringen, sieht das nicht gut aus. Man wird Dir unterstellen, auch wenn es nicht zutrifft, dass Du jetzt krank bist weil Du den Urlaub nicht bekommen hast. In solchen Fällen kann der AG kündigen.

Ärger mit z.B. einem Arbeitsgerichtsverfahren gibt es dann immer und das solltest Du in Deiner Situation vermeiden.

Kommentar von maia432 ,

Danke,

ich habe vor 2 Monaten eine Bescheinigung von meinem HA bekommen,
in der steht, dass er mir empfiehlt, meine derzeitige
Arbeit aus gesundheitlichen Gründen zu verlassen.
Ich habe bisjetzt aber nicht gekündigt, hab zu viel abgewartet und ich weiß nicht, ob wie lange die Bescheinigung
gültig ist.
Damit erhoffe ich mir keine Sperre zu bekommen, zumal ich vor ca. 1/2 Jahr
telefonische Beratungsleistungen der AfA in Anspruch genommen habe und die Mitarbeiterin hat nach Shilderung
meinerseits in meiner Akte bei AfA eingetragen, dass ich nicht gesperrt werden soll, falls ich kündigen sollte.
Danach war ich persönlich bei der AfA und die Mitarbeiterin hat mir bestätigt, dass sie den Eintrag in meiner Akte sieht,
allerdings hat sie auch die Bescheinigung vom Arzt angefordert, was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht hatte.

Ich habe sehr gute Aussichten auf eine neue Arbeit ab Oktober,
allerdings brauche ich dringend einige Monate Auszeit, sonst ist die Gefahr zu groß,
dass ich für einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig bin. Ob die AfA die Zeit bezahlt, denke ich schon. Es kann auch sein,
dass ich nach der Beendigung der aktuellen Arbeit weiter krankgeschrieben bin.

>Solltest Du um Urlaub bitten, diesen nicht bekommen und danach >eine AU-Bescheinigung bringen, sieht das nicht gut aus.
>Man wird Dir unterstellen, auch wenn es nicht zutrifft, dass Du >jetzt krank bist weil Du den Urlaub nicht bekommen hast.

Das habe ich auch nicht vor :). Falls ich überhaupt frage, werde ich schon damit leben müssen, wenn es nicht geht.

Was könnte man als sonstiges Grund für eine plötzliche sehr lange Arbeitsunfähigkeit nennen,
die dabei mit Kündigung kombiniert ist? Bitte keine Antworten wie: "das geht dein Arbeitgeber gar nicht an".
Das funktioniert in diesem Fall aus bestimmten Gründen nicht :)

Kommentar von Hexle2 ,

Warum sollte Dein zukünftiger AG fragen warum Du so lange krank warst? Hast Du diesem mitgeteilt, dass Du momentan krankheitshalber nicht arbeitest?

Wenn er das nicht weiß und nicht fragt, brauchst Du doch gar nichts zu sagen. Auch bei Fragen im Personalbogen brauchst Du z.B. auf Fragen nach chronischen Erkrankungen oder Schwerbehinderung nicht zu antworten oder kannst sogar falsche Angaben machen, wenn z.B. eine Behinderung für den Job nicht relevant ist. Das nennt man "das Recht zur Lüge".

Kommentar von maia432 ,

Ich glaub, ich habe mich falsch ausgedruckt.

Mein zukünftiger AG wird es nicht erfahren, aber mein aktueller wird mich zu 100% fragen, was denn mit mir los ist, dass ich plötzlich für eine so lange Zeit krankgeschrieben bin. Ich arbeite in einer kleinen Firma(13 Angestellte), bei der es unüblich ist, nicht gefragt zu werden, weshalb man krank ist. Und noch unüblicher ist es darauf nicht zu antworten, oder zu sagen, das interessiert euch nicht. Aber in meinem Fall möchte ich halt nicht über diese Angelegenheiten erzählen, wenn ich gefragt werde. Ich würde halt gern von meinem "Recht zur Lüge" Gebrauch machen und etwas anderes erzählen.

Kommentar von Hexle2 ,

Du kannst dem jetzigen AG doch sagen dass Du nicht gerne über deine Erkrankung reden möchtest.

Du kannst, wenn Du schon lügen willst, sagen dass es sich um einen  handelt der leider sehr hartnächkig ist und Du deshalb längere Zeit arbeitsunfähig sein wirst.

Kommentar von maia432 ,

Unbedingt lügen möchte ich nicht  :). 

Danke für Dein Tipp mit nicht reden möchten. Es ist eine gute Strategie,  meine Schwierigkeit wird nur sein, nach 4-5 mal gefragt werden, die Ruhe zu behalten. 

Aber selbst wenn ich sage, dass meine Krankheit hartnäckig ist und lange dauert, wäre das nicht gelogen. 

Kommentar von Hexle2 ,

Aber selbst wenn ich sage, dass meine Krankheit hartnäckig ist und lange dauert, wäre das nicht gelogen. 

Genau so ist es.

Wenn jemand nach dieser Antwort trotzdem immer wieder penetrant nachfragen würde, hat er keinen Respekt vor der Privatsphäre des Gegenüber. Man kann ja fragen aber wenn man merkt, dass der AN keine genauere Auskunft geben möchte, sollte es auch gut sein.

Da kann man selbst auch hartnäckig bleiben und braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Gib immer die gleiche Auskunft, irgendwann merkt es mal jeder.

Antwort
von HalloRossi, 37

Und warum lässt du dich nicht krankschreiben? Gibt doch gar keinen Grund das so zu machen

Kommentar von maia432 ,

wenn ich in einem großen Unternehmen gearbeitet hätte, bei dem ich eine von tausenden bin, würde es mir leicher fallen, denn da ist es viel anonymer. Meine Firma hat 13 Angestellten und alle kennen sich sehr gut. Jeder weiß ganz genau, weshalb A,B oder C  2-3 Wochen krank war. Ich rechne damit, dass die Frage kommt, weshalb ich krankgeschrieben bin und möchte weder ablehnend noch zu offenbarend antworten.

Kommentar von HalloRossi ,

Der Arbeitgeber hat kein Anrecht die Diagnose zu erfahren.

Antwort
von sunnyhyde, 72

ich würde mich krankschreiben lassen..ankündigung von krankheit sieht richtig blöd aus..allerdings frag ich mich wie du deinen lebensunterhalt bestreiten willst wenn du kündigst..

Kommentar von maia432 ,

danke, ich habe sehr gute Aussichten auf neue Arbeit.

Antwort
von EuleVanDark, 39

Ankündigungen zum krankschreiben sind rein rechtlich nicht in Ordnung, soweit ich weiß. Kann mich aber auch irren!

Ich meine, du kommst beim krankschreiben nicht ganz daran vorbei, denn wenn er dir den Resturlaub nicht genehmigt, musst du dich ja krankschreiben lassen.

Aufgrund der Auftragslage ist die Auszahlung besser für dein AG, da er durch die getaner Arbeit das Geld schneller wieder intus hat als wenn jemand fehlt.

Antwort
von kabatee, 23

Dann geh zum Arzt und lasse dich krankschreiben. Reiche eine Reha bei der Rentenkasse ein und dann lass dich dort vom Sozialberater beraten wie es weiter geht!

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