Frage von Isabella28, 158

Krankheit oder Normalität?

Hallo, Dieses Thema ist für mich empfindlich sozusagen, deswegen bitte ich um Verständnis. Ich hatte eine ähnliche Frage gepostet (http://www.gutefrage.net/frage/sollte-ich-mit-ihr-zum-psychologen-und-ist-das-wi...).

Es geht wieder um meine Freundin und diesmal ist sie echt am Boden. Es ist wieder das selbe Problem. Sie ekelt sich von ihren Verwandten. Die Verwandten spielen mit ihren Füßen essen dann am Tisch, bohren in der Nase und es fällt mich echt schwer alles ausführlich zu schreiben. Als sie noch ein Kind war hat sie da oft übernachtet da sie sich damals mit ihrer Cousine verstand und sie sich noch nicht geekelt hatte (Also sie hatte nicht den Verstand den sie jetzt als Erwachsene hat). Es war eher eine Steigerung des Ekelns. Zuerst konnte sie nicht auf die Toilette. Dann konnte sie dort wegen dem Geschirr nicht essen oder trinken. Dann konnte sie denen nicht die Hand geben. Letztendlich geht sie dort gar nicht mehr hin und wäscht sich jeden Abend die Füße weil die Eltern ab und zu zu den verwandten gehen und meine Freundin den "Dreck" nicht an ihren Füßen haben möchte. Sie kann nicht in ihr Bett schlafen ohne ihre Füße gewaschen zu haben.

Sie ekelt sich in ihren eigenen 4 Wänden und nur wegen den Verwandten. In der anderen Frage stand das auch mitdrin. Sie kann nicht auf dem Sofa schlafen (wenn sie mal vor dem TV mal kurz einschlafen möchte ) da die mal auf dem Sofa saßen oder die Eltern dort saßen nachdem sie von den Verwandten kamen.

Was kann ich für sie tun? Sie ist echt mit ihren Nerven am Ende. Egal wo wir sind, sie hat Angst dass ihre Verwandten auch gewesen sein könnten und fässt nichts an. Ihre Eltern denken dass sie die kranke und grundlos übertreibt. Ich sehe das im Gegenteil. Ihre elteen verstehen sie nicht und verstanden sie nie. Sie dachten dass sie krank sei und bald in die Anstalt komme.

Jetzt hat sie sogar Angst in Geschäften Kleidung anzuprobieren , wegen der selben Angst. Das Problem ist nur ihre Verwandten. Es gibt natürlich auch andere eklige Menschen. Aber nur von denen ekelt sie sich so richtig. Was kann man dagegen tun?

Wenn ich jetzt für mich selbst spreche, kann man dieses Gefühl überhaupt loswerden? Muss man sich für den Rest des Lebens von bestimmten Menschen ekeln? So kann das doch nicht weitergehen. Sie kann sich nicht auf ewig jeden abend ihre Füße waschen. Oder mit schlechtem Gewissen schlafen gehen.

Was können wir tun? Ein Psychologe kann uns wenig helfen. Ist sie tatsächlich "krank"?

Danke wenn ihr den gesamten Text gelesen habt und uns helft. Ich werde eure Antworten höchstwahrscheinlich kommentieren oder euch eine Gegenfrage stellen :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von skipworkman, 61

Hallo Isabella,

warum kann ein Psychologie wenig helfen? Ich denke schon das ein Fachmann oder Frau da sehr viel machen kann. Professionelle Hilfe ins Boot zu holen ist das einzig sinnvolle, von alleine wird das nicht besser. 

Ein Experte auf dem Gebiet bin ich sicher nicht, als Laie würde ich das mal in in Richtig Zwangsstörung deuten und die sind ziemlich gut behandelbar.

Gegen das abendliche Füße waschen ist ja grundsätzlich nix einzuwenden :) aber der Rest ist schon eine heftige Einschränkung der Lebensqualität. 

Deswegen am besten gleich am Dienstag anrufen und einen Termin machen, das wird eh ein paar Wochen dauern bis sie dran kommt. Bis dahin würde ich Selbsthilfe Literatur lesen und schauen ob die Freundin in einem Forum für Psychische Unausgeglichenheiten Kontakt zu gleichgesinnten bekommt, das wird ihr bestimmt helfen.

Vg

Skippi

Kommentar von Isabella28 ,

Vielen Dank für die Antwort Skippi. Natürlich wird es ein steiniger Weg zum Psychologen. Aber wenn es das einzige ist was man tun kann , werden wir diesen Weg gehen....

Es ist ehrlich gesagt für mich selber unvorstellbar dies zu behandeln da es sich regelrecht in ihrem Kopf eingenistet hat. :(

Kommentar von skipworkman ,

Hallo Isabella,

Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist der schnellste und sicherste Weg, um wieder mehr Lebensqualität zu bekommen. Das sie lieber was anderes machen mag, kann ich voll verstehen. Wenn sie oder ihr zwei dort hingeht, ist das ein Zeichen von Stärke und nicht von Schwäche.   

Ich würde an Ihrer Stelle nicht warten wollen, bis das irgendwann mal von alleine besser wird oder auch nicht. Das Leben ist zu kurz für sowas.

Liebe Grüße

Antwort
von markton, 65

Krankheit ist erst mal nur ein Label. Nennen wir es anders. Sie hat offensichtlich ein Problem. 

