Frage von bastifcb, 103

Krankenversicherung von der Steuer absetzten?

Guten Morgen,

ich habe mal gehört, dass es in der Steuererklärung einen privaten Vorsorgeteil mit einem Höchstbetrag von 1900€ gibt. Darunter fällt anscheinend auch die Krankenversicherung. Die ist bei mir eh über den 1900€. Ist es richtig, dass ich den Betrag angeben kann und voll angerechnet wird?

und ist das im gleichen Verhältnis wie die Werbungskosten? da liege ich bei etwa 2000€ und bekomme schon ca. 30% zurück.

Antwort
von kevin1905, 24

Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung oder zur privaten Krankenversicherung, für die Beitragsanteile, die den Leistungen der gesetzlichen entsprechen, können Beiträge steuermindernd als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Sind diese Beiträge <1.900,- € (2.800,- € für Leute ohne Anspruch auf KV-Zuschuss), so können weitere private Versicherungen geltend gemacht werden (Haftpflicht, BUV, Unfall zur Hälfte), bis die Summe ausgeschöpft ist.

Wenn du ein durchschnittliches Einkommen hast, kannst du dir entsprechende Angaben also sparen.

Wie viel du zurück bekommst hängt von deinem Steuersatz ab. Alles zwischen 0 und 45% wäre also möglich.

Sonderausgaben können aber nicht wie Werbungskosten zu einem Verlustvortrag führen, da sie den Gesamtbetrag der Einkünfte nicht tangieren.

Antwort
von schleudermaxe, 55

Leider werden diese Kosten gedeckelt und somit rege ich an, dieses ggf. zu beanstanden.

Ich halte es für rechtswidrig, wenn der gleiche Gesetzgeber festlegt, daß ein Hartz IV Patient seine Aufwendungen komplett steuerfrei bekommt.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

seit wann werden Krankenversicherungsbeiträge gedecket?

Krankenversicherung bzw. die Basisversorgung ist zu 100% abzugsfähig ...

Kommentar von DolphinPB ,

Quatsch, KV gehört zur Basisversorgung und wird nicht gedeckelt.

Kommentar von schleudermaxe ,

... gewonnen?

Richtig, dafür werden dann die anderen Beiträge ersatzlos gestrichen, wie die für eine Dienstunfähigkeit u.a..

Auszug:

Liegen die tatsächlichen Ausgaben für eine Basiskranken- und

-pflegeversicherung über den Höchstbeträgen von 1.900 beziehungsweise 2.800 Euro, können sie in der Steuererklärung voll abgesetzt werden.

Dann werden aber keine weiteren sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung berücksichtigt. Mit dieser Regelung sollen

Geringverdienende bessergestellt werden. Denn bei einem Normal- oder einem Besserverdiener sind die Höchstbeträge durch ihre Beiträge zur Krankenkasse und Pflegeversicherung meistens schon erreicht.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

nochmal:
bei der Kranken / Pflegeversicherung gibt es KEINE Höchstbeträge .....

von dir kam die Behauptung, dass die Kosten gedeckelt sind

Kommentar von schleudermaxe ,

Richtig, und die anderen, eigentlich abzugsfähigen fallen eben runter, und dies habe ich lapidar mit Deckelung bezeichnet.

Wenn ich 8.000 EUR KV etc. habe und 10.000 sonstige und ich kann 10.000 absetzen, werden eben 8.000 gedeckelt und welche dies nun letzendlich sind, ist mir egal. Ich wollte nur auf die Sauerei hinweisen.

Antwort
von grubenschmalz, 60

Wenn du gesetzlich versichert bist und Vollzeit arbeitest, bist du eh schon über den 1900 Euro, dann lohnt sich das nicht bzw bringt nix

Kommentar von wurzlsepp668 ,

die Begrenzung auf 1.900 € erfolgt für die sonstigen Versicherungen (Unfall, Haftpflicht, Leben, Berufsunfähigkeit).

Krankenversicherung (Basisversorgung) ist zu 100% abzugsfähig

Antwort
von DolphinPB, 34

Ja, das ist korrekt. Deine GKV-Beiträge werden, auch wenn sie über 1.900 Euro liegen, voll angerechnet.

Solltest Du PKV-versichert sein, gilt grundsätzlich das Gleiche, aber hier zählt nicht der komplette Beitrag sondern nur ein Teil (gem. entsprechender Bescheinigung Deiner PKV). Und zwar der der die Leistungen gem. GKV abdeckt, alle Beitragsanteile die darüberhiansu gehen (z.B. 2-Bettzimmer, Privatarzt, Heilpraktiker, usw.) werden abgezogen.

Antwort
von Norina78, 83

Es gibt extra eine Anlage "Vorsorgeaufwendungen", da werden Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung eingetragen (und natürlich auch Beiträge zu entsprechenden privaten Versicherungen).

Antwort
von Griesuh, 54

Auch wenn du mehr bezahlst, es wird nur der höchstmögliche Freibetrag angerechnet. Und zurück bekommst du so wie so nichts. Durch diese Freibeträge und Anrechnebarkeit von Vorsorgeaufwendungen und Werbungskosten verringert sich das zu versteuerende Einkommen.

Mehr auch nicht.

Solltest du mehr EKST bezahlt haben als letztendlich festgesetzt wurde, bekommst du diesen zuviel gezahlten Betrag rückerstattet.

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn ich in der GKV zum Höchstsatz versichert bin, weil ich über BBG verdiene, kann ich trotzdem alle Kosten der GKV als Sonderausgaben absetzen.

Das sind mit Pflege etwa 9.000,- € im Jahr.

Die Begrenzung von 1.900 bzw. 2.800,- € gilt für sonstige (private) Versicherungen.

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