Frage von Hassan44892, 60

Kriege ich mein Lohn trotz mündlicher Kündigung und ohne Erscheinen?

Hallo Leute Ich arbeite seit dem 06.04.16 im Call Center und habe einen 6 Monate Arbeitsvertrag. Zur Zeit bin ich in der Probezeit.

Seit dem 01.06.16 hab ich dem Verkaufsleiter mündlich mitgeteilt, dass ich kündigen möchte. Jetzt hab ich einen Anruf erhalten. Der Steuerberatet behauptet ich soll einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, um so im Anschluss weiter Geld vom Jobcenter zu erhalten. Sie können mich anscheinend nicht kündigen, weil sie mir ansonsten noch Geld geben müssten, hieß es.

Meine Frage, wenn ich mir jetzt ein Krankenschein hole, oder bis zum Ende des Monats selber keine Kündigung einreiche und den Aufhebungsvertrag nicht unterschreibe, bekomme ich am Ende des Monats Lohn? Wie gesagt, seit dem 01.06. bin ich dort nicht mehr erschienen.

Vielen Dank für eure Zeit

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Antwort
von 19Michael69, 17

Hallo Hassan,

warum sollte man in der Probezeit einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?

Für die Fälle sich anders zu entscheiden ist die Probezeit da. Sowohl für Arbeitnehmer, als auch für Arbeitgeber.

Allerdings musst du auch in der Probezeit ordentlich kündigen und nicht einfach sagen, dass du es vor hast und dann nicht mehr erscheinen.

In der Regel musst du schriftlich kündigen und die Kündigungsfrist beträgt 2 Wochen.

Natürlich kannst du dich ab jetzt und vielleicht bis Ende der Probezeit / Ende des Arbeitsverhältnisses krankschreiben lassen.

Du wirst aber wohl keinen Arzt finden, der dich rückwirkend ab 1. Juni krankschreibt. Auch hättest du dich beim Arbeitgeber krankmelden müssen.

Du bist deinen vertraglichen Verpflichtungen seit dem 1. Juni nicht mehr nachgekommen.

Dementsprechend gibt es dafür zu Recht auch kein Geld.

Viele Grüße

Michael

Antwort
von Elephant91, 28

Eine Kündigung ist immer eine einseitige Willenserklärung, von einer Partei. 

Nach § 623 BGB bedarf die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Auflösungsvertrag oder durch Kündigung der Schriftform. Ein mündlicher Auflösungsvertrag ist danach ebenso unwirksam wie eine mündlich erklärte Kündigung. Dies gilt selbst dann, wenn sowohl der Arbeitnehmer wie auch der Arbeitgeber die Kündigung in aller Ernsthaftigkeit mündlich aussprechen. So hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) am 16. September 2004 entschieden.

Du musst schriftlich kündigen!

Dazu:

Im all­ge­mei­nen erhält der Ar­beit­neh­mer kei­ne Vergütung, wenn er zu der fest­ge­setz­ten Ar­beits­zeit nicht ar­bei­tet.

Das er­gibt sich dar­aus, daß der Ar­beits­ver­trag ein Aus­tausch­ver­trag ist: Wenn der ei­ne Ver­trags­part­ner (der Ar­beit­ge­ber) die Leis­tung des an­de­ren (die Ar­beit) nicht be­kommt, soll die­ser (der Ar­beit­neh­mer) die Ge­gen­leis­tung (die Vergütung) eben­falls nicht er­hal­ten. Es gilt da­her das all­ge­mei­ne Prin­zip: Oh­ne Ar­beit kein Lohn.

Ich gehe nicht davon aus, dass du Lohn erhälst.

Kommentar von Familiengerd ,

Es gilt da­her das all­ge­mei­ne Prin­zip: Oh­ne Ar­beit kein Lohn.

Davon gibt es aber eine ganze Reihe von Ausnahmen:

> Krankheit,  > Urlaub,  > Feiertag,  > Freistellung bei Kündigung,  > vorübergehende Verhinderung,  > Sonderurlaub,  > Annahmeverzug,  > Betriebsrisiko

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