Frage von Smille69, 50

Bekommt man eine Krankschreibung bei Traumaaufarbeitung?

Hallo zusammen, ich (36, w) habe folgende Frage: ich bin seit ein paar Jahren in Therapie wegen Aufarbeitung meiner Kindheit und habe auch bereits viele Heilungsschritte hinter mir.

Vor über einem Jahr ist jedoch der Kern meiner Probleme hochgekommen (Missbrauch). Seitdem ist es erst recht harte Arbeit (Flashbacks, heftige Krisen und Gefühle, Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten). Es gab einige Phasen, wo ich um drei Uhr nachts wach war nach Flashbacks und trotzdem zur Arbeit gegangen bin. Ich bearbeite das mit einer wirklich guten therapeutischen Unterstützung ambulant und ich mache auch wirklich täglich all das, was ich an Stabilisierungstechniken, Entspannungstechniken, Energietechniken und alternativen Heilmethoden kenne. Und es fängt auch viel auf und ich bin wieder einige Schritte weiter.

Im Moment ist es jedoch so, dass ich es körperlich merke. Ich habe ein übergroßes Ruhebedürfnis. Die Arbeit fällt mir immer schwerer, ich fühle mich erschöft. Ich habe Durschlafprobleme, auch wenn es nicht mehr ganz so krass ist. Mein Rücken macht mir schwer zu schaffen seit gut einem Jahr und leider wird es immer schlimmer. Ich bin da bereits in Behandlung bzw. habe noch anstehende Termine und mache auch einen Rückenkurs und auch sonst mehrmals die Woche für mich Übungen für den Rücken. Nur ist es trotzdem so schlimm, dass ich nach 15 Minuten spazieren nicht mehr weiß, wohin mit den Schmerzen und wie ich mich bewegen soll. Und ich bin eigentlich mittlerweile ein sehr bewegungsfreudiger Mensch. Emotional gesehen sind da in den letzten Wochen ein paar Sachen hochgekommen, die noch nicht verarbeitet sind, für die ich aber auch gefühlsmäßig gerade bedingt Kraft habe, sie mir weiter anzuschauen.

Kurzum, ich überlege wirklich zu meiner Hausärztin zu gehen, um zu fragen, ob sie mich krankschreiben kann, aber sind die Gründe dafür wirklich vertretbar?

Etwa zwei Wochen meines Jahresurlaubs sind für therapeutische Maßnahmen verbraucht und ich habe auch normalen Urlaub genommen, der oft wirklich nur dazu gut und notwendig war, mich nach heftigen Krisen wieder einigermaßen zu erholen. Ich habe also keine freien Tage mehr übrig.

Aber wären das Gründe, die vertretbar sind für eine Krankschreibung? (ich lasse mich nicht oft krankschreiben, in 16 Jahren waren es zwei Wochen).

Vielleicht kann mir jemand was aus eigener Erfahrung dazu sagen?

Antwort
von Seanna, 50

Bist du krank (PTBS ist eine Krankheit), lass dich Krankschreiben. So einfach ist das.

Antwort
von WosIsLos, 48

Du kannst dich bestimmt aufgrund der psychosomatischen Symptome von deinem Psychologen auch längerfristig krankschreiben lassen.

Geh aber davon aus, daß dich deine Krankenkasse mal auffordern könnte, bei deinem Rentenversicherungsträger eine Reha-Maßnahme in einer psychosomatischen Kurklinik zu beantragen.

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