Frage von autrement, 400

küche ohne Starkstrom, wie kann das sein?

Hallo,

habe jetzt eine neue Wohnung und musste feststellen, dass der Küchenbereich nicht mit Starkstrom versorgt werden kann. Frage, wie will man da einen vernünftigen Herd anschließen?

Antwort
von Jo3591, 317

Normalerweise wird ein Elektroherd an Drehstrom 400 Volt mit den  3 Phasen R, S und T angeschlossen. Unseren alten Herd kann man aber auch wahlweise an 2 Phasen oder nur an 1 Phase anschließen. Dazu muß man hinten am Anschluß sog. Brücken umklemmen. Aber das darf nur ein Elektriker und es muß sichergestellt sein, daß die einzelnen Phasen auch hoch genug abgesichert sind. Ein 400 V Anschlußkabel hat 5 Drähte: R, S, T, Nulleiter und den gelbgrünen Schutzleiter (auch Erde genannt). Die Leistung ist auch bei einem an nur eine Phase angeschlossenen Herd dieselbe wie bei 3 Phasen, weil die Kochplatten auch bei Drehstromanschluß alle nur mit 230 V betrieben werden, nur eben verteilt auf die 3 Phasen.

Antwort
von DieRaumagentur, Business, 243

Hallo autrement, 

Starkstrom bedeutet üblicherweise ein Drehstrom-Anschluß mit 400 V, was in Normalhaushalten nicht üblich ist. Ein Herdanschluß wird damals wie heute mit üblichen 230 V betrieben, allerdings heute üblicherweise mit drei separat abgesicherten Leitungen (die rechnerisch dann auch 400V Belastung aushalten)

Jeder Stromkreis ist mit einem 16A (Sicherungs-)Automat abgesichert. 230V*16A = 3680 Watt. Also kann jeder Stromkreislauf an einer Sicherung mit max. 3680 Watt belastet werden, bevor die Sicherung auslöst. Ist die Belastungsdauer nur kurz, löst der Automat auch nicht gleich aus. Der Schutz dient dazu, daß die Kabel nicht übermäßig erhitzen und es zu einem Kabelbrand kommt. 

Eine einzelne Kochplatte braucht unter Vollast (volle Power) gern mal 1600 W, ein ganzes Kochfeld mit 4 Platten und erweiterter Kochzone etc. auch gern mal 6600 W. Wohlgemerkt: wenn alles! gleichzeitig im gleichen Moment läuft. Daher sind für den Kochkreislauf auch bei modernen Herdanschlussdosen 2 autark Abgesicherte Stromkreise vorgesehen.
Ist das Wasser heiß und eine niedrige Kochstufe eingeschaltet, wird nur ab und an etwas Hitze produziert und die Leistung entsprechend stark minimiert sein. 

Ein Backofen verbraucht ca. 3500 W, weshalb ihm bei einem klassischen Herdanschluß die dritte autark abgesicherte Phase zugewiesen wird. Auch dieser Verbrauch liegt nur an, wenn alles im Maximalen eingeschaltet ist, was möglich ist. 

Autarke Kochfelder (ob Einzelplatten, Doppelplatten oder mehr) und autarke Backöfen sind mit einem ganz üblichen Schutzkontaktstecker ausgerüstet und werden nur in eine Steckdose gesteckt. Diese ist zwar bestenfalls separat abgesichert, muss es aber nicht sein.
An jedem Kombinationsgerät (Ofen und Kochfelder) ist rückwärtig auch eine Anschlusskennung, wie das Gerät anzuschliessen ist, wenn 3, 2 oder nur 1 Phase zur Verfügung steht. Daher ist es jedem, der Wissen von der Materie hat auch möglich, ein Gerät unter den von dir beschriebenen Bedingungen anzuschliessen. 

Die separate Absicherung heute ist den höheren Anschlußwerten der Großgeräte und vor allem der Vielzahl an Verbrauchern in der Küche geschuldet. 

Natürlich sollte bestenfalls eine separate abgesicherte Leitung für Großgeräte in der Küche vorliegen, wenn es aber wirklich nicht anders geht:
Einfach darauf achten, daß nicht zu viele Verbraucher mit hoher Last gleichzeitig laufen: Ofen aufheizen + mehrere Kochfelder, +Wasserkocher, +Waschmaschine,… und schon ist auch das Betreiben eines modernen Ofens und Kochfeldes gefahrlos und ohne Einschränkung möglich.

Antwort
von emib5, 219

Gerade in älteren Wohnungen / Häusern ist dies nicht unüblich.

Und eigentlich jeden Herd kann man "brücken" und mit einer Phase betreiben. 

Antwort
von DonkeyDerby, 213

Ein normaler Herd wird doch mit Lichtstrom betrieben. Oder hast Du eine Betriebsküche?

Kommentar von autrement ,

Also mir ist nicht bekannt, dass man einen Herd mit normalstrom betreibt.

Kommentar von DieRaumagentur ,

Hallo autrement, 

Starkstrom bedeutet ein Anschluß mit 400 V, was in Normalhaushalten nicht üblich ist. Ein Herdanschluß wird damals wie heute mit üblichen 230 V betrieben, allerdings heute üblicherweise mit drei separat abgesicherten Leitungen. 

