Frage von Tensor007, 345

Krankenkasse fordert Höchstbetrag für freiwilige Versicherung. Wie kann ich das ändern?

Also der Fall liegt folgender Maßen vor.

Ich arbeitete 6 Tage die Woche und bin sehr überlastet gewesen. Lies mich von meinem Artz krank schreiben und blieb es auch bis ich fristlos gekündigt wurde. Klar SPERRE vom Amt und deswegen auch erst nicht gemeldet. Neue Stelle in Aussicht, aber nicht realisierbar.

Fazit: Starke Depression mit Rückzugstendenz.

Ich beachtete nicht wirklich die Briefe meiner Krankenkasse. Welche meine derzeitige Situation erfassen wollte, aber ich wusste es selber nicht und ging "dämlicher Weise" von einer nicht Versicherung aus. Lebte nunmehr von Rücklagen.

Insgesamt brauchte ich 7 Monate um mich zu fangen und mein Arbeitslosengeld zu beantragen. Und ging dann auch zur Krankenkasse.

Diese stellte mir nun Briefe zu mit einem Einkommen von ca 4200 Euro als Berechnungsgrundlage für meine freiwilligen Versicherung. Dies bedeutet eine mtl. Summe von 746 Euro und ohne Einkommen ist das einfach zu viel.

Versuchte mit einem Widerspruch und auch vorweg mit persönlicher Klärung nun auf den Mindestsatz von 165 Euro zu einigen und bezahlen. Jedoch lässt sich die Krankenkasse darauf nicht mehr ein. Zitat :"Hätte mich bis vor 14Tagen melden müssen, dann "hätte" es funktioniert" !?!?! "Möchten Sie Ratenzahlung vereinbahren?"

Die Summe ist einfach utopisch und orientiert sich nicht annähnerd an meiner letzten Beitragsstz. Verdiente vorher 2400 Brutto.

Falls ich das wirklich zahlen muss... Dann hab ich den Glauben an unseren Staat, sowie das Rechtssystem verloren.

Was kann ich nun tun und falls ihr genaue Daten braucht schreibe ich Sie gerne rein.

Ich bedanke mich schonmal für jede Antwort.

Antwort
von Kunterbunt23, 270

Du kannst versuchen, eine rückwirkende Korrektur der Festsetzung auf den Höchstbeitrag zu beantragen, wenn Du nachweisen kannst, dass Du für das obige Versäumnis nichts konntest. Zum Beispiel, wenn Du nachweisen kannst, dass Du die Post der KK nie erhalten hast (bei der Polizei zur Anzeige gebrachter Diebstahl aus dem Briefkasten). Oder wenn Du nachweislich nicht vor Ort warst (Krankenhausaufenthalt). Oder wenn Dir ein Arzt bestätigt, dass Du aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht in der Lage warst, Amtspost zu öffnen, zu verstehen oder darauf zu reagieren.

Eine andere Möglichkeit der Rücknahme dieses Bescheides der KK gibt es nach Ablauf der Widerspruchsfrist nicht.

Kommentar von Tensor007 ,

Danke euch sehr schonmal.

Kann ich mit einem bestimmten Schreiben das ganze Aufschieben erstmal?

Wie stelle ich den Antrag auf eine rückwirkende Korrektur bzw was muss ich dabei beachten?

Damit ich mir eine Rechtsberatung und genaue Schritte überlegen kann.

Verstehe nicht, weshalb die Kasse das nicht zurück nimmt, da SIE es ja auch festgesetzt hat.

Also bleibt mir keine andere Wahl als diesen nicht vertretbaren Satz zu bezahlen, obwohl er völlig unreal ist?

Das kann doch nicht sein.

Ich möchte nie wieder diese Gefühle einer Depression erleben. Hab darüber früher anders gedacht und nie mich damit in Verbindung gesehen, aber jetzt... Es kann jeden treffen...