Wenn sie an den anderen nichts ändern kann, kann sie sich ändern - oder versuchen, es zu akzeptieren.

Der zweite Bereich wäre wohl bei einem Therapeuten richtig aufgehoben, nämlich das Verhalten der anderen zu akzeptieren.

Der erste Bereich lässt sich aufteilen:

- die Verwandten bitten, und es ansprechen, dass sie sich ändern sollen

- oder die Konsequenz ziehen und ausziehen.

Viel Glück!

Kommentar von Isabella28 ,

Danke für die Antwort erstmal. Was folgt nach der Akzeptanz?  Sie weiss dass sie sich ekelt und dass sie eklig sind. Aber wie solls in Zukunft  weitergehen?

Kommentar von markton ,

Wenn sie es akzeptiert, dann kann sie es ignorieren. 

Kommentar von Isabella28 ,

Sie kann das nicht ignorieren.

Kommentar von markton ,

Okay, es scheint, als ob diese Option dann nicht möglich ist. Dann bleiben nur die anderen Optionen.

Ein einfacher Test bei Zwangsstörungen ist, dass man davon ausgeht, dass etwas passiert, wenn man etwas nicht tut. In diesem Fall: Wenn sie sich nicht die Hände wäscht, fühlt sie sich dreckig oder hat das Gefühl, krank zu werden. 

Zwangsstörungstherapien setzen meist dort an, dass man fragt: Und was passiert, wenn Sie es nicht tun? Und dann wird genau das ausprobiert, wenn man es mal nicht tut - in diesem Fall sich die Hände zu waschen. Ich wünsche viel Glück.

Kommentar von Isabella28 ,

Das wird auf jeden Fall kein Zuckerschlecken.. danke

Antwort
von GittaTheresa, 6

Hallo. Ich hatte sowas selbst einmal als Jugendliche. Offenbar hat Deine Freundin emotionale Defizite = nicht genug Liebe und Verständnis vom Elternhaus her. Dann können solche fixe Zwangsvorstellungen auftreten. Ich habe mir grundlos eingebildet, totkrank zu sein. MAN MUSS DRÜBER REDEN MIT KOMPETENTEN LEUTEN!! Wenn die Eltern es abtun mit "Psycho!" Und so muss ihr anderweitig geholfen werden. Ein Gespräch mit dem Hausarzt erstmal würde ich empfehlen. Falls sie es möchte, kannst Du sie ja beim 1.Besuch begleiten.

Antwort
von mmemaxime, 14

Aus der Ferne würde ich zunächst die Hypothese aufstellen, dass das in
die Richtung einer Zwangsstörung geht - und genau bei dieser Art von
Problemen sind Psychotherapeuten die richtige Anlaufstelle. So, wie du schreibst, nehmen die Probleme ja eher zu als ab und der Aktionsradius deiner Freundin wird immer kleiner.
Von daher würde ich vorschlagen, dass sie einen Termin für ein
Erstgespräch vereinbart, am besten bei einem Verhaltenstherapeuten (ist
bei Zwangsstörungen die Therapieform der ersten Wahl; ob Arzt oder
Psychologe, ist egal), vielleicht sogar bei mehreren ("man kann" ja
nicht mit allen Menschen, und das ist auch bei Therapeuten so, außerdem
sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz in manchen Gegenden sehr
lang). Dort kann sie ihre Schwierigkeiten vorbringen und herausbekommen,
ob ihr eine Therapie helfen könnte oder nicht.

Antwort
von Krischtl98, 47

Vllt sind das Zwangsgedanken oder Zwangsstörrungen? Ein übermäßiger Zwang sich zu Waschen könnte durchaus ein Anzeichen einer Krankheit sein. Da sie ziemlich fertig deswegen ist und es ihren Alltag erschwert, würde ich ihr einen Termin beim Psychotherapeuten, Psychologen oder Psychiater empfehlen. Im schlimmsten Fall gäbe es auch AD, die bei Zwangsstörrungen eingesetzt werden können.

Kommentar von Isabella28 ,

Oke danke.. wie in der andere Frage vermutlich erwähnt, ihre Hände sind so dermaßen vom waschen getrocknet. 

Wie gesagt sie ekelt sich nur von denen so sehr

Kommentar von Krischtl98 ,

Ja, ein Waschzwang ist eindeutig eine Zwangsstörrungen. Auch wenn sie sich nur von den Verwandten ekelt.. ich finde es nicht normal, dass sie sich nicht mal traut in Geschäften die Klamotten anzuprobieren. Damit will ich sie auf gar keinen Fall verurteilen! Aber für mich ist das ein Zeichen, dass sie sich dringend Hilfe suchen sollte.

Kommentar von Isabella28 ,

Hmm... oke

Antwort
von bikerin99, 34

Ihre Angst entwickelt sich zu einer Zwangsstörung, die Gefahr ist, dass sich diese Ängste auf immer größere Bereiche ihres Lebens ausweiten. Daher ist es wichtig, dass sie sich psychotherapeutische Hilfe holt.
Es geht nicht um die Definition von Krankheit, sondern, dass sie wieder mehr Lebensqualität gewinnt.

Kommentar von Isabella28 ,

Ist dies tatsächlich möglich? Es ist ja eine Frage des Gewissens

Kommentar von bikerin99 ,

Das hat nichts mit Gewissen zu tun.

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