Frage von katisa, 58

Krankenkasse bleibt unverschämt - soll ich wechseln?

Hallo Leute, mein Sachstand ist gerade nicht vom feinsten und ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich bin auf der Suche nach einem geeigneten Psychotherapeuten in meinem Wohnort und habe über 20 Therapeuten angerufen, habe die Anrufzeiten und das Datum notiert, und nur zwei haben sich zurück gemeldet, was schwer zu glauben ist. Bei den zwei hatte ich auch ein Erstgespräch, ich entschied mich aber für Therapeut B. Nur weigert sich meine Krankenkasse... die AOK... kreuz und quer meinen Antrag auf Kostenübernahme für eine private Psychotherapie zu übernehmen, nur weil der Therapeut "die Bedingungen nicht erfüllt." Eine SB erklärte mir, wenns nicht anders geht, kann ich einen Sonderantrag stellen, was ich heute versucht habe, aber eine andere Sachbearbeiterin war dreist und unverschämt und weigerte sich meine Bitte nachzukommen. Nun, dass ist nicht das erste Mal, dass die AOK mir auf die Füße trat. Vor einigen Jahren hatte ich einen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik gehabt. Es war geplant worden (von meinem Hausarzt aus), dass ich für 10 Wochen da bleiben soll, aber meine Krankenkasse weigerte sich den Vorschlag meines Hausarztes nach zu kommen und wollten mich nach vierten oder sechsten Woche entlassen. Mir wurde auch mehrere male gesagt, von einigen Beamten und selbst vom Gesundheitsamt, dass meine Krankenkasse in meinem Wohnort stur sei und nicht gut anzusprechen ist was "Psychotherapie" betrifft.

Nun Leute, was soll ich tun? Ich bin heute wütend nach dem Gespräch mit einem SB nach Hause gekommen, weil ich meine geplante Psychotherapie nicht starten kann. Ich habe doch schon überall angerufen und alles dokumentiert! Ich habe mich auch beraten lassen und weiß, dass Krankenkassen eigentlich verpflichtet sind ihre Kunden zu beraten und zu unterstützen und nicht einfach so abweisen mit dem Kommentar "Nö, machen wir nicht."

Antwort
von Schuesselchen, 25

1.) Es darf Dir niemand verbieten oder verwehren einen Antrag zu stellen.
2.) Wenn die so stur sind und Deine Therapie verhindern bzw. verzögern, dann drohe doch mal mit einer Klage beim Verwaltungsgericht wegen Vorgangsverschleppung.
3.) Überprüfe doch mal Deine Voraussetzungen für einen Krankenkassenwechsel und ob Dich eine andere KK nehmen würde, mit der Option gleich mal eine teure Psychotherapie zu bezahlen.
Den Rest mußt Du dann selbst entscheiden.
Ich musste durch Hartz4 in die KK meines Mannes wechseln ( AOK). Seitdem weiß ich das es eine 3- Klassengesellschaft, was die Gesundheitsversorgung und Freundlichkeit des medizinischen Personals betrifft, gibt. Privatversicherte, Pflichtversicherte und AOK - Patienten.
Sobald es mir möglich ist, wechsel ich die KK. Wieder zur DAV.
Viel Glück, 🐺

Antwort
von katisa, 13

Danke für eure Antworten. 
Um auf eine Frage zurück zu kommen: Ja, er hat eine Zulassung, nur hat dieser Schwierigkeiten mit meiner Krankenkasse, weil die SB Komplikationen einen nach dem anderen bereiten. Klar, sie mögen vielleicht ihre Gründe haben, aber sie wissen, dass ich seit langer Zeit versuche eine Therapie zu starten. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Sogar meine Begleiterin aus der Tagesklinik stimmte mir zu (zu dem was das Gesundheitsamt zu mir sagte).

Antwort
von schloh80, 25

Das dürfte daran liegen, dass nach SGB und Psychotherapie-Vereinbarung Kosten für Leistungen nur dann von gesetzl. Krankenkassen übernommen werden, wenn bestimmte Voraussetzungen auf Seiten des Psychotherapeuten erfüllt sind. Dafür kann die AOK nix. Das ist so.

Krankenkassen sind auch an die aktuelle Rechtsprechung gebunden. Da eine ambulante psychiatrische Versorgung im gesetzl. System immer sichercgestellt ist, geht z.B. das BSG von Zumutbarkeiten aus. Diese sind z.B., dass Therapeuten mehrmals angerufen und mehrmals eine Nachricht auf dem AB hinterlassen werden muss, dass Anfahrtszeiten von 45 Minuten in Kauf zu nehmen sind, dass Wartezeiten von drei Monaten zumutbar sind usw.

Danach kommt dann noch die Prüfung nach der Probatorik (Antragsstelllung), auch hier kann es zu Ablehnungen kommen, die nicht von der Krankenkasse erfolgen, sondern vom Gutachter (der hat mit der konkreten Krankenkasse nix zu tun).

Psychotherapie ist eben keine Regelleistung, sondern antragspflichtig und gewollt (von Politik, Krankenkassen, Ärzteselbstverwaltung und Vertretern der Beitragszahler!) an sehr hohe Hürden gekoppelt.

Insofern müsstest du wahrscheinlich einige Monate warten.

Antwort
von Biberchen, 18

das muß nicht an der Krankenkasse liegen, sonder an einigen Mitarbeitern. In einem anderen Bundesland kann es schon anders sein. Aber einen Kassenwechsel solltest du schon in Betracht ziehen.

Antwort
von melinaschneid, 17

Hat der von dir ausgewählte Therapeut eine Kassenzulassung? Wenn er das nicht hat ist es von Seiten der Krankenkasse vollkommen ok die Übernahme zu verweigern. Nicht jeder Therapeut kann mit der Kasse abrechnen. Darauf muss mal bei der suche achten.

Antwort
von KlausKachinsky, 32

Ich gehe bei Krankenkassen immer nach den Leistungen. Oftmals ist es so, dass die teuerste Krankenkasse auch die schlechteste Leistung bietet ( AOK ). 

Ich würde in deinem Fall einen Wechsel auf jeden Fall in Betracht ziehen!

Antwort
von NewQuest, 34

Das ist typisch bei Psychotherapie. Krankenkassen sind da immer sehr eigen, weil sie denken, dass durch Therapien hohe Kosten auf sie zukommen. Daher überprüfen sie das immer genau. Machen kannst du da kaum etwas - praktisch alle Kassen sind so.

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