Sah auch als letzte Möglichkeit die psychische Erkrankung mir attestieren zu lassen und mich für diese Zeit als nicht zurechnungsfähig schreiben zu lassen. Was ja wirklich so ist, weil wären mir die Konseqenzen bewusst... hätte ich es nie soweit kommen lassen.

Bin echt verzweifelt, weil die Kasse absolut nicht nachgibt.

Kommentar von Kunterbunt23 ,

Es liegt nicht im Ermessen der KK das zurück zu nehmen, sondern es gibt dafür gesetzliche Vorgaben. Jede andere gesetzliche KK hätte so handeln müssen. Jede KK, die nachgeben würde, würde sich strafbar machen.

Jede KK wird aller paar Jahre vom Bundesversicherungsamt geprüft. Jeder Auffäligkeit wird nachgegangen und bei Fehlbearbeitung rückwirkend korrigiert- in deinem Fall hieße das, wenn die KK nachgeben würde, dass es Dich nur sehr viel später treffen würde. Zusätzlich müsste die KK wegen der Fehlbearbeitung eine Art Strafbußgeld zahlen, welches die Verwaltungskosten und somit auch den Zusatzbeitrag in die Höhe schießen lässt. Das will keine KK. 

Wenn Du damals aus gesundheitlichen Gründen nicht auf die Schreiben der KK reagieren konntest, reiche eine Bestätigung Deines Arztes ein- zusammen mit dem Antrag auf Rücknahme. Beides sollte zeitnah, also sofort eingereicht werden ohne vorheriges Aufschubschreiben (dieses hätte ohne Nachweise eh keine aufschiebende Wirkung!). Sonst kann dir auch kein Anwalt helfen. Denn die KK hat ja nur die gesetzlchen Vorgaben beachtet, die auch ein RA nicht umändern kann.

Kommentar von Tensor007 ,

Danke Frau Kunterbunt,

aber es kann doch niemals vom Gesetzgeber eine derartige Belastung bei keinem Einkommen sein.

Irgendwer muss die Rücknahme doch veranlassen können?

Sollte ich mich beim Bundesversicherungsamt melden?

Ich check das echt nicht, weil es keinen Sinn macht und die Forderung einfach nicht angemessen ist.

Es würde bedeuten, dass ich durch meine Kasse verschuldet bin.(Klar bin ich es selbst schuld, sehe auch Beitragszahlung ein, aber NICHT in der Höhe)

Wie kann man das freiwillige Versicherung nennen, wenn mir die Kasse das einfach aufbrummt! Nach Recht...

Gehe Morgen nach der Arbeit zu meinem Arzt und bespreche die Situation mit ihm, sowie mit meinem Anwalt. 

Bleib ja nix anderes offensichtlich....

Kommentar von Kunterbunt23 ,

Wenn Du Dein Geld gerne sinnlos verschleudern willst, dann wirf Dein Geld eben einem Rechtsanwalt in den Rachen. Erreichen wird dieser nix, Dein Geld wird er aber gerne nehmen.

Der Gesetzgeber sieht eine Beitragsfestsetzung nach Beitragsbemessungsgrenze vor. Hat man ein geringeres Einkommen, darf man innerhalb der von der KK angegebenen Frist eine niedrigere Beitragsfestsetzung beantragen. Diesen Antrag hast Du nicht gestellt, die Frist dafür ist verstrichen und somit ist die vom Gesetzgeber vorgegebene Beitragsfestsetzung endgültig.

Niemand kann die Rücknahme veranlassen, auch nicht das Bundesversicheringsamt.

Eine Rücknahme ist nur möglich, wenn Du mit Nachweisen belegen kannst, dass Du der KK nicht antworten konntest (siehe vorherige Erläuterung von mir).

Die Forderung ist angemessen, weil Du eine niedrigere einkommensabhängige Beitragsfestsetzung innerhalb der gesetzlichen Frist nicht beantragt hast.

