Krankenkasse hat gekündigt wegen Schulden was nun?

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4 Antworten

Irgendwas passt hier nicht, eine gesetzliche Krankenkasse darf keine Kündigung aussprechen, auch nicht bei Beitragsschulden.

"Kann er versuchen bei einer anderen Krankenkasse unterkommen da die
jetzige Krankenversicherungsbeiträge werden ja vom Arbeitgeber gezahlt."

Ich glaube hier liegt ein Mißverständnis vor. Natürlich werden die Krankenkassenbeiträge bei Angestellten vom Arbeitgeber abgeführt, aber davon zahlst Du etwas mehr als die Hälfte selbst, das wird nämlich von Deinem Bruttogehalt gleich einbehalten.

Wenn die Krankenkasse noch aus der Zeit eines vorhergehenden Arbeitsverhältnisses Anspruch auf Beiträge hat, können diese aber nicht in voller Höhe auf Deinen Partner abgewälzt werden. Und nochmal, deswegen gibt es keine Kündigung.

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Kommentar von sammybien
13.10.2016, 13:34

Im schreiben steht Wörtlich : Wir müssen sie informieren das sie keine Leitungen unserer BKK mehr in anspruch nehmen dürfen da der Beitragsrückstand zu hoch ist. Bitte geben sie ihre Krankenkassenkarte ab.

Falls sie den Rückstand ausgleichen können oder hilfebedürftig im Sinne des Sozialgesetzbuches werden können wir sie wieder aufnehmen. Falls sie eine Akute Erkrankung bekommen könnten wir evt einen spezielen Behandlungsausweis ausstellen.

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Dein Partner sollte die Schulden als Insolvenzgläubiger beim alten Arbeitgeber mit angeben. Auch wenn er von dort nichts zu erwarten hat. Außerdem ist das auch Insolvenzmasse in der eigenen Privatinsolvenz, aber das werden sowohl der Anwalt als auch ein Schuldnerberater wissen. Schlussendlich erreicht dein Freund dadurch den Erlass der Schulden, ob die Krankenkasse da noch etwas von ihren Ansprüchen erhält machen die Insolvenzverwalter dann. Ich bin Schuldnerberater, die Info mit dem Ruhen der Leistung ist auch soweit korrekt. Wenn dein Freund die Forderungen anmeldet, als "vorsätzlich unerlaubt" übrigens, also beim alten Chef Insolvenzgläubiger wird, ist das Schreiben vom Gericht dazu ein Beleg für die Krankenkasse zur Tilgung der Schulden. Dann dürfte er wieder eine Karte bekommen. Genauso wenn er die Schulden in der eigenen privaten Insolvenz angibt. Dann erhält die Krankenkasse mindestens 2 Schreiben vor dem eigentlichen Insolvenzantrag. Spätestens wenn das Verfahren eröffnet wird muss auch die Krankenkasse dazu Stellung nehmen und wird die Sache ausbuchen, = Schuldenfrei.

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Kann es sein, dass er was falsch verstanden hat? Es kann und darf nämlich nicht sein, dass ihm wegen Schulden die Krankenversicheurng gekündigt wurde, höchstens wurde der Leistungsanspruch eingeschränkt. Ruft da einfach nochmal an und lasst euch das erklären.

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das ist keine Kündigung, sondern die Krankenkasse hat ein Leistungsruhen ausgesprochen. d.h. er ist Mitglied der Kasse, hat aber nicht den vollen Leistungsanspruch. er ist lediglich für Notfall-, Schmerz- und Akutbehandlungen versichert. für alles andere besteht kein Versicherungsschutz (z.B. Vorsorgeuntersuchungen usw.)

deswegen muss er auch die Karte abgeben. wenn er z.B. Zahnschmerzen hat, stellt ihm die Kasse einen sogenannten Ersatzbehandlungsschein aus. damit ist er berechtigt, sich beim Zahnarzt behandeln zu lassen und die Kosten laufen über die Krankenkasse.

viele Versicherte denken, dass es eine Kündigung, aber dann müsste auch das Wort "Kündigung" auftauchen. es ist wirklich keine Kündigung, sondern nur die Mitteilung einer Leistungseinschränkung, die aufgrund der Schulden entstanden ist.

dieses Ruhen des Leistungsanspruches dauert so lange an, bis entweder die Schulden beglichen sind, oder eine Ratenzahlung abgeschlossen und regelmäßig bedient wird. das der jetzige Arbeitgeber die Beiträge aktuell zahlt, spielt dabei keine Rolle. maßgebend sind bestehende Schulden.

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