Frage von justtrying, 29

Kristallzucht: Tipps?

Guten Tag,

mache gerade ein Heimexperiment und möchte einen Einkristall züchten, möglichst groß und frei von Kristalliten. Verwende hierzu Speisesalz (Steinsalz) und Leitungswasser als Lösungsmittel.

Habe hierzu schon beim Erstversuch einen geeigneten Impfkristall züchten wollen, hierbei auch einen relativ schönen bekommen. Der Hauptkristall war kubisch und in der Grundstruktur glatt (2,0 x 2,0 x 1,0 in mm), aber leider auf der Oberfläche überzogen mit kleineren Kristallen.

Habe jetzt 'ne übersättigte Lösung im Schatten gestellt, Impfkristall in die Mitte platziert. Lass das jetzt bis das Wasser verdunstet ist.

Hat jemand weitere Tipps oder Erfahrungen mit Kristallzucht?

Antwort
von Iamiam, 13

Kochsalz ist eines der schwierigeren Minerale für die Kristallzüchtung: durch die fehlende Temperaturabhängigkeit kannst Du keine Temperaturgefälle ausnutzen und das Verdunsten muss äusserst langsam geschehen, damit sich nicht Kristalle an der Oberfläche bilden sondern die übersättigte Oberfläche sich durch Diffusuin aufs Innere verteilen kann.

Stelle einen Erlenmeyerkolben mit Gummistopfen halb-eher 3/4 voll in den Keller. Erst dort machst Du ihn nochmal auf und legst einen Faden zwischen Glas und wieder aufgesetzten Gummi. Dann musst Du Dir Monate, evtl jahrelang Zeit lassen, ohne das Ding nochmal anzurühren: ganz langsam diffundiert der Wasserdampf durch den Faden, das Wasser verdunstet langsam genug um die Konzentration an der Oberfläche durch reine Diffusion gleichmäßig zu verteilen.

ich hab so- mit einer Kappe auf einem kleinen Präparategläschen (unfreiwillig) einen ca 1cm großen Kristall erzeugt (das 25?ml Präparategläschen hatte nur ca. 15 ml Füllung) - nach 2 Jahren.

Mit KCL geht es ertwas leichter, andererseits können Temperaturgradienten Tochterkristalle auslösen. alles recht zweischneidig!

Ganz leicht geht Kalialaun, wenn man das Präparateglas schwimmend heiß in einer heissen Thermoskanne (Metall! und evtl zusätzlich isoliert mit Styropor), aber da bilden sich auch leicht Tochter- und gestufte Oktaeder.

Kommentar von Iamiam ,

Die AW von voayager hat mich draufgebracht: der Faden soll nicht in die Flüssigkeit eintauchen, sondern nur den strark verlangsamten Luftaustausch zwischen Kopfraum und Umwelt ermöglichen!

und EIN kl. Impfkristall ist sinnvoll, damit der Kritall an der richtigen Stelle im Inneren wächst, nicht zB am Rand der Oberfläche.

Und möglichst keine Tropfen an der Wand des Kopfraums, sie würden Kristalle bilden, die ggf herunterfallen könnten und damit viele Keime bilden! Erlenmeyer vorher trocknen, mit Pipette (Auslauf nahe Boden) füllen und möglichst ruhig in den Keller tragen (oder alles dort erledigen)

Und Metall-Thermoskanne: Glas ist sehr empfindlich, und sowie ein harter Gegenstand von innen an die Wand schlägt, hast Du die Auflösung in Splitter : - (

Antwort
von voayager, 11

Nimm z.B. eine Kupfersulfatlösung und steck da nen Faden oder nen Stift rein.

Kommentar von Iamiam ,

Das Problem scheint zu sein, dass er/sie einen Einkristall will: am Faden bilden sich meist viele Kristallkeime!

Kommentar von voayager ,

Dann empfehle ich eine Alaunlösung herstellen, diese in einem Glas, in heißes Wasser z.B. Topf hineinstellen und dann abkühlen lassen. Nach einigen Stunden bilden sich dann zahlreiche Einzelkristalle.

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