Warum man das freiwillige Versicherung nennt? Weil Du die Wahl zwischen privater und gesetzlicher KK hattest. Du hast aber die PKV nicht aktiv gewählt, bist im Umkehrschluss also freiwillig in der GKV geblieben.

Tu das einzig richtige: besorge Dir Nachweise, die Dir bestätigen, dass Du die Schreiben der KK nicht erhalten oder beantworten konntest. Den Weg zum Bundesversicheringsamt sowie das Geld für den Anwalt kannst Du Dir sparen.

Antwort
von eulig, 210

da in Deutschland Versicherungspflicht gilt, sind die Krankenkassen von Gesetzeswegen dazu verpflichtet, eine sogenannte obligatorische Anschlussversicherung herzustellen.

dies geschieht zunächst in der Mindeststufe. die Krankenkasse schreibt daraufhin den Versicherten an und bittet ihn um die Darlegung der Einkommenssituation. oftmals wird noch eine Erinnerung, manchmal sogar noch eine zweite Erinnerung geschickt. wenn dann der Versicherte nicht reagiert, muss die Krankenkasse von Gesetzeswegen den Höchstbeitrag ansetzen. darüber ergeht mit Versicherten ein rechtsmittelfähiger Beitragsbescheid, gegen den der Versicherte Widerspruch einlegen könnte. dafür hat der Versicherte nicht ewig Zeit. bei dir ist diese Frist für einen Widerspruch und die damit verbundene Rückstufung in die Mindeststufe abgelaufen. deshalb kann die Krankenkasse auch nichts mehr daran ändern.

dir bleibt jetzt tatsächlich nur noch die Möglichkeit einer Ratenzahlung. denn wenn du das nicht tust, dann genießt du keinen vollen Krankenversicherungsschutz mehr. d.h. du bist nur noch gegen Schmerzzustände und für Notfälle versichert. dieser Zustand dauert solange an, bis die Rückstände beglichen sind, oder eben eine Ratenzahlung vereinbart wird. du solltest auch daran denken, dass weiterhin Zuschläge hinzukommen, wenn du nicht zahlst.

die Krankenkasse wird die Forderung wahrscheinlich schon bald zur Vollstreckung weitergeben. wenn du eine Eidesstattliche Versicherung vermeiden willst, solltest du es zumindest mit einer Ratenzahlung probieren.

Kommentar von Tensor007 ,

Danke schonmal für diese Erläuterung.

Antwort
von Kuestenflieger, 163

staat und justiz haben da nichts mit zu tun !

sich privat zu versichern ist ein luxus den man sich nur leistet wenn man beamtet ist oder regelmäßig über der pflichtgrenze verdient .     daher sind die nachforderungen  berechtigt . leider .

Kommentar von Kapodaster ,

Beim Fragesteller geht es offenbar um eine sog. "freiwillige Krankenversicherung". Das hat nichts mit einer privaten KV zu tun, und über den Begriff "freiwillig" haben sich auch schon einige Leute gewundert.

Sie ist für Selbständige. Sie müssen nicht nur den Arbeitnehmer-Beitrag bezahlen, sondern auch das Geld, das bei Angetellten der Arbeitgeber zahlt.

Kommentar von Tensor007 ,

Das hilft mir sehr...

Nein! Die Forderung kann nicht Rechtskräftig sein.

Wenn ich doch bei zeitiger Meldung nur 165euro bezahlen müssen.

Somit rechtfertigt sich nicht eine Summe, welche 8x so HOCH ist.

Bin mir ja meiner Schuld bewusst und muss auch zahlen, aber wirklich 746 Euro und ohne Beschäftigung oder sonstiger sozialer Bezüge. Das kann nicht sein...

Dadurch rechtfertig sich nicht der Höchstsatz. Klar hat der Staat damit zu tun. Gesetzliche Krankenversicherung!! Staatsvorgaben...

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