Frage von BackSlash405, 221

Krankheiten als natürliche Selektion?

Ich habe mich oft gefragt warum er überhaupt Krankheiten gibt. Könnte es sein, dass sie als "natürliche Selektion" entstanden sind, um die Welt im gleichgewicht zu halten? Seitdem unsere Medizin so fortgeschritten ist, ist die Weltbevölkerung ja exponential explodiert

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von realsausi2, 40

Fragen nach einen "Warum" sind immer irreführend, wenn es mit der Natur zu tun hat. Da gibt es nur die Frage nach dem "Wie" in Bezug auf kausale Entwicklungen.

Da nichts, was wir in der Welt sehen und erfahren können, einen Sinn hat, einen Zweck verfolgt oder ein Ziel anstrebt, kann es auf "Warum" niemals eine adäquate Antwort geben.

Die Triebkraft der Evolution ist die Selektion. Und Krankheiten sind ein Faktor, der dabei eine Rolle spielen kann. Aber eher am Rande.

Es geht lediglich darum, ob sich ein Individuum mit größerer Effinizienz reproduzieren kann als ein anderes.

So können ein "Gewinner" und ein "Verlierer" der Evolution beide quietschgesund an Altersschwäche sterben, wenn ein anderer Faktor die Effizienz der Reproduktion unterschiedlich geprägt hat.

Biologische Maschinen sind überaus komplexe Einheiten. Und solche Systeme haben viele Ansatzpunkte für Defekte. Die Natur an sich ist in ständigem Wettstreit. Wenn wir krank werden, liegt das häufig daran, dass wir das Opfer der Überlebenstrategie eines anderen Wesens geworden sind.

Wir haben vielleicht ein Gift gegessen oder ein Bakterium hat sich uns als Wirt auserkoren. Bei der Reproduktion von Körperzellen ist es zu einem Fehler gekommen, ausgelöst durch Umweltfaktoren oder schlichtes Pech.

Wichtig ist zu begreifen, dass Krankheiten keinem Zweck dienen außer im Zweifelsfalle ihrem eigenen.

Antwort
von uteausmuenchen, 59

Hallo BlackSlash,

anders herum wird ein Schuh draus. Bakterien und Viren entstehen nicht dadurch, dass die Welt plötzlich sagt "Hoppala, ich muss was machen, es werden zu viele Lebewesen"...

Krankheiten bzw. die Anfälligkeit für Infekte war und ist in der Evolution ein Selektionskriterium.

Genauso unterliegen auch Bakterien und Viren dem Selektionskriterium, sich dem Organismus, den sie befallen, anzupassen.

Während sich also Lebewesen dahingehend entwickeln, ihre Immunabwehr zu optimieren, entwickeln sich im nächsten Schritt die Keime, weil diejenigen überleben, die von der Immunabwehr nicht erfasst wurden.

Auch zu tödliche Erreger sterben dabei aus: Wer seinen Wirt zu schnell umbringt, der verbreitet sich nicht richtig weiter. Bei den für den Menschen tödlichsten Krankheiten (Pest, Ebola,.. als Beispiele) war deshalb immer der Mensch nicht der einzige Wirt.

Krankheit gibt es also nicht deshalb, um die Bevölkerung einzugrenzen, sie spielt aber durchaus unterm Strich diese Rolle. Aber nicht, weil sich Erreger dazu entwickelt haben, sondern weil das Befallen eines anderen Organismus einfach einer der ältesten Überlebensstrategien überhaupt ist: Wo ein Lebewesen existiert, da betreibt etwas Stoffwechsel - und da ist dehalb etwas zu holen.

Grüße

Antwort
von ScienceBuster, 45

Es ist schon richtig wie du es beschreibst. Kranheiten sind Teil der natürlichen Selektion. Alles was Menschen umbringt unterliegt letztendlich der Definition "natürliche Selektion". Gäbe es keine Krankheiten, gäbe es aufgrund einer Überbevölkerung Ressourcenmangel. Es ist dieses gesamtheitliche System, dass unsere mehr als unperfekte Welt doch so perfekt macht. Alles ist an einen Kreislauf gebunden der praktisch endlos ist. Vom Atomkern bis zur Galaxie. Wenn das eine vergeht, entsteht das andere.

Kommentar von realsausi2 ,

Alles was Menschen umbringt unterliegt letztendlich der Definition "natürliche Selektion".

Das ist so nicht ganz richtig. Man muss ergänzen "...vor der Reproduktion umbring...". Wenn wir, wie es die Regel ist, mit 70 sterben, hat das keine selektive Relevanz mehr.

Kommentar von ScienceBuster ,

Ja da hast du recht, das betrifft natürlich nur äußere Einflüsse inkl. Krankheiten, nicht den natürlichen Alterstod durch akuten Herzstillstand.