Jeder Stromkreis ist mit einem 16A (Sicherungs-)Automat abgesichert. 230V*16A = 3680 Watt. Also kann jeder Stromkreislauf an einer Sicherung mit max. 3680 Watt belastet werden, bevor die Sicherung auslöst. Ist die Belastungsdauer nur kurz, löst der Automat auch nicht gleich aus. Der Schutz dient dazu, daß die Kabel nicht übermäßig erhitzen und es zu einem Kabelbrand kommt. 

Eine einzelne Kochplatte braucht unter Vollast (volle Power) gern mal 1600 W, ein ganzes Kochfeld mit 4 Platten und erweiterter Kochzone etc. auch gern mal 6600 W. Wohlgemerkt: wenn alles! gleichzeitig im gleichen Moment läuft. Daher sind für den Kochkreislauf auch bei modernen Herdanschlussdosen 2 autark Abgesicherte Stromkreise vorgesehen. 

Ist das Wasser heiß und eine niedrige Kochstufe eingeschaltet, wird nur ab und an etwas Hitze produziert und die Leistung entsprechend stark minimiert sein. 

Ein Backofen verbraucht ca. 3500 W, weshalb ihm bei einem klassischen Herdanschluß die dritte autark abgesicherte Phase zugewiesen wird. Auch dieser Verbrauch liegt nur an, wenn alles im Maximalen eingeschaltet ist, was möglich ist. 

Autarke Kochfelder (ob Einzelplatten, Doppelplatten oder mehr) und autarke Backöfen sind mit einem ganz üblichen Schutzkontaktstecker ausgerüstet und werden nur in eine Steckdose gesteckt. Diese ist zwar bestenfalls separat abgesichert, muss es aber nicht sein. 

An jedem Kombinationsgerät (Ofen und Kochfelder) ist rückwärtig auch eine Anschlusskennung, wie das Gerät anzuschliessen ist, wenn 3, 2 oder nur 1 Phase zur Verfügung steht. Daher ist es jedem, der Wissen von der Materie hat auch möglich, ein Gerät unter den von dir beschriebenen Bedingungen anzuschliessen. 

Die separate Absicherung heute ist den höheren Anschlußwerten der Großgeräte und vor allem der Vielzahl an Verbrauchern in der Küche geschuldet. 

Natürlich sollte bestenfalls eine separate abgesicherte Leitung für Großgeräte in der Küche vorliegen, wenn es aber wirklich nicht anders geht: 

Einfach darauf achten, daß nicht zu viele Verbraucher mit hoher Last gleichzeitig laufen: Ofen aufheizen + mehrere Kochfelder, +Wasserkocher, +Waschmaschine,… und schon ist auch das Betreiben eines modernen Ofens und Kochfeldes gefahrlos und ohne Einschränkung möglich. 

Kommentar von autrement ,

Hallo, wenn du das jetzt als Anwort geschrieben hättest, könnte ich diese als hilfreiche deklarieren.

Kommentar von emib5 ,

... Starkstrom bedeutet ein Anschluß mit 400 V,...

Ähhh? Nein.

Der Rest passt aber. 

Kommentar von DieRaumagentur ,

hallo embi5, 

ich hab es versucht, für Laien verständlich auszudrücken. Was nützt es, wenn ich nun noch Drehstrom und Wechselstrom ins Spiel bringe…^^ Ja, 400V liegen auch an einem Herdanschluß an, aber aufgrund der Addition der Leitungen. Und Hausstromgeräte nutzen keinen Drehstrom… Und der Vollständigkeit halber: Schalter können auch nur eine Dauerbelastung von 10A vertragen, sind also eher defekt als daß ein 16A-Automat reagiert… etc…

Alles für die gestellte Frage unwichtig und nur zusätzlich verwirrend - Es soll hier ja kein Elektriker ausgebildet werden ;) 

und autrement: jetzt geht`s  - Danke :) 

Antwort
von hundeliebhaber5, 186

Im Altbau kann das sein. Ich würde den Vermieter fragen ob er es erlaubt, einen 400 V Anschluss vom Sicherungskasten zur Küche legen zu lassen. 

Wie viele schreiben, kann man den Herd auch nur mit 230V betreiben, aber das muss ewig dauern, bis etwas warm wird. V.a. wenn Herd und Ofen gleichzeitig benutzt werden sollen...

Antwort
von captron15, 231

du kannst auch an 230 v jeden herd anschließen...du hast zwar nicht die volle leistung, wird aber beim kochen kaum stören...

Kommentar von bartman76 ,

Natürlich kann das beim Kochen stören. Möchtest du den gesamten Herd an eine Phase klemmen?

Kommentar von captron15 ,

ja, wenn du nur eine phase hast, dann legst du die brücken entsprechend um und betriebst ihn und den backofen auf dieser einen phase...so machen das übrigens einige millionen haushalte in deutschland...viele wissen nicht einmal, wie ihr herd angeschlossen wurde...

Kommentar von Jo3591 ,

Genauso ist es captron15, ich wollte hier nur niemanden dazu verleiten, etwas zu machen, wenn er vielleicht nicht genau weiß, was er tut. Die einphasige Leitung muß dann aber den entsprechenden Querschnitt haben und sie muß entsprechend hoch abgesichert sein (63 A oder?).

Antwort
von holgerholger, 187

Gibt es einen Gasanschluss?

Kommentar von autrement ,

Nein.

Antwort
von kenibora, 166

Als "Laie" sowieso nicht! Würde wenn dem so ist den Vermieter fragen. Hat der Vormieter keinen Herd gehabt?

Kommentar von autrement ,

Ist nicht bekannt.

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