Frage von blumenstab, 35

Krankschreiben während der Schwangerschaft?

Wenn man schwanger ist und kein Beschäftigungsverbot bekommt kann man sich einfach alle 6 Wochen krankschreiben und dann wieder 1 Woche arbeiten usw?
Hat das Auswirkungen auf das Elterngeld oder Mutterschutzgeld?
Hat jemand Erfahrungen? Oder wie bekommt man ein Beschäftigungsverbot? Entscheidet das der Arbeitgeber? Oder der Betriebsarzt?

Expertenantwort
von isebise50, Community-Experte für schwanger, 13

Ein Arbeitnehmer wird "Krank geschrieben", wenn er krank ist - egal ob schwanger oder nicht - "sich krank schreiben lassen" ist, schwanger oder nicht, bei allem Respekt nur eins: Betrug.

Leidest du schwanger unter einer Grippe oder hast dir den Arm gebrochen, wirst du krank geschrieben und erhälst sechs Wochen Lohnfortzahlung. Dauert die Erkrankung länger oder du wirst mit den gleichen Beschwerden erneut krank geschrieben, rutschst du ins Krankengeld.

Zunächst einmal ist der Arbeitgeber nach Kenntnis der Schwangerschaft in die Pflicht genommen.

Er muss auf Grundlage „seiner“ Gefährdungsbeurteilung und meist in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt oder der aufsichtführenden Behörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt) den Arbeitsplatz prüfen, anpassen oder gegebenenfalls ein arbeitsplatzbezogenes, generelles Beschäftigungsverbot (also ohne besonderes ärztliches Attest) aussprechen. Darunter fallen z.B. Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, erhöhte Unfallgefahr, schweres Heben, ständiges Stehen, Akkordarbeit usw. Der Arbeitgeber kann die Schwangere auch in eine andere Abteilung (z.B. Büro) versetzen.

Ein individuelles Beschäftigungsverbot spricht der behandelnde Facharzt ganz oder teilweise per Attest aus und ist auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen. Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz, anhaltende Rückenschmerzen oder auch bei Übelkeit und Erbrechen zu.

Das Attest beim individuelles BV ist klar abzufassen. Es muss neben der Rechtsgrundlage die voraussichtliche Geltungsdauer („zunächst bis ...“) enthalten. Der Facharzt kann auch den Umfang, d.h. die begrenzte Arbeitsmenge („nicht mehr als ... Arbeitsstunden pro Tag“) bzw. die Art der untersagten Tätigkeit möglichst genau und mit allgemein verständlichen Angaben darstellen. Es ist auch möglich darzustellen, welche Art von Tätigkeit die Schwangere ausüben darf (Positivliste).

Die Grenzen zwischen schwangerschafts- und krankheitsbedingten Beschwerden sind oft fließend. Deshalb muss der Arzt entscheiden, ob es sich um eine Krankheit oder um Symptome handelt, die durch die Schwangerschaft hervorgerufen werden.

Beim Beschäftigungsverbot hat die Schwangere gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Zahlung des vollen Arbeitsentgelts (Mutterschutzlohn). Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag über das Umlageverfahren 2 (U2-Verfahren) von deiner Krankenkasse erstattet.

Im Verlauf einer regulären Schwangerschaft gibt es erst mal keinen Grund, nicht zu arbeiten.

Wenn du den Eindruck hast, dein Arbeitgeber nimmt das Mutterschutzgesetz auf die leichte Schulter, solltest du dich an die aufsichtführende Behörde wenden.

Wenn du befürchtest, dass bei Fortdauer der Beschäftigung dein Leben oder deine Gesundheit oder die deines Kindes gefährdet ist, solltest du mit deinem FA ein individuelles Beschäftigungsverbot besprechen.

Alles Gute für dich und eine gesunde Schwangerschaft und eine schöne Geburt!

Antwort
von NameInUse, 18

Das entscheidet ein Arzt. Aber ein Arzt wird Dich nicht einfach grundlos so lange kraenkschreiben.

Antwort
von Fairy21, 12

Der Arzt entscheidet das.

Das klingt fast so, als wenn diese Person ihre Schwangerschaft gezielt dafür einsetzt um nicht arbeiten zu müssen, bzw. so wenig wie möglich, aber trotzdem weiter das Geld einkassieren möchte. 

Kurz um, dass hier Beschriebene würde beim AG einen ganz bitteren Beigeschmack hinterlassen. 

Zu dem würde es das Klischee unterstützen, dass einige nur schwanger werden, um nicht arbeiten gehen zu müssen. 

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