Antwort
von Zebbinho, 86

Dies ist ein Beispiel von Korrelation - Kausalität - Irrtum. Der Zusammenhang (die Korrelation), dass Krankheiten die einen Lebewesen töten, während die anderen durch Disposition oder Verhalten überleben und diese Eigenschaften an ihre Nachkommen weitergeben, ist unbestritten. Nur besteht keine Kausalität von der Notwendigkeit einer "Selektion" hin zur deswegen entstehenden Krankheit. Die Entstehung von Krankheiten ist zum Teil erforscht, zum Teil noch rätselhaft, ihre Gründe reichen von der Existenz von Viren bis hin zu Lebensumständen, wie Mangelernährung oder mangelnder Hygiene, die der Ausbreitung gefährlicher Bakterien Vorschub leistet. Ich halte diesen Gedanken im moralischen Sinn sogar für gefährlich, da er unterstellt, ein erkrankter "verdiene es" zu sterben, oder es hat einen höheren Sinn, wenn es passiert. 

Antwort
von kayo1548, 56

Als Krankheit bezeichnet man im Prinzip gewisse Prozesse im Körper.

Mikroorganismen unterliegen wie schon genannt wurde natürlich auch der Evolution und eine Intention zu schaden gibt es nicht; ob und was im Körper angerichtet wird ist sehr unterschiedlich und reicht eben von entsprechenden "Erkrankungen" über keine Reaktion, neutrale Veränderungen oder mitunter sogar positive Veränderungen.

Auch das wir keine Eier legen sondern lebend gebähren verdanken wir einem Virus ohne diesen Mechanismus hätten wir uns wohl nicht so entwickelt, wie wir das getan haben.

Und Darmbakterien sind auch sehr wichtig für uns.

" Könnte es sein, dass sie als "natürliche Selektion" entstanden sind"

ja, natürlich üben diese Organismen einen Selektionsdruck aus unterliegen aber natürlich auch selber einem.

Aber sie sind nicht für einen gewissen Zweck entstanden - es gibt diesbezüglich keinen höheren Zweck.

Kommentar von realsausi2 ,

das wir keine Eier legen sondern lebend gebähren verdanken wir einem Virus

Das ist mir neu. Gibt es dazu eine Quelle?

Kommentar von kayo1548 ,

Auf die schnelle habe ich mal das gefunden:

http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/168060/index.html

http://www.welt.de/gesundheit/article138217877/Warum-es-bei-Sperma-keine-Abstoss...

ich habe das das erste mal in einem Semester Anthropologie gehört und fand das ebenfalls sehr faszinierend.

Kommentar von realsausi2 ,

Danke. Das geht dann wohl in die Richtung:

http://www.amazon.de/Virolution-Die-Macht-Viren-Evolution/dp/3827425417/ref=sr_1...

Habe ich mit großem Gewinn gelesen.

Kommentar von kayo1548 ,

Das kenne ich noch nicht; werd ich mir aber auf jedenfall mal bestellen - klingt sehr interessant.

Danke für den Tipp.

Antwort
von DarkSepia, 10

Krankheiten gibt es viele und sie haben unterschiedliche Ursprünge.

Seitdem unsere Medizin so fortgeschritten ist, ist die Weltbevölkerung ja exponential explodiert

Das hängt eher damit zusammen, dass wir früher überleben mussten, während es viele Krankheiten gab, die wir nicht bekämpfen konnten. Jetzt können wir sie bekämpfen, aber alles, was wir entwickelten, um die Verluste durch Krankheiten zu kompensieren, gibt es immer noch.

Antwort
von mindlessinfi, 71

wenn man darwin zugrunde legt, unterliegen die bakterien und viren ebenso der evolution wie alle anderen organismen auch... wenn also ein wirkstoff gegen die krankheiten entwickelt wird und die bakterien/viren vom aussterben bedroht sind, muss die theorie von mutation und selektion ebenso für diese gelten...aber ich hab bio nach der 10. abgewählt... also ist nur eine these von mir...

Kommentar von realsausi2 ,

aber ich hab bio nach der 10. abgewählt.

Wie jetzt? Man kann das einfach abwählen?

Antwort
von JonasV, 49

Nichts entsteht geplant als natürliche Selektion. Es gibt einfach Organismen, die dadurch überleben, andere Lebewesen auszurotten. Das sind die standardmäßigen Krankheiten. Und genbedingte Krankheiten sind einfach zufällige Mutationen der DNA. Krankheiten führen zu natürlicher Selektion, extistieren aber nicht deswegen...

Antwort
von Wedlich, 85

Durch bakterien ausgelöste Kranheiten kannst du bei der idee schon mal rausnehmen. Bakterien sind lebewesen und können nicht überleben wenn sie niemanden krank machen.

Viele entstehen auch durch eine art vergiftung. Ich meine Bauchschmerzen und so. Pflanzen und tiere tragen giftstoffe in sich, damit man sie nicht isst.

Krebs ist eine Zellfehlbildung bei der sich Körperzellen falsch bilden und vermehren. Aber hier ist die wissenschaft noch nicht so weit.

Von Viren hab ich keine Ahnung.

Also Krankheiten funktionieren zwar als natürliche Selektion, aber gewiss nicht ausschliesslich. Raubtiere wirken so gesehen genau gleich. Wer zu langsam ist, wird gefressen.

