Frage von joschi1989, 78

Krankenkasse fordert extrem hohen Beitrag?

Ich stecke gerade in einer dummen Situation. Letztes Jahr bekam ich Hartz4 und meine Krankenkasse wurde bezahlt. Drei monatelang bekam ich dann Bafög und ich bin irgendwie davon ausgegangen das auch dort meine Kasse bezahlt wurde. Nach diesen 3 Monaten war ich wieder steuerpflichtig beschäftigt, Kasse wurde ab da also wieder bezahlt.
Nun bekam ich in den letzten Monaten Ca. 2-3 Briefe von meiner Krankenkasse. Dummerweiße landeten die aber auf dem Müll, da ich eigentlich nur Werbung gewohnt bin und auch nichts anderes erwartet hatte.
Heute kam erneut ein Brief den ich dann durch Zufall mal öffnete.
Es geht dort um die Zeit des BAföGs Bezugs , sie verlangen natürlich die Beiträge aus dieser Zeit.
Der erste Monat war noch ganz normal mit 78,50€ berechnet, aber für die zwei anderen Monate wollen sie 709,50€!!!!! Pro Monat!!!! Also insgesamt für drei Monate mit Mahnkosten 1637,50€!!!!!
Wieso? Was ist das für ein Betrag?
Das ist ja alles kein Problem, es war meine Schuld, natürlich bezahle ich das ( auch die Mahnkosten) , aber was sollen diese über 700€ pro Monat?
Zur weiteren Information, ich war seid dieser Zeit nicht einmal beim Arzt ( Anscheind besteht eine Versicherungssperre) und Mahnkosten sind es auch nicht die kommen noch hinzu.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 46

Wieso?

Ergibt sich aus §§ 188 und 240 SGB V.

Du hast gegenüber Sozialbehörden (wie der Krankenkasse) Mitwirkungspflichten (§§ 60 - 66 SGB I). Wenn du denen nicht nachkommst, erhälst du entweder keine Leistung, oder es folgen andere Konsequenzen.

Als Student wärst du pflichtversichert in der KVdS bis zum Ende des 14. Fachesmesters oder 30. Geburtstags. Du musst die Studenteneigenschaft aber durch Imma-Bescheinigung belegen.

Wenn keine Pflichtversicherung vorliegt, oder Antrag auf Familienversicherung gestellt wird (sofern Voraussetzungen erfüllt), gilt eben § 188 Abs. 4 SGB V, die obligatorische Anschlussversicherung. Heißt, du wirst freiwilliges Mitglied der Kasse.

Freiwillige Mitglieder erzielen ein (fiktives) Einkommen von 4.237,50 € im Monat (4125,- € in 2015), so lange sie kein niedrigeres Einkommen nachweisen (§ 240 SGB V). Diesen Nachweis hast du wohl nicht erbracht, also muss die Kasse entsprechend den Höchstbeitrag ansetzen, zzgl. Säumniszuschläge und Zinsen.

Zur weiteren Information, ich war seid dieser Zeit nicht einmal beim Arzt

Vollkommen uninteressant. Du zahlst für Versicherungsschutz nicht für den Arzt. Den Arzt würde die Versicherung bezahlen.

Also lege der Krankenkasse dein Einkommen bzw. den Mangel daran dar und sie wird dich mit einem fiktiven Einkommen von 945,- € (2015) pro Monat einstufen und verbeitragen. Diesen Beitrag zahlst du dann umgehend. Sollten für 2 Monate mit allem drum und dran nicht mehr als 350,- € sein.

Antwort
von voayager, 19

Da kannste mal sehen was das hier für ein unsozialer Staat ist.

Davon mal abgesehen, ruf doch mal "deine" Krankenkasse an und schildere die Lage.

Kommentar von kevin1905 ,

Da kannste mal sehen was das hier für ein unsozialer Staat ist.

Sozialer wäre es natürlich keine Krankenversicherung zu haben....

Kommentar von voayager ,

Sozialer wäre es, eine sozialere Krankenkasse zu haben.

Antwort
von Akka2323, 51

Ruf da an und klär das mit denen. Vielleicht läßt sich was retten.

Antwort
von bruroe, 58

Eine Vermutung : die Höhe des angesetzten Beitrags könnte der max. Beitrag lt. Beitragsbemessungsgrenze sein, da seiner Krankenkasse keine andere Bemessungsgrundlage zur Verfügung stand.

Ruf bei der Krankenkasse an und kläre es mit denen.

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