Kommentar von realsausi2 ,

Bakterien sind lebewesen und können nicht überleben wenn sie niemanden krank machen.

Das ist zum Glück so nicht richtig. Bestandteil unseres Körpers sind Bakterien in einer größeren Zahl, als wir Körperzellen haben. Diese sind nicht nur nicht schädlichi, sondern unverzichtbar

Kommentar von Papabaer29 ,

Die meisten Bakterien (über 90 %) machen Niemanden krank.

Antwort
von rallytour2008, 51

Hallo BackSlash405

Es gibt natürliche Krankheiten die dafür Sorge tragen das ein natürliches Gleichgewicht herrscht.Das wird hervorgerufen durch Viren.

Es gibt auch Viren die von Geburt an vorhanden sind.Ihre Aufgabe ist es schädliche Viren abzustossen.

Der Satz:Erstmal gesund schlafen dürfte allgemein bekannt sein.

Das Immunsystem hat solche Abwehrviren.Bei Erkrankungen der Bronchien beispielsweise wird überwiegend der Brustkorb mit Wick Vaporup eingerieben

Die Wirkstoffe unterstützen die Abheilung.

Das ist noch nicht alles.

Während Du schläfst lernen die Viren die dein Immunsystem schützen sich zu stärken.Das bedeutet:Durch die Ruhe können sich die Viren organisieren und durch zusätzliche Wirkstoffe ,Wick Vaporup,selbst stärken und so dein Immunsystem stabilisieren.

Wick Vaporup ist jetzt nur ein Beispiel von vielen.

Wick Vaporup ist auch sehr effektiv bei Morbus Crohn.Bei Morbus Crohn ist der Verdauungstrakt betroffen.Das heist:Speiseröhre,Dünndarm,Magen und Dickdarm.

In schwierigen Fällen werden die sogenannten Püster oder auch Mobilen Inhalatoren angewendet.Der Hauptwirkstoff ist Cortison.

Ist die Speiseröhre betroffen helfen ganz natürliche Mittel,die sogar das Immunsystem stärken durch die vorhandenen Viren.

Gruß Ralf

Kommentar von TitusPullo ,

Was hat Wick Vaporup mit der Frage zu tun?? Wieviel Provi kriegste, hä?^^

Kommentar von rallytour2008 ,

Steht doch da.

Kommentar von realsausi2 ,

Es sind nun keine Viren, die in uns die Abwehr leisten, sondern spezialisierte Zellen, aber ansonsten ist das Prinzip gut dargestellt.

Kommentar von rallytour2008 ,

Im prinzip hast Du recht.Woran erkennen denn die spezialisierten Zellen was Viren sind und was nicht?Spezialisierte Zellen müßen logischerweise Eigenschaften von Viren haben.

Antwort
von Papabaer29, 71

Damit unterstellst du, dass es einen Masterplan gibt.

Da würden bestimmt einige widersprechen.

Antwort
von TitusPullo, 76

Viele Krankheiten sind ja Menschengemacht bzw. Eigenverschuldung, von daher, würde ich nicht unbedingt sagen.

Kommentar von rallytour2008 ,

Irrationale Handlungen + irrationale Haluzinationen die darauf beruhen schließen einen Masterplan aus.Die Irrationalen Haluzinationen sind von Anfang an sichtbar  mit einkalkuliert worden.Die daraus entstandene Entwicklung,die den Anfang bei Adam und Eva Ihren Ursprung hat,wurde weitergeführt bis heute.

Antwort
von rosacanina45, 65

Ich finde deine Idee gut.

Ich glaube auch, dass es aus diesem Grund auch Kriege gibt.

Kommentar von DummesGelaber ,

Nein. Kriege gibt es aufgrund des menschlichen Egoismus.

Kommentar von YuyuKnows ,

Das wäre aber eher in der Kategorie "künstliche Selektion", wenn mein Bio so weit stimmt... 

Kommentar von rosacanina45 ,

Keine Ahnung ob das so heißt. Ich denke, dass Menschen rein irrationial Menschen töten. Sie wollen Kriege. Und es gibt massenweise Tote. Und wenn sich die Menschheit durch Kriege halbiert, dann haben wieder die Lebewesen, eine Berechtigung zum Leben. Und Bäume können wachsen. Flüsse gesunden. Wenn der Mensch versteht, dass man Geld nicht essen kann, dann ist das mehr als die Hälfte wert.

Kommentar von kayo1548 ,

"Ich glaube auch, dass es aus diesem Grund auch Kriege gibt."

Nein - Kriege gibt es um Ressourcen bzw Zugang zu diesen

Dem vllt in gewisser Hinsicht  ähnlich sind Statuskonflikte

"Ich denke, dass Menschen rein irrationial Menschen töten"

Das ist schon sehr rational und hat sich evolutionstechnisch offenbar als sehr vorteilhaft erwiesen.

Wir sind auch nicht die einzigen Tiere die Kriege führen.

"Wenn der Mensch versteht, dass man Geld nicht essen kann,"

Das nicht aber ich kann mir mit Geld etwas zu Essen kaufen;

Geld steht also stellvertetend für viele andere Ressourcen und Dinge.

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